21. Juli 2021 / 14:01 Uhr

Regiser Senioren-Leichtathlet Bernd Krebs: Ein Leben für den Sport

Regiser Senioren-Leichtathlet Bernd Krebs: Ein Leben für den Sport

Udo Zagrodnik
SPORTBUZZER-Nutzer
Bernd Krebs mit einer Auswahl seiner sportlichen Erinnerungen, von Athen über Buffalo. USER-BEITRAG
Bernd Krebs mit einer Auswahl seiner sportlichen Erinnerungen, von Athen über Buffalo. © Udo Zagrodnik
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Bernd Krebs ist auch mit über 80 Jahren noch aktiver Leichtathlet beim SV Regis-Breitingen. Bei den offenen Landesmeisterschaften in Sachsen und Thüringen stand er oft auf dem Treppchen. Ein Traum ging für den gebürtigen Halberstädter in Erfüllung, als es mit der Nationalmannschaft 1994 nach Athen ging.

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Regis-Breitingen. Der gebürtige Halberstädter Bernd Krebs ist Sportler durch und durch. Der 1940 geborene Leichtathlet des SV Regis-Breitingen, einst Berufsschullehrer für Biologie und Sport, blickt auf viele Jahrzehnte an Erinnerungen zurück. Sein Leben wurde über die Dekaden vom Vereinssport geprägt. Immer an seiner Seite: seine Frau Rosemarie.

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In Regis-Breitingen spielte er seit 1962 für die Sektion Handball der damaligen BSG Aktivist. Ab 1970 fungierte er als Trainer der Jugend und Männer. Das war nicht einfach, weil die Pleißestadt damals keine Wettkampfhalle hatte – sondern nur eine Turnhalle. Trotzdem wurde mit vorderen Plätzen in der Bezirksliga Leipzig erfolgreich Handballgeschichte geschrieben. Sein letztes Spiel wurde zum Höhepunkt, in der DHfK-Halle zu Leipzig coachte er die Regiser A-Jugend gegen Israel.

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Eine weitere Liebe entdeckte er im Alter von 46 Jahren: die Leichtathletik. So war er zum Beispiel in Jena Starter im 100-Meter-Lauf bei den DDR-Meisterschaften. Später kam Speerwerfen hinzu (4. Platz in Dresden) und er wurde DDR-Sechster im Sprint. Mit der politischen Wende, dem Mauerfall und der Deutschen Wiedervereinigung veränderte sich vieles. Es kamen außerhalb der nun ehemaligen DDR viele weitere Wettkampforte hinzu, was auch zu einem finanziellen Kraftakt wurde. Zu den Höhepunkten zählten Europa- und Weltmeisterschaften der Senioren. Für Krebs ging ein Traum in Erfüllung, es ging mit der Nationalmannschaft 1994 ins griechische Athen – zum Ursprung von Olympia. Krebs wurde Zehnter im Speerwurf und seine Frau Rosemarie Zehnte im 200-Meter-Lauf. In der Folge ging es über den großen Teich zur WM ins US-amerikanische Buffalo (Speerwurf 12. Platz, Mehrkampf 14.).

Medaillenbilanz kann sich sehen lassen

Mehrfach war er zu den Europameisterschaften in Tata (Ungarn) und zu Wettkämpfen in Österreich und Skandinavien, aber auch im eigenen Lande. Hinzu kamen nun Wettkämpfe in Spezialdisziplinen wie „Shotorama“, „Schokorama“, „Speerorama“ und Keule, deren Deutsche Meisterschaften auch im heimischen Dr.-Fritz-Fröhlich-Stadion ausgetragen wurden.

Seine Medaillenbilanz kann sich sehen lassen. Bei den offenen Landesmeisterschaften in Sachsen und Thüringen (Diskus, Speer, Wurfmehrkampf) waren es im Endergebnis oft erste bis dritte Plätze. Zur gesamten Bilanz gehören rund 30 Goldmedaillen und ebenso viele in Silber und Bronze. Beim Spezialsport stehen viermal WM-Gold, einmal Silber, auf europäischer Ebene je dreimal Gold, Silber und Bronze zu Buche. Hinzu kommen fünf DM-Gold. Trainingsfleiß, Enthusiasmus und Identifikation bildeten hierfür die Grundlage.

Krebs holte in seinem 80. Lebensjahr bei den Winter–Hallenmeisterschaften noch einmal Gold im Diskuswurf, Silber im Speerwurf und Bronze im Kugelstoßen. In seiner Heimatstadt Regis-Breitingen startete er vor kurzem mit Heinz Lehmann bei den Sächsischen Landesmeisterschaften der Senioren. Krebs will der Leichtathletik-Familie und seinem Heimatverein weiter treu bleiben. Da die genannten Spezialdisziplinen aus dem Stand ausgeübt werden, kann er in diesen auch im hohen Alter weiter um Meter und Siege zu kämpfen. Ohne Sport geht es für Bernd Krebs halt einfach nicht.