24. September 2019 / 14:07 Uhr

Entscheidung über die Zukunft der Regionalliga: Darum geht es auf dem DFB-Bundestag

Entscheidung über die Zukunft der Regionalliga: Darum geht es auf dem DFB-Bundestag

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Die in der Regionalliga-Reform angedachte Ligensortierung. Je zwei Teams aus beiden Regionen sollen in die 3. Liga aufsteigen.
Die in der Regionalliga-Reform angedachte Ligensortierung. Je zwei Teams aus beiden Regionen sollen in die 3. Liga aufsteigen.
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Regionalliga-Reform: Am Freitag beschließen die Delegierten auf dem 43. Ordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes aller Voraussicht nach, dass aus den Staffeln Nord, Nordost und Bayern nur zwei Vereine aufsteigen.

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Fritz Keller wird am Freitag im Mittelpunkt des 43. Ordentlichen Bundestages des Deutschen Fußball-Bundes stehen und weitere Entscheidungen wie etwa den DFB-Masterplan 2024 zur Zukunftsstrategie des Amateurfußballs in den Schatten stellen. Der bisherige Präsident des Bundesligisten SC Freiburg soll in Frankfurt/Main unter Tagesordnungspunkt 10 zum neuen DFB-Präsidenten gewählt werden. Unter Tagesordnungspunkt „15.1 Anträge zu den Ordnungen des DFB“ wird die künftige Struktur der viertklassigen Regionalliga und das Aufstiegsprozedere in die 3. Liga in Zement gegossen. Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen dazu:

Warum ist eine Reform nötig? Bis zur Saison 2017/18 stiegen nur drei Vereine aus den fünf Regionalligastaffeln in die 3. Liga auf. Damit war niemand zufrieden. Für die Spielzeiten 18/19 und 19/20 wurde eine Übergangslösung beschlossen, durch die immerhin vier von fünf Meistern aufsteigen. Ab der Spielzeit 2020 muss eine neue Regelung her.

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Worum geht es? In Antrag Nummer 44 geht es um eine Änderung von § 55a und § 55b der DFB-Spielordnung. Demnach sollen die Meister der Regionalligen Südwest und West direkt aufsteigen. Aus den Regionalligen Nord, Nordost und   Bayern gibt es zwei weitere Aufsteiger.

Wie werden die Aufsteiger aus Nord, Nordost und Bayern ermittelt? Laut Antrag stellt eine der drei Ligen einen direkten Aufsteiger. Dieses Recht soll zwischen den Ligen Jahr für Jahr wechseln. Die beiden anderen Meister spielen in Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger aus.

In Bildern: Die Rangliste der Facebook-Fans der Regionalliga-Nordost-Vertreter. Stand: September 2019

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Wie kam es zu dieser Lösung? Sie ist das Ergebnis einer Kommission, die 2017 einberufen wurde und mit Vertretern der 3. Liga sowie den Regionalverbänden besetzt war. Eine Lösung mit fünf Aufsteigern und fünf Absteigern aus der 3. Liga war nicht mehrheitsfähig. Grundlage des Entwurfes ist eine Zweiteilung Deutschlands. West und Südwest bekommen zwei Aufsteiger – und Nord, Nordost und Bayern bekommen zwei Aufsteiger. Eine Auflösung dieser drei Staffeln zugunsten zwei Staffeln war jedoch auch nicht durchsetzbar. Insbesondere der Nordostdeutsche Fußballverband ging auf die Barrikaden – es wäre das Ende der NOFV-Liga gewesen. „Oberste Priorität hat der Bestand der Regionalliga Nordost“, sagte Erwin Bugar 2018 bei der Wahl zum NOFV-Präsidenten. Bugar war am Montag für eine weitere Stellungnahme nicht erreichbar. Da sich Nord, Nordost und Bayern nicht auf zwei Staffeln einigten, müssen sie sich zwei Aufstiegsplätze teilen.

Wird der Antrag durchgewunken? Davon ist auszugehen. Es ist keine andere Beschlussvorlage zur Zukunft der Regionalliga bekannt. Der vorliegende Antrag ist am ehesten mehrheitsfähig, muss allerdings mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit bestätigt werden. Dies ist wahrscheinlich, weil die Verbände im Süden, Südwesten und Westen eine Stimmenmehrheit haben.

Wie positionieren sich die Vereine? Energie Cottbus hat sich mehrfach deutlich für eine Lösung mit fünf Staffeln und fünf Aufsteigern ausgesprochen. Andere Vereine mit Drittliga-Ambitionen dürften dies wegen des direkten Aufstieges ebenfalls favorisieren. Für kleinere Vereine ist die Regionalliga das Nonplusultra. Für sie ist die Hauptsache, dass die NOFV-Liga erhalten bleibt. Richtig glücklich dürfte wohl niemand sein, wenn Meister nicht direkt aufsteigen. Diese Lösung sei keine gute, aber unter allen schlechten die mit Abstand beste, sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch.