30. Juli 2020 / 16:52 Uhr

Reinfeld-Verteidiger Timo Schwartz: Comeback nach 20 Monaten Leidenszeit

Reinfeld-Verteidiger Timo Schwartz: Comeback nach 20 Monaten Leidenszeit

Finn Hofmann
Lübecker Nachrichten
Nach 20 Monaten kehrt Reinfelds Timo Schwartz zurück ins Mannschaftstraining 
Nach 20 Monaten kehrt Reinfelds Timo Schwartz zurück ins Mannschaftstraining  © Foto: Marcus Kaben
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Reinfelds Langzeitverletzter Timo Schwartz ist nach 20 Monaten zurück im Mannschaftstraining. Die Lübecker Nachrichten sprachen mit dem 26-Jährigen über dessen langen Weg zurück und seine ersten Eindrücke.

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November 2018 – der SV Preußen Reinfeld hat den TSV Wankendorf zu Gast, gewinnt nach einem Fünferpack von Torjäger Kristof Rönnau mit 7:0 am heimischen Bischofsteicher Weg. Es sind die vorerst letzten 45 Minuten für Reinfelds Innenverteidiger Timo Schwartz, der zur zweiten Hälfte für Marcel Dankert in die Partie kam. Nach einem Pressschlag mit dem Gegner stand fest: es geht nicht mehr.

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Falschen Ehrgeiz teuer bezahlt

Ein Jahr lang hatte der heute 26-Jährige unter der fortwährenden Einnahme von Schmerzmitteln gespielt, um die Schmerzen im Knie zu unterdrücken. Heute weiß der Groß- und Außenhandelskaufmann: „Das war falscher Ehrgeiz, den ich mit einem hohen Preis bezahlen musste.“ Denn Schwartz litt schon damals unter dem sogenannten Patellaspitzensyndrom. Der eigene Körper stieß die entzündete Patellasehne ab, die folglich nicht mehr heilte. Schwartz war übrigens auch eine der Hauptfiguren in der ARD-Reportage "Pillenkick - Schmerzmittelmissbrauch im Fußball". Hier könnt ihr die ganze Reportage sehen!

Therapie schlug gut an

Vor einem Jahr begab sich Schwartz in Behandlung bei Dr. Bark in Lübeck und unterzog sich einer Eigenblut-Therapie. „Mir wurde Blut aus der Armvene entnommen und in die Entzündung gespritzt. Dadurch ist die Verletzung gut geheilt. Alle vier bis sechs Wochen wird Schwartz noch immer in der Praxis vorstellig, lässt sich updaten, was sein Knie betrifft. Der Arzt gab schließlich sein Okay für die Rückkehr auf den Rasen, den der Defensivmann nun schon seit 20 Monaten nicht mehr unter den Füßen spürte.

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Bisher für den Wiener Zweitligisten Floridsdorf am Ball, jetzt für den VfB Lübeck: Osarenren Okungbowa (M.). Zur Galerie
Bisher für den Wiener Zweitligisten Floridsdorf am Ball, jetzt für den VfB Lübeck: Osarenren Okungbowa (M.). ©

Kontakt nie abgerissen

Während dieser langwierigen Leidenszeit riss der Kontakt zum Team nie ab. „Ich war bei den meisten Heim- und Auswärtsspielen immer dabei, oft auch beim Training. Mindestens einmal die Woche haben wir uns gesehen. Zudem war der Kontakt über diverse private Freundschaften ohnehin immer da.“ Seit mehreren Wochen arbeitet Schwartz zudem einmal pro Woche mit Preußen-Physio Tim Johannsen, um das Knie an die Belastung zu gewöhnen.

Konkurrenzkampf erst ab Januar

Am Donnerstag, den 16. Juli betrat Timo Schwartz erstmals wieder das Grün am Bischofsteicher Weg, um mit der Ligamannschaft des SV Preußen Reinfeld zu trainieren. „Mein Ziel ist es, im Januar bei 100% zu sein“, blickt Schwartz voraus, wohlwissend, dass der SVP auf seiner Position gut aufgestellt ist. „Ich bin grundsätzlich erstmal froh, wieder auf dem Platz zu stehen und mit der Mannschaft trainieren zu können. Mein Knie muss aber mitspielen. Deshalb will ich da jetzt auch noch niemandem Konkurrenz machen. Die Jungs sind charakterlich alle super und sind eingespielt.“

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Mannschaft hungrig, Trainer mit Super-Job

Seine ersten Eindrücke vom Team seien durchweg positiv: „Die Mannschaft ist hungrig und war fleißig während der fußballfreien Zeit. Es ist richtig Feuer drin. Auch das für mich neue Trainerteam macht einen Super-Job und bietet sehr gutes Training.“ Trotz der positiven ersten Saison, die Reinfeld auf Platz neun beendete, warnt Schwartz: „Das zweite Jahr ist immer eine größere Herausforderungen. Die Klasse zu halten hat für uns oberste Priorität“. Erschwerend komme hinzu, dass die südliche Staffel die qualitativ hochwertige sei. „Der Unterschied ist schon ganz krass. In unserer Staffel ist nahezu die erste Tabellenhälfte vertreten.“ Dennoch freue sich der Ex-Strander und Ex-Eutiner auf die vielen packenden Derbys…

Schwartz bringt Trainerteam zum Staunen

Trainer „Kalle“ Lorenz zeigte sich vom Zustand des Rückkehrers erfreut und will den Spieler langsam heranführen: „Natürlich merkt man, dass gewisse Dinge wie Spritzigkeit noch fehlen. Vom Kopf her ist er aber voll da und hat nichts verlernt. Wir im Trainerteam waren wirklich sehr, sehr positiv überrascht über seinen Zustand. Jedes Training, das er schmerzfrei absolvieren kann, bringt ihn jetzt nach vorn. Wir werden ihn vernünftig an die Belastung heranführen.“