20. Dezember 2018 / 10:15 Uhr

DFB-Boss Reinhard Grindel über Joachim Löw: „Es gab nie einen Plan B – Jogi kann das!“

DFB-Boss Reinhard Grindel über Joachim Löw: „Es gab nie einen Plan B – Jogi kann das!“

Sebastian Harfst und Heiko Ostendorp
DFB-Präsident Reinhard Grindel bekennt sich klar zu Bundestrainer Joachim Löw.
DFB-Präsident Reinhard Grindel bekennt sich klar zu Bundestrainer Joachim Löw. © Getty
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DFB-Präsident Reinhard Grindel spricht im SPORTBUZZER-Interview über das Vertrauen zu Bundestrainer Joachim Löw, die Rolle von Philipp Lahm bei der Heim-EM 2024 und etwaige Champions-League-Spiele an Wochenenden.

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DFB-Präsident Reinhard Grindel hat erstmals erklärt, dass das Festhalten des Verbandes an Bundestrainer Joachim Löw trotz des desaströsen Abschneidens bei der Weltmeisterschaft in Russland alternativlos war. „Es gab nie einen Plan B. Wir haben vor und nach der WM im gesamten Präsidium gesagt, dass niemand so geeignet ist, einen Umbruch zu gestalten wie Jogi Löw“, sagte der 57-Jährige dem SPORTBUZZER (hier geht es zum kompletten Interview). „Beim Confed Cup 2017 haben wir erlebt, dass er auf eine sehr effektive und von hoher sozialer Kompetenz geprägte Art und Weise in kürzester Zeit ein Team aus jüngeren Spielern geformt hat, das ein überzeugendes Turnier gespielt hat. Diese Erfahrung war für uns die Grundlage zu sagen: Jogi kann das!“

Mehr zum Interview mit Reinhard Grindel

Diesen Nachweis muss der Bundestrainer nun erbringen – allerdings erlitt Löw in der neu eingeführten Nations League zuletzt den nächsten Rückschlag. Als Gruppenletzter hinter den Niederlanden und Weltmeister Frankreich stieg die DFB-Elf in die Zweitklassigkeit des Wettbewerbs ab. Grindel will dies jedoch nicht überbewerten, angesprochen auf etwaige Titelchancen bei der EM 2020 sagte er: „Das wird nicht nur von uns, sondern auch von der Entwicklung der anderen Nationen wie England, Frankreich, Holland, Spanien oder Portugal abhängig sein. Wenn ein deutsches Team zu einem Turnier fährt, muss es immer der Anspruch sein, auch gewinnen zu wollen.“

Grindel zur Heim-EM 2024: „Wollen 2006 nicht kopieren“

Beim Verband liegt ein fast noch größeres Augenmerk allerdings auf der Europameisterschaft vier Jahre später im eigenen Land. Grindel hat für die Veranstaltung bereits einen klaren Plan vor Augen. Den Versuch, die Begeisterung während der WM 2006 einfach auf das nächste Heimturnier zu übertragen, hält er für untauglich. „Wir wollen 2006 nicht kopieren, sondern eine neue Geschichte schreiben. Wir wollen mit einem Fußballfest für die europäischen Werte werben, die auch die Werte des Fußballs sind. Insofern kann der Fußball für das Zusammengehörigkeitsgefühl in Europa gerade in Zeiten wie wir sie jetzt erleben ein gesellschaftlicher Kitt sein.“

23 für die EM 2024: Sieht so das deutsche Aufgebot für die Heim-EM aus?

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Ein paar Jahre sind es noch bis zur EM 2024 in Deutschland. Wer könnte beim "Sommermärchen 2.0" im Aufgebot des DFB stehen? Der SPORTBUZZER stellt den (möglichen) Kader vor! ©
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Grindel über Lahm und EM 2024: „Kopf und Inhalt passen sehr gut zusammen“

Eine tragende Rolle nimmt mit Blick auf 2024 DFB-Ehrenspielführer Philipp Lahm ein, der dem Organisationskomitee vorsteht. Grindel sieht in dem ehemaligen Bayern-Profi eine wichtige Säule des Projekts. „Ich glaube, dass er für die Werte steht, die unseren Anspruch an das Turnier ausmachen. Eine besondere Art der sozialen Verantwortung, Fair Play, die Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit – seine Mutter ist ja bis heute ehrenamtlich in seinem Heimatverein FT Gern tätig“, erklärte der Verbandschef. „Vieles, für das er als Person steht, entspricht genau den Konzepten, die wir mit der EM 2024 verwirklichen wollen. Der Kopf und der Inhalt passen sehr gut zusammen. Deshalb spielt Philipp Lahm eine ganz wichtige Rolle.“

Die große Karriere des Philipp Lahm in Bildern

Wir blicken in einer Bildergalerie auf die Meilensteine der Karriere von Philipp Lahm, der seine Karriere im Sommer 2017 beendete. Was sein Ex-Trainer Pep Guardiola über ihn sagte, gleicht einer Liebeserklärung: Er ist eine absolute Legende und der intelligenteste Spieler, den ich je in meiner Karriere erlebt habe. Zur Galerie
Wir blicken in einer Bildergalerie auf die Meilensteine der Karriere von Philipp Lahm, der seine Karriere im Sommer 2017 beendete. Was sein Ex-Trainer Pep Guardiola über ihn sagte, gleicht einer Liebeserklärung: "Er ist eine absolute Legende und der intelligenteste Spieler, den ich je in meiner Karriere erlebt habe." ©

Grindel stellt klar: Keine Champions League am Wochenende

Grindel hat jedoch auch die Entwicklung der europäischen Klubwettbewerbe im Blick. Nachdem es zuletzt Berichte gegeben hatte, dass die Uefa über eine Verlegung der Königsklassen-Partien auf das Wochenende nachdenke, bezieht der DFB-Boss nun klar Stellung: „Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat mir gegenüber klar betont, dass er keine Absicht hat, eine solche Idee zu verfolgen. Es wäre eine zu große Schwächung der nationalen Ligen. Und deswegen gehört zu einem fairen Miteinander im Wettbewerb, dass die Champions League unter der Woche und die nationalen Ligen am Wochenende spielen.“

Warum Grindel den FIFA-Boss Gianni Infantino kritisch sieht, weshalb er den DFB für eSports öffnen will und wie er die Entwicklungen in der Fanszene beurteilt, lest ihr im kompletten Interview mit dem DFB-Präsidenten – hier!

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