28. Dezember 2020 / 13:31 Uhr

"Zunehmende Entfremdung": BVB-Präsident Reinhard Rauball sorgt sich um den Fußball

"Zunehmende Entfremdung": BVB-Präsident Reinhard Rauball sorgt sich um den Fußball

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Präsident Reinhard Rauball sorgt sich um die Bindung zwischen dem Fußball und seinen Fans. 
BVB-Präsident Reinhard Rauball sorgt sich um die Bindung zwischen dem Fußball und seinen Fans.  © imago images/Eibner
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Reinhard Rauball sorgt sich um den Fußball und die Bindung zu den Fans. Laut des BVB-Präsidenten spiele in diesem Prozess allerdings nicht nur die Corona-Pandemie eine entscheidende Rolle. Der Fußball müsse wieder "in die Mitte der Gesellschaft" gerückt werden. 

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BVB-Präsident Reinhard Rauball verspürt eine wachsende Entfremdung der Fans vom Fußball. "Ermüdungserscheinungen waren zuvor schon spürbar. Jetzt durch Corona haben sie sich noch einmal verstärkt", sagte der Präsident von Borussia Dortmund den Ruhr Nachrichten. Nach Einschätzung des ehemaligen Ligapräsidenten nimmt dieser Trend jedoch nicht allein durch die Pandemie zu: "Wir müssen selbstkritisch genug sein, dass die zunehmende Entfremdung nicht ausschließlich coronabedingt ist, sondern dass einige Entwicklungen - auch durch Diskussionen wie die um die Verteilung der TV-Erträge - Spuren hinterlassen haben."

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Der 74 Jahre alte Jurist regte aufgrund der Sorge an, den Fußball "wieder in die Mitte der Gesellschaft" zu rücken. "Fairness, Miteinander, Respekt, Gleichheit von Geschlecht, Hautfarbe und Religion - solche Werte hat der Fußball sehr lange und sehr gut in die Gesellschaft transportiert. Diese Dinge müssen wieder stärker erkennbar werden."

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Auf die Frage, wie Corona den Fußball verändern werde, antwortete Rauball: "Mir würde es Stand jetzt schon reichen, wenn der Fußball wieder so wird, wie er einmal war. Aber wir können und dürfen uns vor Herausforderungen darüber hinaus eben nicht verschließen." Auch Karl-Heinz Rummenigge hatte sich zuletzt zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Fußball geäußert. Neben den finanziellen Folgen hob auch der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern gesellschaftliche Effekte hervor.

"Der wirtschaftliche Schaden ist enorm, aber noch schwerer trifft unsere Branche, dass unsere Fans wegen dieses Virus nicht in die Stadien dürfen. Denn letztlich geht es darum, die Menschen zu begeistern. Ich hoffe sehr, dass 2021 bald Lösungen mit sich bringt; für den Fußball, aber vor allem für die gesamte Gesellschaft" sagte er dem Vereinsmagazin 51: "Vorhersagen sind schwer. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir im Laufe des Jahres wieder Zuschauer in der Allianz Arena haben werden."