05. März 2021 / 18:26 Uhr

Reinfelds Keeper Jonas Marschner im SHFV-Podcast: Ausreise von Mallorca fast gescheitert!

Reinfelds Keeper Jonas Marschner im SHFV-Podcast: Ausreise von Mallorca fast gescheitert!

Lisa Wittmaier
Lübecker Nachrichten
Jonas Marschner will sich in der Hamburger Oberliga etablieren und kann sich zuküftig auch vorstellen in der Regionalliga zu spielen.
Jonas Marschner will sich in der Hamburger Oberliga etablieren und kann sich zuküftig auch vorstellen in der Regionalliga zu spielen. © Agentur 54°
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Im Tormöwen-Podcast des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes stand der Torwart Rede und Antwort. Im Gespräch mit Moderator Finn-Ole Martins sprach er unter anderem über seinen Wechsel, die Buzzerboys und seine Vergesslichkeit.

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Im kommenden Sommer wechselt Jonas Marschner vom Oberligisten Preußen Reinfeld nach Hamburg zu HSV Barmbek-Uhlenhorst (wir berichten). Dass ihm dieser Wechsel nicht leicht gefallen ist, bestätigte der 22-Jährige auch im Tormöwen-Podcast vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband und auch bei den Preußen selbst hat seine Entscheidung Wellen geschlagen. Der Oberligist verliert ein großes Talent und muss sich eine neue Nummer Eins suchen. "Das war bisher wohl die schwerste Entscheidung in meinem Leben und ich habe lange hin und her überlegt. Aber nach dem Entschluss ist mir ein richtiger Stein vom Herzen gefallen," berichtet Marschner, der seit August 2020 in Hamburg wohnt und arbeitet und zukünftig in fünf Minuten beim Training ist.

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Das familäre Umfeld und seine Freunde wird er besonders vermissen. "In Reinfeld hat es sehr gut gepasst und es sind viele Freundschaften in dieser Zeit entstanden. Einfach überragend. Zudem habe ich Reinfeld viel zu verdanken," sagt der gelernte Zollbeamte. Damit meint er unter anderem das ihm geschenkte Vertrauen nach seinem Wechsel vom SV Eichede zu den Preußen. Marschner konnte während seiner Ausbildung in Rostock nur 1-2 Mal in der Woche trainieren und erhielt trotzdem die Chance zu spielen. "Reinfeld hat mir in der Situation 120% Vertrauen geschenkt. Ich habe in der Woche auch Hansa Rostock mittrainiert, um mich fit zu halten," erzählt er.

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Seit er vier ist spielt der jüngere Bruder von Yannik Marschner (SV Eichede II) Fussball, wenn auch nicht ganz freiwillig. "Mein Bruder hat jemanden zum Spielen, insbesondere für das Tor gebraucht. Da musste ich herhalten und habe öfters, vielleicht auch ein, zwei Mal zu viel den Ball an den Kopf bekommen. Das hat schon einen Schaden bei mir hinterlassen," scherzt der Torwart. Einige Jahre kickte Marschner sowohl als Torhüter, als auch auf dem Feld im Angriff, bis sich herauskristalisierte, dass er zwischen den Pfosten mehr Talent hat und den Fokus darauf legte.

Nach dem Confima-Cup 2017, bei dem er für unsere Buzzerboys im Tor glänzte, klopfte gar der VfB Lübeck beim Toptalent an. Marschner entschied sich jedoch gegen den Wechsel und setzte den Schwerpunkt weiter auf seine Ausbildung zum Zollbeamten. Profisportler zu werden kam für ihn so oder so nicht in Frage. "Ich wollte eigentlich gerne zur Polizei. Aufgrund meiner Diabetes war dies nicht möglich, aber als Zollbeamter hatte ich Chancen, die ich schließlich auch nutzte," erzählt er von seiner Berufswahl, die er bis heute nicht bereut.

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Auch die Gäste aus Flensburg konnten auf zahlreiche Unterstützung aus der Heimat zählen. Zur Galerie
Auch die Gäste aus Flensburg konnten auf zahlreiche Unterstützung aus der Heimat zählen. ©

Neben dem Platz neigt Marschner gerne dazu Dinge zu verlegen und wird damit oft von seinen Freunden und Teamkollegen aufgezogen. "Auf Mallorca habe ich meinen Personalausweis verlegt und musste einen halben Tag bei der spanischen Polizei versuchen doch eine Ausreisegenehmigung zu erhalten. Kurz vor Abflug habe ich den Ausweis in einer Socke wieder gefunden," erzählt der Keeper, der mit der Aktion die Lacher auf seiner Seite hatte. Ebenso verlor er seinen Schlüssel beim Intervalllauf im Wald und stellte bei der Suche eine neue persönliche Bestzeit auf.

Wenn er sich einen Stürmertypen wünschen dürfte, würde die Wahl von Marschner immer auf kleine, technisch starke Spieler fallen, mit denen er sich im Eins-gegen-Eins messen kann. "Das gehört sicher zu meinen Stärken und macht mir viel Spaß," sagt der Keeper, der früher in Bayern München Bettwäsche geschlafen hat und Oliver Kahn als Vorbild hatte. Heute überzeugt ihn Manuel Neuer besonders, genauso wie der Wahlhamburger den St. Pauli dem Hamburger SV vorzieht.