27. September 2022 / 11:59 Uhr

Reinier-Abrechnung nach Abschied von Borussia Dortmund: "Ich wollte nur noch weg"

Reinier-Abrechnung nach Abschied von Borussia Dortmund: "Ich wollte nur noch weg"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Reinier spielte von 2020 bis 2022 für Borussia Dortmund. 
Reinier spielte von 2020 bis 2022 für Borussia Dortmund.  © IMAGO/RHR-Foto
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Zwei Jahre war Reinier von Real Madrid an den BVB ausgeliehen. Der Durchbruch gelang dem hoch gehandelten Talent aus Brasilien allerdings nicht. Nach seinem Abschied im Sommer stimmt der Angreifer nun sehr kritische Töne über seine Zeit in Dortmund an. 

Als hoffnungsvolles Talent war Reinier im Sommer 2020 als 18-Jähriger zum BVB gekommen. Der Plan: Nach seinem 30 Millionen Euro teuren Wechsel von Flamengo zu Real Madrid ein halbes Jahr zuvor, sollte der Angreifer bei der Talentschmiede in Dortmund den Durchbruch auf europäischem Spitzenniveau schaffen - wie viele andere junge Spieler vor ihm. Doch der Plan ging nicht auf und Reinier verließ Dortmund zwei Jahre später, ohne großen Eindruck hinterlassen zu haben.

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An ihm lag es aus seiner Sicht eher weniger: "Ich habe meine Pflichten erledigt. Ich habe trainiert, bin nach Hause gefahren und war am nächsten Tag wieder da – immer pünktlich. Ich habe alles getan, was ich konnte und sollte", berichtete der heute 20-Jährige in einem Podcast der brasilianischen Zeitung Globo Esporte und ließ Vorwürfe anklingen, keine faire Chance bekommen zu haben: "Ich habe gut trainiert. Leute, deren Namen ich nicht nennen möchte, sagten zu mir: 'Du trainierst wirklich super, Glückwunsch dazu, mach so weiter!' Doch ich habe nicht gespielt, was ich nicht verstehen konnte."

Sowohl unter Lucien Favre sowie auch bei Edin Terzic und Marco Rose war der Olympiasieger bei Borussia Dortmund nicht erste Wahl. Zwar kam er während seiner zwei Jahre auf insgesamt 39 Pflichtspieleinsätze, in der Startelf stand er jedoch so gut wie nie. Für schlechte Stimmung habe er trotz seiner Enttäuschung allerdings nie gesorgt: "Ich habe ein reines Gewissen. Es war ihre Entscheidung. Ich habe alle respektiert – den Klub selbst wie auch die Spieler, die spielen durften. Es ist einfach schade." Am Ende war der Drang nach Veränderung groß: "Ich wollte nur noch weg."

Die Rolle des Reservisten sei für ihn ungewohnt gewesen und daher zunehmend belastend: "Ich habe bei Flamengo immer gespielt. Und dann plötzlich nicht mehr zu spielen, obwohl man das Gefühl hat, seinem Team helfen zu wollen, fühlt sich nicht gut an." Auch die mediale Resonanz auf seine enttäuschende Leihe habe ihm zugesetzt: "Es war einfach ein Massaker, ich wurde verprügelt. Es war eine sehr schwierige Phase für mich."

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Bei Real Madrid steht er nach wie vor unter Vertrag. Bis 2026 hatte er bei seinem Wechsel unterschrieben. Auf seine Chance im Star-Ensemble der Königlichen muss er jedoch weiter warten. Real verlieh ihn nach seiner Rückkehr aus der Bundesliga erneut. Bis Jahrsende kickt Reinier für den FC Girona. Beim spanischen Erstliga-Aufsteiger kam der Brasilianer seit seinem Wechsel in jedem der fünf möglichen Spiele zum Einsatz, dreimal stand er in der Startelf, einmal war er als Torschütze erfolgreich. "Das Leben hier ist sehr ruhig. Ich gewinne wieder Selbstvertrauen und trainiere gut. Ich bin mit diesem Start sehr zufrieden", so der Ex-Dortmunder.

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