18. Oktober 2020 / 18:21 Uhr

Reichs Tor besiegt Reislingen, Vorsfelde bleibt oben dran

Reichs Tor besiegt Reislingen, Vorsfelde bleibt oben dran

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vorsfelde bejubelt die Führung, hier gratuliert Nico Gerloff Torschütze Canel Topsakal. Der SSV gewann beim SV Reislingen/Neuhaus mit 2:1.
Vorsfelde bejubelt die Führung, hier gratuliert Nico Gerloff Torschütze Canel Topsakal. Der SSV gewann beim SV Reislingen/Neuhaus mit 2:1. © Boris Baschin
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Arbeitssieg im Derby: Der SSV Vorsfelde tat sich beim SV Reislingen/Neuhaus zwar schwer, holte mit einem 2:1 (1:0) aber letztlich trotzdem drei Punkte.

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Dieser Derbysieg war ein hartes Stück Arbeit: Der SV Reislingen/Neuhaus machte es dem SSV Vorsfelde in der Fußball-Landesliga alles andere als leicht, letztlich gewann das Team von Trainer Willi Feer aber mit 2:1 (1:0) – zum ersten Mal überhaupt in Neuhaus.

Das Duell war das dritte Derby auf dem Kunstrasenplatz des SV, seit die Bötzel-Kicker 2018 in die Landesliga aufgestiegen waren – nie zuvor hatte Vorsfelde gewinnen können. Zunächst sah es auch nicht unbedingt danach aus, als wenn sich das ändern würde: Zwar hatte der SSV etwas mehr vom Spiel, die besseren Chancen hatte aber Reislingen. „Machen wir das 1:0, gibt es vielleicht einen ganz anderen Spielverauf“, so SVR-Coach Tahar Gritli.

Landesliga: SV Reislingen/Neuhaus - SSV Vorsfelde.

Landesliga: SV Reislingen/Neuhaus - SSV Vorsfelde. Zur Galerie
Landesliga: SV Reislingen/Neuhaus - SSV Vorsfelde. © Boris Baschin

Stattdessen schlug Vorsfelde kurz vor der Pause zu, Canel Topsakal köpfte eine Ecke des Ex-Reislingers Fabio Cinquino ins Tor – die Führung zur Halbzeit. Danach wollten die Gäste das Gaspedal weiter durchtreten, „ich habe den Jungs gesagt, dass wir eine bessere Körpersprache brauchen, mehr Räume öffnen und besetzen müssen“, so SSV-Trainer Willi Feer.

Keine Minute dauerte es nach dem Wiederanpfiff, bis das nächste Tor fiel – für Reislingen. Nach einem Vorsfelder Abwehr-Fehler fand sich Alieu Nyassi plötzlich ganz allein vorm Tor, versenkte den Ball. In der Folge bewiesen die Gäste aber Moral, schaffte es im Gegensatz zur ersten Hälfte, Kombinationen nach vorn auszuspielen.

Eine solche nutzte Dustin Reich dann, um für die erneute Führung zu sorgen: Cinquino bewies auf der rechten Seite Geduld, passte den genauen Moment ab, um Ronny Sarstedt zu schicken – der Fand Reich im Strafraum, und der Stürmer verwandelte. Dabei sollte es bleiben, obwohl sich Vorsfelde einige weitere Chancen boten.

Während die „Derbysieger, Derbysieger!“-Sprechchöre des SSV über den Platz hallten, war Gritli derweil nicht enttäuscht: „Im Vergleich zur vergangenen Woche haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt.“ Da hatte der SV ein 0:6 beim SSV Kästorf kassiert. Gegen Vorsfelde war Gritli „zufrieden mit unserer Leistung, gerade defensiv. Ich habe den Jungs nach dem Abpfiff gesagt, dass sie nicht die Köpfe hängen lassen müssen.“

Feer war dagegen nicht begeistert vom Auftritt seines Teams. „Das Ergebnis ist okay, mit dem Spiel können wir nicht zufrieden sein. Wir haben nicht an unsere Normalform anknüpfen können, das fing schon bei ungenauen Einwürfen an“, so Feer. „Bei langen Bällen hatten wir eine Streuung von 20 Metern – da bin ich froh, dass wir überhaupt gewonnen haben.“

Keeper Kick freut sich fürs Team

„Es war nicht unser bestes Spiel“ musste auch Vorsfeldes Keeper Justin Kick zugeben. „Wir mussten uns auf den engeren Platz einstellen, da ist Reislingen natürlich etwas eingespielter.“ Allerdings freute den Schlussmann die Moral seines Teams: „Das 1:1 haben wir gut weggesteckt, haben danach nichts mehr zugelassen.“

Nach dem erneuten Führungstreffer seien aber Erinnerungen an das letzte Duell in Neuhaus wachgeworden, als Vorsfelde nach einer 2:1-Führung noch 2:2 gespielt hatte. „Im Tor habe ich ja mehr Zeit, darüber nachzudenken“, so Kick. „Und dann steht es wieder 2:1...“ Dieses Mal ging jedoch alles gut, „ich bin stolz auf die Mannschaft“, freute sich der Keeper, der auch lobende Worte für Reislingens Schlussmann Linus Eichenberg übrig hatte: „Linus hat sensationell gehalten.“

SVR: Eichenberg – Dallali, Menzel, Sinze, Spahn (87. Brechbühler) – Carusone, Lauriola – Millemaci (71. Berisha), Rabsahl, Nyassi (83. Jenkner) – Friedrich.

SSV: J. Kick – Sarstedt, Gerloff, Topsakal, Schmidt – M. Kick – Cinquino, Flaschel (46. Bammel), Ehrhoff (66. Lieto) – Schulze, Reich (84. Broistedt).

Tore: 0:1 (41.) Topsakal, 1:1 (46.) Nyassi, 1:2 (58.) Reich.