26. Juli 2020 / 10:11 Uhr

Ex-DFB-Präsident Grindel: Deutscher Fußball sollte Abschaffung der 50+1-Regel diskutieren

Ex-DFB-Präsident Grindel: Deutscher Fußball sollte Abschaffung der 50+1-Regel diskutieren

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Reinhard Grindel trat im April 2019 als DFB-Präsident zurück.
Reinhard Grindel trat im April 2019 als DFB-Präsident zurück. © imago images / Sven Simon
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Der ehemalige DFB-Präsident Reinhard Grindel regt eine erneute Debatte über die Abschaffung der 50+1-Regel im deutschen Fußball an. Er plädiert dafür, einem etwaigen Beschluss der EU-Kommission zuvorzukommen.

Der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel hat empfohlen, über die Abschaffung der 50+1-Regel nachzudenken. "Der deutsche Fußball sollte zumindest diskutieren, Bedingungen und klare Regeln für Investoren festzulegen, bevor die EU-Kommission vollendete Tatsachen schafft", sagte Grindel der Bild am Sonntag. Er betonte: "Für die Vereine, die am ehesten Bayern und Dortmund gefährlich werden können, wirken die 50+1-Regeln ohnehin nicht: siehe Leipzig oder Leverkusen. Insofern kommt man um die Debatte nicht herum, ob es nicht geboten ist, Vereinen, die in diese Phalanx einbrechen wollen, die Einbeziehung von Investoren zu erleichtern."

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Er habe aber Zweifel, ob es in der Deutschen Fußball Liga die Bereitschaft gebe, Mehrheitsbeteiligungen zuzulassen, die in der Bundesliga durch die 50+1-Regel untersagt sind. "Es bleibt ein juristisches Risiko, in einem europäischen Binnenmarkt Investitionszäune um den Wirtschaftsstandort Bundesliga zu ziehen", sagte Grindel. Der ehemalige DFB-Chef sieht die Gefahr, dass "die Versuche, für mehr Wettbewerbsbalance in der Bundesliga zu sorgen, am Ende nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Top-Klubs auf europäischer Ebene schwächen, aber nicht zu mehr Spannung in der Meisterschaft führen". Selbst eine Gleichverteilung der TV-Gelder werde keinen entscheidenden Effekt erzielen.

Reinhard Grindel: Seine Zeit als DFB-Präsident in Bildern

Am 15. April 2016 wurde Reinhard Grindel auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag als neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes vorgestellt. Grindel folgte auf den am 9. November 2015 zurückgetretenen Wolfgang Niersbach. Das Motto des 41. DFB-Bundestages lautete damals Fußball ist Zukunft. Zur Galerie
Am 15. April 2016 wurde Reinhard Grindel auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag als neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes vorgestellt. Grindel folgte auf den am 9. November 2015 zurückgetretenen Wolfgang Niersbach. Das Motto des 41. DFB-Bundestages lautete damals "Fußball ist Zukunft." ©

"Der FC Bayern macht einen Umsatz von 750 Millionen Euro, Borussia Dortmund von 500 Millionen und RB Leipzig von 300 Millionen. Die Unterschiede sind also allein unter den ersten drei Vereinen schon immens. Die anderen 15 Vereine haben einen durchschnittlichen Haushalt von 130 Millionen", erklärte der 58-Jährige.