20. Februar 2020 / 10:58 Uhr

Reibungslose Hinrunde in den nordsächsischen Fußball-Ligen

Reibungslose Hinrunde in den nordsächsischen Fußball-Ligen

Steffen Enigk
Leipziger Volkszeitung
Freundschaftsspiel Concordia Schenkenberg (gelb) gg SV Lindenau 1848 (blau). Ergebnis 3:1 (2:0) im Bild: Tormwart Dirk Forstmeier. Foto: Alexander Bley
Keine Panik: Schenkenberg um Torwart Dirk Forstmeier muss eines von nur zwei Nachholspielen der Nordsachsenliga bestreiten. © Alexander Bley
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Kaum Nachholspiele, viel Disziplin und Fairplay: Der Nordsächsische Fußballverband hat ein positives Winterpausen-Fazit gezogen.

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Nordsachsen. Volkmar Beier hat selten eine so reibungslose Hinrunde in den nordsächsischen Fußball-Ligen erlebt. „Das Wetter war günstig, wir hatten nur wenige Spielabsagen und mussten kaum Partien neu ansetzen“, sagt der Spielausschuss-Vorsitzende sowohl des Sächsischen als auch des Nordsächsischen Fußball-Verbandes, „vor einigen Jahren sah das noch ganz anders aus, da haben uns Frost und Nässe zu einer Flut von Nachholern gezwungen.“

Zur entspannten und überschaubaren Lage habe auch beigetragen, dass Nordsachsenliga und Kreisliga im Unterschied zu anderen Regionen des Freistaats nur 14 Mannschaften umfassen. „Wir sind der kleinste Kreisverband in Sachsen, dadurch ist mehr Luft in den Spielplänen“, erklärt Beier, „außerdem haben viele Vereine unsere Anregung vor Saisonbeginn beherzigt und Spiele in die Gutwetter-Zeit vorgezogen oder freie Pokaltermine genutzt.“ Vorteil für fast alle laut Beier: „Die meisten Vereine hatten Planungssicherheit für die Winterpause, können eine solide Vorbereitung absolvieren, ohne von kurzfristig angesetzten Nachholspielen gestört zu werden.“

Mit Hinrunde zufrieden

In der Nordsachsenliga müssen nur zwei Vereine vor dem Rückrundenstart am 7. März „nachsitzen“ und zum Punktspiel antreten: Der SV Süptitz empfängt am 29. Februar die SG Zschortau. Zum zweiten noch fälligen Nachholer erwartet Blau-Weiß Wermsdorf am 25. März Concordia Schenkenberg.

Auch aus einem anderen Grund ist Volkmar Beier mit der Hinrunde zufrieden. „Es gab keine Spielabbrüche aus disziplinarischen Gründen mit anschließender Sportgerichtsverhandlung“, sagt der 45-Jährige und lobt die Vereine für ihr meist faires und vernünftiges Verhalten. „Wir haben immer dazu appelliert und sind auf fruchtbaren Boden gestoßen, diese Entwicklung stimmt mich optimistisch.“

Beier weist auch auf eine herausragende Aktion im September 2019 hin. Im Flutlichtspiel bei Hartenfels Torgau wies der Mügelner Paul Erdmann den Schiedsrichter auf eine Fehlentscheidung hin, die zur Gelb-Roten Karte gegen seinen Kontrahenten Christian Scaruppe geführt hatte. Der Schiri nahm seine Entscheidung zurück, Scaruppe blieb auf dem Feld. Mügeln-Ablaß verlor, der Fußball gewann – und Erdmann erhielt im Januar den Fairplay-Preis des Sächsischen Verbandes. „Mügeln war damals in Abstiegsgefahr, hat als Letzter beim Ersten gespielt, trotzdem hat Erdmann so reagiert“, betont Beier, „dass die Obstländer wenig später eine Siegesserie gestartet haben, hat ihnen wohl jeder gegönnt.“ Über Auf- und Abstiege wird endgültig erst im Juni entschieden, bis dahin müssen die Vereine ihre Mannschaften für die miteinander verwobenen Spielklassen melden. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die gegenwärtige Lage. In der Landesklasse Nord hat Blau-Weiss Bennewitz sein Team zurückgezogen und steht damit als erster Absteiger fest. Alle Bennewitzer Ergebnisse werden gestrichen und aus der Tabelle herausgerechnet. „Aber dazu brauchen wir als rechtliche Grundlage ein Sportgerichtsurteil, das demnächst fallen wird. Erst dann können wir die neue Tabelle veröffentlichen“, erklärt Beier.

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Aufsteiger und Absteiger

Klar ist aber: Neben Bennewitz gibt es zwei weitere Absteiger. Die nordsächsischen Vertreter Radefelder SV, ESV Delitzsch und FSV Krostitz werden wohl die Klasse halten.

Da der Nordsachsenliga-Meister (momentan führt Hartenfels Torgau das Tableau ungeschlagen an) aufsteigt, würde es nur einen Absteiger aus der Nordsachsenliga geben (Schlusslicht ist momentan Roland Belgern). Das heißt für die Kreisliga: Weil die beiden Erstplatzierten aufsteigen (derzeit wären das FSV Oschatz und ESV Delitzsch II), gibt es auch hier nur einen Absteiger, aktuell wäre das Schenkenberg II.

Aus den beiden Kreisklassen steigen die jeweiligen Meister in die Kreisliga auf – in der Oststaffel führt derzeit Hartenfels Torgau II, in der Weststaffel der SV Jesewitz. Falls die Meister verzichten – und das gilt für alle erwähnten Ligen – sind laut Spielordnung auch die Zweit- oder Drittplatzierten aufstiegsberechtigt. Der Vierte darf nicht mehr nachrücken.

Nordsachsenpokal: Finale unter Flutlicht

Aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Im Nordsachsenpokal ist die Situation dagegen übersichtlich. Das schon zweimal abgesagte Viertelfinale zwischen SV Merkwitz und Hartenfels Torgau wird am 1. März nachgeholt.

Die Halbfinals werden Ostern ausgetragen und am 20. Mai steigt traditionell in Torgau das Finale um 20.45 Uhr unter Flutlicht. „Im Vorjahr hatten wir über 1000 Zuschauer, es war das bestbesuchte Kreispokalendspiel in ganz Sachsen“, sagt Volkmar Beier, „vielleicht können wir das diesmal noch toppen.“ Denn der Saisonhöhepunkt ist 2020 mit einem ganz besonderen Jubiläum verbunden – der Nordsächsische Fußball-Verband feiert sein zehnjähriges Bestehen.