23. April 2021 / 17:27 Uhr

"Nicht mehr deckungsgleich": Trainer Dirk Lottner verlässt Energie Cottbus

"Nicht mehr deckungsgleich": Trainer Dirk Lottner verlässt Energie Cottbus

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Dirk Lottner war zuvor erfolgreich beim 1. FC Saarbrücken tätig.
Dirk Lottner zieht es wieder fort aus der Lausitz. © imago images/Jan Huebner
Anzeige

Nach rund acht Monaten endet bereits wieder die Arbeit des Ex-Profis beim finanziell schwer angeschlagenen Lausitzer Verein. Im Landespokal-Halbfinale gegen den SV Babelsberg 03 wird bereits ein anderer Coach das Team betreuen - interimsmäßig. Und dann?

Anzeige

Zum Halbfinale des Brandenburger Fußball-Landespokals am 8. Mai gegen den SV Babelsberg 03 wird der FC Energie Cottbus nicht mehr mit Cheftrainer Dirk Lottner antreten. Wie der Lausitzer Regionalligist am Freitag nach einem 1:1 im Testspiel gegen die VSG Altglienicke mitteilte, gehen beide Parteien fortan getrennte Wege. "Im besten Einvernehmen" sei die Entscheidung gefallen, den eigentlich bis Juni 2022 gültigen Vertrag bereits nach der Spielzeit 2020/21 enden zu lassen, hieß es. Lottner wird das Team auch schon nicht mehr für den den Pokalwettbewerb betreuen - die Aufgabe übernimmt interimsmäßig der bisherige A-Juniorentrainer Damir Agovic.

Anzeige

Aus dem Tabellenkeller auf Platz neun

Erst im vergangenen September hatte der Ex-Profi den Trainerposten in Cottbus übernommen, nachdem Vorgänger Sebastian Abt saisonübergreifend bloß einen Sieg aus acht Partien geholt hatte. Zu Beginn der Spielzeit 2020/21 setzte es gleich drei Niederlagen. Lottner stabilisierte anschließend die Mannschaft des früheren Erstligisten. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs lag der FCE dann nach Anwendung der Quotientenregel immerhin auf Tabellenrang neun mit jeweils fünf Siegen und Niederlagen sowie drei Unentschieden.

In Bildern: Die Trainer von Energie Cottbus seit 1994.

Die Trainer von Energie Cottbus seit 1994. Zur Galerie
Die Trainer von Energie Cottbus seit 1994. © dpa

Der 49-jährige Coach habe "hervorragende Arbeit" geleistet, teilte der Club nun am Freitag mit. Aber: "Angesichts der besonderen Herausforderungen, die sich aus der Covid-19-Pandemie an unseren Verein stellen, sind die sportlichen Möglichkeiten und Zielsetzungen zwischen unserem Verein und Cheftrainer Dirk Lottner, wie sie zu Beginn seiner Tätigkeit besprochen waren, nicht mehr deckungsgleich." Daher die Trennung.

Radikaler Sparkurs für Rettung

Damit setzt sich die Inkonstanz und Unruhe beim FC Energie fort. Der Club hat in den vergangenen Jahren nicht nur mehrere Wechsel in der sportlichen Führung hinter sich, sondern durchlebte auch einige Veränderungen an der Vereinsspitze. Im Dezember war der damalige Präsident Matthias Auth entmachtet und durch Sebastian Lemke ersetzt worden. Das aktuelle Präsidium kämpft vor allem gegen große finanzielle Probleme an, bemüht sich mit einem radikalen Sparkurs um eine Rettung des Traditionsvereins.

Mehr zum AOK-Landespokal

Für die nächste Saison zeichnet sich auch bei der Regionalligamannschaft ein großer personeller Umbruch ab, wohl mit einer deutlichen Verjüngungskur. Wer das Team dann als Trainer führen wird, ist offen. In Fankreisen wird bereits über eine dritte Amtszeit von Claus-Dieter "Pele" Wollitz diskutiert.