29. Juli 2020 / 08:55 Uhr

Reiserekord: Dynamo Dresden schrubbt 17.214 Auswärts-Kilometer

Reiserekord: Dynamo Dresden schrubbt 17.214 Auswärts-Kilometer

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo Dresden startet mit einem Heimspiel.
Die Fans von Dynamo Dresden müssten, wenn Zuschauer in den Stadien wieder erlaubt sein sollten, 17.214 Kilometer zurücklegen, um ihre Mannschaft auswärts zu unterstützen. © PIXATHLON/SID
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Meppen, Uerdingen, Saarbrücken, viermal München: So weit wie nächste Saison mussten die Dresdner zuletzt 1994/95 zu den Punktspielen fahren.

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Dresden. Die Anhängerschaft von Dynamo Dresden gilt als besonders reiselustig. Es ist schon eine Seltenheit, wenn mal weniger als 1000 schwarz-gelbe Fans ihre Mannschaft zu Auswärtsspielen begleiten – und da ist egal, ob zum Sachsenderby oder einmal quer durch die Republik. Ob und wieviele Zuschauer in der nächsten Saison zugelassen sind, ist jedoch noch unklar.

Das Drittliga-Team und seine Betreuer müssen dagegen in jedem Fall reisen. Und da steht für die SGD in der Spielzeit 2020/21 ein Marathon an. Der Mannschaftsbus muss selbst auf dem kürzesten Weg hin und zurück 17.214 Auswärts-Kilometer schrubben. Das ist, seit Dynamo nicht mehr erstklassig ist, ein neuer Rekordwert für die Dresdner.

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Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2020/21 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2020/21 stehen bereits fest. ©

Durchschnittsentfernung: 453 Kilometer

Zuletzt noch weiter mussten sie 1994/95 reisen, in der Abstiegssaison aus der Bundesliga. Damals waren es 18.258 Kilometer, der bislang zweithöchste Wert. Sie verteilten sich auf 17 Auswärtsfahrten, das macht 1074 Kilometer pro Reise, ein bislang unübertroffener Rekord. Die absolut weiteste Gesamtstrecke – 19.530 Kilometer – datiert von 1991/92, als es im deutschen Fußball-Oberhaus nach der Qualifikation der beiden Ex-DDR-Oberligisten aus Dresden und Rostock einmalig für jedes Team 19 Auswärtsfahrten gab. Allein neun davon führten Dynamo ins weit entfernte Nordrhein-Westfalen.

Auch in der 3. Liga duellieren sich 20 Mannschaften, 19-mal geht es folglich für jede auf Auswärtsreise zu Punktspielen. Die nominell weiteste Destination in der anstehenden Saison wäre Völklingen, wo Aufsteiger 1. FC Saarbrücken wegen Verzögerungen beim Umbau seines Ludwigsparkstadions Heimspiele austragen will. Einmal Saarland und zurück bedeute für Dynamo allein 1296 Kilometer. Bis auf Weiteres aber muss das Bundesliga-Gründungsmitglied in die drittligatauglichere PSD-Bank-Arena von Südwest-Regionalligist FSV Frankfurt ausweichen. Bis in die Mainmetropole sind es von Sachsens Landeshauptstadt aus „nur“ 460 Kilometer und damit fast genau der Saisondurchschnitt von 453 Kilometer.

60 Kilometer gespart

In diesem Falle ist also die früher als Emslandstadion bekannte Hänsch-Arena des SV Meppen das entfernteste Reiseziel. Dort gastierte Dynamo bislang nur im DFB-Pokal – 1994 setzten sich Hans-Uwe Pilz, Stanislaw Tschertschessow und Co. beim damaligen Zweitligisten in der Auftaktrunde mit 1:0 durch. Absolutes Neuland sind dagegen die anstehenden Pflichtspiele gegen Viktoria Köln, Waldhof Mannheim und den Aufsteiger Türkgücü München.

Punktspiele gegen den SC Verl, einen weiteren Aufsteiger, hat es schon gegeben. Zuletzt duellierten sich beide Teams im Februar 2008 in der Regionalliga Nord im Stadion an der Poststraße zu Verl, einer Stadt nahe Bielefeld. Weil die Mini-Arena den Anforderungen der 3. Liga nicht gerecht wird, trägt Verl seine Spiele im Stadion des SC Paderborn aus – das liegt immerhin 30 Kilometer näher an Dresden.

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Freundschaftsduell in Zwickau

Diesmal sind nur vier Clubs aus Nordrhein-Westfalen vertreten. Die meisten Drittliga-Vereine, nämlich fünf, kommen nächste Spielzeit aus Bayern – mit den FC-Bayern-Bubis, 1860, Unterhaching und Türkgücü allein vier aus München. Letzterer Club hat als Ausweichstadion auch die Arena der Würzburger Kickers angegeben, da er weder im Olympiastadion, noch im Stadion Grünwalder Straße eine uneingeschränkte Verfügbarkeit garantieren kann. Im Falle Würzburgs hielte sich die Ersparnis von Dresden aus in Grenzen: Es liegt 90 Kilometer näher.

Zweimal reisen die Schwarz-Gelben an die Küste: erstmals seit 2008 zum VfB Lübeck sowie erstmals seit 2016 zu Hansa Rostock. Vergleichsweise Katzensprünge sind die anderen Ostduelle in Magdeburg, Halle sowie in Zwickau, dem mit 116 Kilometern nächstgelegenen Stadion. Bei diesem Sachsenderby, das es zuletzt 2002 in der NOFV-Oberliga Süd gab, dürfte es wegen der Fanfreundschaft beider Lager auf den Rängen problemlos zugehen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Dresdner Fans auch in den Genuss dieser besonders kurzen Auswärtsfahrt kommen dürfen.