10. April 2019 / 18:13 Uhr

Reinhard Grindel: Ex-DFB-Präsident tritt auch von internationalen Ämtern zurück

Reinhard Grindel: Ex-DFB-Präsident tritt auch von internationalen Ämtern zurück

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Reinhard Grindel tritt auch von seinen Ämtern bei der UEFA und der FIFA zurück.
Reinhard Grindel tritt auch von seinen Ämtern bei der UEFA und der FIFA zurück. © dpa
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Nach seinem Rückzug als Präsident des DFB hat Reinhard Grindel weitere Konsequenzen gezogen. Von seinen internationalen Jobs bei der FIFA und UEFA zieht der 57-Jährige sich mit sofortiger Wirkung zurück.

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Das Uhren-Geschenk aus der Ukraine hat den ehemaligen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel auch noch seine letzten Spitzenämter im Fußball gekostet. Acht Tage nach dem Rückzug vom nationalen Spitzenposten ist er auch von seinen internationalen Positionen bei den Verbänden UEFA und FIFA zurückgetreten.  „Die öffentliche Berichterstattung hat jedes Maß verloren“, begründete der 57-jährige gebürtige Hamburger in einer persönlichen Erklärung am Mittwoch diesen Schritt. „Ich habe in einem Brief an UEFA-Präsident Aleksander Čeferin meinen Rücktritt als UEFA-Vizepräsident und als Mitglied des FIFA-Rats erklärt.“

Grindel übernehme „die Verantwortung auf nationaler und internationaler Ebene“, erklärte er nun. „Es geht mir vor allem darum, den guten Ruf der UEFA zu schützen. Außerdem möchte ich den Weg der FIFA zu mehr Transparenz und Good Governance nicht belasten.“ Damit sind die internationalen Ämter, die der 57-Jährige im Auftrag des DFB bekleidete, vorerst vakant. Bei der UEFA lief sein Mandat noch bis 2021, bei der FIFA noch zwei Jahre länger. Nur der UEFA-Kongress aller Mitglieder des Kontinentalverbands kann über eine Neubesetzung beider Posten entscheiden.

Pressestimmen zum DFB-Rücktritt von Reinhard Grindel

So kommentiert die internationale Presse den Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel. Zur Galerie
So kommentiert die internationale Presse den Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel. ©
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LESENSWERT

Ex-FIFA-Ethikchef: Grindel-Rücktritt "Frage der Moral und Ethik"

Der ehemalige Chefethiker der FIFA, Hans-Joachim Eckert, hatte einen möglichen Verbleib Grindels bei FIFA und UEFA zuletzt als "Frage der Moral" bezeichnet. „Wenn Herr Grindel aus den Führungsgremien der beiden Institutionen zurücktreten würde, wäre Deutschland dort nicht vertreten und es würde eine Vakanz geben, die nicht positiv für den DFB wäre“, sagte Eckert der dpa. „Auf der anderen Seite ist es aber auch eine Frage der Moral und Ethik, ob man bei derartigen Verfehlungen weiterhin in den Führungspositionen bleibt.“

Mehr zum Grindel-Rücktritt

Der DFB hatte nach dem Grindel-Rückzug mitgeteilt, dass er seine internationalen Ämter bei der UEFA (bis 2021) und bei der FIFA (bis 2023) trotz des moralischen Fehlers behalten solle. Der 57-Jährige hatte seinen Rücktritt mit dem umstrittenen Uhr-Geschenk des ukrainischen Oligarchen Grigori Surkis begründet.

Ämter bei FIFA und UEFA brachten Grindel 500 000 Euro jährlich ein

Kritisiert wurde Grindel zuvor schon wegen eines Zusatzeinkommens von über 78 000 Euro für den Aufsichtsratsposten bei einer DFB-Tochtergesellschaft. Die beiden Ämter bei FIFA und UEFA brachten ihm Einnahmen von rund 500 000 Euro jährlich ein.

Der Ethikrat der FIFA werde laut Eckert zunächst abwarten, wie die Ethikkommission des DFB die Causa Grindel bewertet und welche Konsequenzen daraus gezogen werden. „Erst nach einer Karenzzeit von drei Monaten könnte der Ethikrat tätig werden“, erklärte Eckert, der einen klaren Standpunkt zum Grindel-Rücktritt hat: „Es wäre unvertretbar gewesen, wenn er weiterhin Präsident des DFB geblieben wäre. Der Schritt ist richtig und konsequent.“

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