25. März 2020 / 13:50 Uhr

Regiser Coach Streitberg: "Nicht müde werden, an die Vernunft der Mitmenschen zu appellieren"

Regiser Coach Streitberg: "Nicht müde werden, an die Vernunft der Mitmenschen zu appellieren"

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Regis Breitingen
Auch die Spieler des SV Regis-Breitingen müssen zur Zeit Zuhause bleiben. © Cordula AnUdo Zagrodnikderson
Anzeige

Durch die Corona-Pandemie bleibt auch Regis-Trainer Sven Streitberg und seiner Mannschaft nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben und Zuhause fit zu halten.

Anzeige
Anzeige

Muldental. Er hat in seiner langen Fußballer-Laufbahn alle denkbaren Höhen und Tiefen erlebt, genau so unvergessliche Erfolge gefeiert wie bittere Niederlagen eingesteckt. Ob früher beim Bornaer SV auf Landes- beziehungsweise Bezirksebene oder seit mittlerweile fast eineinhalb Jahrzehnten beim SV Regis-Breitingen in etwas beschaulicheren Leistungsklassen auf Kreisniveau. Doch mit einer derartigen wie der aktuellen Situation konfrontiert zu werden, hätte Sven Streitberg bis vor kurzem nicht für möglich gehalten.

Das Corona-Virus hat auch ihn und seine Mannschaftskameraden zum vorläufigen Zuschauen verurteilt, zum Innehalten gezwungen und zum Nachdenken gebracht. Nicht nur das runde Leder ruht, der komplette Sport ist zum Stehen gekommen. Wie ein Auto, welchem der Sprit ausgegangen ist. Oder eine Funkuhr, die auf die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit wartet. „Wir können zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts dagegen unternehmen und müssen mit der Situation klar kommen, so gut es irgendwie geht.“

Streitberg: „Bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten"

Der Spielertrainer des SVR - der das Amt erst vor wenigen Wochen wieder einmal übernommen hat - tut sich äußerst schwer damit, einen Blick in die Glaskugel zu werfen. Wann der PKW wieder mit Kraftstoff aufgefüllt oder die eine Stunde während der Zeitverschiebung abgelaufen sein wird, ließe sich noch einigermaßen verlässlich abschätzen. Aber wann das runde Leder wieder rollen kann, können im Moment tatsächlich nur Hellseher voraussagen.

Streitberg gehört definitiv nicht zu dieser Berufsgruppe: „Uns bleibt gar nichts anderes übrig, als abzuwarten. Ich glaube eher weniger daran, dass es bereits im April weiter gehen kann. Das lässt sich auch gar nicht übers Knie brechen.“ Natürlich weiß der Regiser Fußballroutinier ganz genau, dass zunächst erst einmal das gesellschaftliche Leben sein Gleichgewicht zurückerobern muss: „Man darf nicht müde werden, ständig an die Vernunft der Mitmenschen zu appellieren. Damit Ausgangsbeschränkungen nicht noch verschärft werden und die Zahl der Infektionen endlich abnimmt.

Zurückhaltung ausnahmsweise ausdrücklich erwünscht

Ich bekomme bei meinen dienstlichen Kundenkontakten mittlerweile eine gewisse Zurückhaltung deutlich zu spüren. Und eine solche ist in diesem Fall ausnahmsweise ausdrücklich erwünscht. Und selbst befolge ich die Verhaltensregeln der Experten überaus gründlich.“ Darüber hinaus versucht der Fußballcoach Streitberg, den Kontakt zu Verein und Teamkollegen telefonisch oder schriftlich in unterschiedlichster Form aufrecht zu erhalten. Und ist davon überzeugt, dass seine Mitspieler während der Saison-Unterbrechung etwas für ihren Geist und angesichts der auch in der Pleißestadt gesperrten Sportstätten insbesondere etwas für ihren Körper tun: „Jeder sollte schon den Ehrgeiz haben, sich auf individuelle Art und Weise einigermaßen fit zu halten. Es gibt in der Umgebung tolle Laufstrecken, kontrollieren kann ich es freilich nicht.“

Mehr zu Fußball in der Region

Was eine Prognose hinsichtlich des weiteren Verlauf des aktuellen Spieljahres betrifft, ist Sven Streitberg zwischen Stirnrunzeln und einem leichten Schmunzeln förmlich hin und hergerissen: „Ich möchte nicht in der Haut derjenigen stecken, die das zu entscheiden haben. Und wie das dann alles gewertet werden soll, falls die Auszeit zu lange dauert – wirklich ganz schwierig. Allerdings stehen wir in der Tabelle über dem Strich, da könnte ich über einen Abbruch ja nicht einmal böse sein.“

Ein Szenario, welches aus sportlichen Gründen jedoch auch für den Regiser Trainer keineswegs erstrebenswert ist. Zunächst aber gilt es über den fußballerischen Tellerrand zu schauen. Sprich in der näheren Umgebung die nötige Aufmerksamkeit walten zu lassen, damit den eigenen Teil zur Überwindung der Krise beizusteuern und folglich vor allem gesund zu bleiben. Auf ein schnelles Wiedersehen im Dr. Fritz Fröhlich-Stadion.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt