23. Oktober 2020 / 14:28 Uhr

"Kann das nicht mehr nachvollziehen": Optik gegen Carl Zeiss nur vor 200 Zuschauern

"Kann das nicht mehr nachvollziehen": Optik gegen Carl Zeiss nur vor 200 Zuschauern

Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
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Im Stadion Vogelgesang sind gegen Carl Zeiss Jena nur 200 Zuschauer zugelassen. © Marcus Kniebeler
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Regionalliga Nordost: Die 7-Tage-Inzidienz stieg am Freitag auf über 35 - Veranstaltungen nur noch mit maximal 250 Personen.

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Seit Freitag hat auch der Landkreis Havelland bei der 7-Tage-Inzidienz die Zahl 35 überschritten. Die 7-Tage-Inzidenz gilt als wichtige Kennziffer, um das regionale Infektionsgeschehen zu bewerten. Seit Freitag gilt auch das Havelland als Corona-Risikogebiet. Daher ist auch die SARS-CoV-2-Umgangsverordnung des Landes Brandenburg in Kraft getreten. Das heißt, dass am Sonntag nur 200 Zuschauer gegen den FC Carl Zeiss Jena ins Stadion eingelassen werden dürfen. Gästefans sind leider nicht zugelassen.

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Optik-Trainer Ingo Kahlisch ist davon natürlich nur mäßig begeistert. "Mir tut dies wahnsinnig leid - für uns und natürlich die Fans in Jena. Für uns ist es immer etwas Besonderes, gegen Carl Zeiss zu spielen. Umso größer ist bei uns die Enttäuschung." Doch bei Kahlisch schwingt auch eine Menge Unverständnis für die Entscheidung, vor wenigen Zuschauern zu spielen, mit. "Ich finde es gelinde gesagt zum Kotzen. In einem Stadion, in das 4500 Zuschauer passen, dürfen wir keine 500 oder 600 Personen lassen? Das verstehe ich nicht."

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Die Rathenower hatten auch für die vorherigen Spiele bereits ein Hygienekonzept erarbeitet, bei dem - unter Beachtung der Abstandsregeln - auch mehr Zuschauer den Weg ins Stadion am Vogelgesang gefunden hatten. "Das Konzept wurde abgesegnet und jetzt gilt das nicht mehr? Ich finde man müsste da auch zwischen Rathenow und Falkensee unterscheiden. Wir haben in Rathenow ja kaum Fälle", so Ingo Kahlisch, der auch einen wirtschaftlichen Schaden auf seinen Verein zukommen sieht.

"Wer bezahlt uns denn die finanziellen Ausfälle, wenn 300 oder 400 Zuschauer fehlen. Wir als kleiner Verein können sowas doch kaum auffangen. Für den Verlust kann ja dann der Landkreis mal aufkommen, für das Schloss in Ribbeck hat er schließlich auch mehrere Hunderttausende Euro im Jahr übrig", so ein angefressener Rathenower Trainer. Abschließend sagt Ingo Kahlisch: "Ich finde das Verhältnis stimmt nicht mehr. Wir müssen ein Maß wahren. Ich kann das auf jeden Fall nicht mehr nachvollziehen."