24. September 2020 / 17:48 Uhr

Allrounder beim SV Babelsberg 03: Robin Müller überzeugt von vorne bis hinten

Allrounder beim SV Babelsberg 03: Robin Müller überzeugt von vorne bis hinten

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Stand in allen sieben Babelsberger Regionalliga-Partien in dieser Saison auf dem Platz: Robin Müller (r.).
Stand in allen sieben Babelsberger Regionalliga-Partien in dieser Saison auf dem Platz: Robin Müller (r.). © Michael Hundt
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Regionalliga Nordost: Am achten Spieltag empfängt der SV Babelsberg 03 im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion den Aufsteiger Tennis Borussia Berlin.

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Robin Müller ist bei Regionalligist SV Babelsberg 03 im Moment wohl der Inbegriff eines Spielers, der im modernen Fußball gerne als „polyvalent“ beschrieben wird. Beim 1:1 (0:0) seines Teams am Mittwochabend bei der VSG Altglienicke begann der 20-Jährige als alleinige Sturmspitze und ging nach der Einwechslung von Daniel Frahn, der die Kiezkicker nach einer Flanke von Müller per Kopf in Führung brachte, ins linke Mittelfeld. Am vergangenen Sonntag gegen Energie Cottbus (0:1) überzeugte er noch als linker Außenverteidiger und kam in den Wochen zuvor auch schon als rechter Verteidiger oder Mittelfeldmann zum Einsatz.

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„Das ist für mich kein Problem, Hauptsache ich kann der Mannschaft helfen“, sagt der in Berlin-Zehlendorf lebende Kicker, der im Oktober ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität anfängt. In seinem Heimatbezirk hat er bei der Talentschmiede des FC Hertha 03 als G-Junior mit dem Fußball begonnen, ehe er 2018 an den Babelsberger Park wechselte. „Ich hatte in meinem ersten A-Jugend-Jahr nicht viel gespielt und wollte etwas Neues ausprobieren“, erinnert er sich an seinen Wechsel zur Babelsberger A-Jugend von Coach Matthias Boron.

Die besten Bilder vom Spiel der VSG Altglienicke gegen Babelsberg 03.

Am 7. Spieltag der Regionalliga Nordost empfing die VSG Altglienicke im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark den SV Babelsberg 03 unter Flutlicht. Am Ende trennten sich beide Teams nach Treffern von Daniel Frahn (47.) und Tolcay Cigerci (90.+3) 1:1. Zur Galerie
Am 7. Spieltag der Regionalliga Nordost empfing die VSG Altglienicke im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark den SV Babelsberg 03 unter Flutlicht. Am Ende trennten sich beide Teams nach Treffern von Daniel Frahn (47.) und Tolcay Cigerci (90.+3) 1:1. © Michael Hundt

In seinem ersten Männerjahr kam er zu neun Kurzeinsätzen in der Liga und hat sich in dieser Spielzeit einen Stammplatz erobert. „Er hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt und macht es, egal wo er zum Einsatz kommt, richtig gut“, lobt SVB-Trainer Predrag Uzelac den Akteur mit der Nummer 33, der gegen die VSG Altglienicke erneut zu überzeugen wusste.

Dass der couragierte Auftritt der Kiezkicker im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark vor 518 Zuschauern nicht mit einem Dreier belohnt wurde, lag zum einen an zwei vergebenen Großchancen von Frahn und zum anderen an einer der ganz wenigen Unaufmerksamkeiten in der Babelsberger Hintermannschaft. Die bestrafte Tolcay Cigerci mit seinem Tor zum 1:1-Endstand in der Nachspielzeit (90.+3). „Nach dem Spielverlauf hat sich das wie eine Niederlage angefühlt“, meint Frahn, der von Uzelac nach anstrengenden letzten Wochen, in denen aufgrund zahlreicher Verletzungen wenig gewechselt oder rotiert werden konnte, zunächst eine Pause bekam. „Das war schon länger so abgesprochen“, bestätigt der 33-Jährige und sagt mit Blick auf seine beiden vergebenen Möglichkeiten.

Sonderlob von Daniel Frahn

„Bei der ersten erwarte ich von mir selbst, dass ich den mache – der Torwart hält aber auch stark. Bei der zweiten wird der Ball vorher noch abgefälscht und ich kann gar nicht viel mehr machen, als meinen Fuß ranzuhalten. Dass wir dann so spät noch den Ausgleich kassieren, ist natürlich extrem bitter.“ Für Robin Müller hat Frahn ein Extralob parat. „Ich ziehe meinen Hut davor, wie er das im Moment macht. Damit hilft er uns als Mannschaft extrem weiter.“

Die nächste Chance auf einen Dreier bietet sich Frahn, Müller und Co. am Samstagnachmittag (13.30 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) gegen den Aufsteiger Tennis Borussia Berlin. „Da wollen wir die Wut des späten Ausgleiches in Energie umwandeln und auf jeden Fall gewinnen“, sagt Robin Müller, der mit seinem jetzigen Teamkollegen Paul Wegener bereits in Zehlendorf zusammenspielte. Auf welcher Position ihn Predrag Uzelac gegen die Lila-Weißen aufstellt, wird er wahrscheinlich am Freitag erfahren. „Ich mache mich da vorher aber nicht verrückt und nehme die Situation so wie sie kommt.“

1000 Zuschauer gegen Tennis Borussia Berlin

Obwohl nach einem Beschluss der Brandenburger Landesregierung vom Dienstag bei Sportveranstaltungen eine Auslastung von Stadien und Hallen von 20 Prozent erlaubt wäre, lässt Babelsberg 03 im Heimspiel gegen Tennis Borussia Berlin erneut nur 1000 Zuschauer (es gibt keine Tageskasse) im Karl-Liebknecht-Stadion zu. „Angesichts der kurzen Vorlaufzeit bleiben wir am Samstag zunächst bei 1000 Zuschauern“, bestätigte SVB-Geschäftsstellenleiter Marcel Moldenhauer am Donnerstag auf SPORTBUZZER-Anfrage.

Das aktuelle Hygienekonzept, das sich bisher bewährt hat, werde derzeit überarbeitet und gehe daraufhin zur Prüfung an den Verwaltungsstab der Landeshauptstadt. Erst im Anschluss könne der Kiezverein anfangen zu planen, ob die Zuschauerkapazität erhöht werden könnte. Das Karl-Liebknecht-Stadion wäre bei einem Fünftel der Auslastung mit gut 2100 Zuschauern belegt. „Ziel ist es, unter gleichzeitiger Wahrung des Infektionsschutzes, die Kapazität zu erhöhen – jedoch nicht überstürzt“, begründet Moldenhauer.