24. Januar 2020 / 16:55 Uhr

Reißleine am Montag: Rot-Weiß Erfurt vor dem Aus

Reißleine am Montag: Rot-Weiß Erfurt vor dem Aus

Thomas Bachmann, dpa
Leipziger Volkszeitung
Rot-Weiß Erfurt.
Rot-Weiß Erfurt.
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Die Suche nach einem Investor ist bislang erfolglos. Findet sich in den kommenden kein Geldgeber mehr, meldet Erfurt seine Regionalliga-Mannschaft ab. Es geht um Stunden, die Hoffnungen liegen im Promillebereich.

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Erfurt. Das Aus hatte sich lange angekündigt, am Montag wird es traurige Gewissheit: Der insolvente Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Erfurt steht endgültig vor dem Aus. Insolvenzverwalter Volker Reinhardt informierte darüber am Freitag Mannschaft und Trainer, klammerte sich aber noch an einen letzten Strohhalm. "Wenn sich bis einschließlich Sonntag keine Lösung abzeichnet, muss ich die Reißleine ziehen", sagte Reinhardt: "Wir wollen den Spielern unbedingt die Möglichkeit erhalten, zu einem anderen Verein zu wechseln."

Heißt konkret: RWE meldet seine Mannschaft vom Spielbetrieb ab, steht als erster Absteiger der Regionalliga Nordost fest. Alle Spiele des früheren Zweitligisten werden annulliert. Im Halbfinale des Thüringer Landespokals wird Erfurt auch nicht mehr antreten.

In der kommenden Saison soll es einen Neustart in der Oberliga geben. "Hierfür gibt es bereits Interessenten. Wir sind im Gespräch", sagte Reinhardt. Dem Anwalt war es nicht gelungen, einen neuen Investor zu finden, nachdem der bisherige Hauptinvestor seine Zahlungen eingestellt hatte.

Club liegt völlig am Boden

Am vergangenen Donnerstag hatte Reinhardt darüber informiert, dass der Club die Spielergehälter vom Dezember nicht mehr zahlen konnte, weil der Hauptinvestor Zahlungen blockiere. Zudem meldete der Insolvenzverwalter Masseunzulänglichkeit an, da aktuell auflaufende Rechnungen nicht beglichen werden konnten. Zuletzt hatte Reinhardt mit interessierten Investoren aus der Schweiz verhandelt.

Noch am Freitag hatte Reinhardt einen juristischen Erfolg verbuchen können. Das Amtsgericht Erfurt verweigerte die vom Hauptinvestor geforderte Absetzung des Insolvenzverwalters.

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Dennoch liegt der Club nun völlig am Boden. Einst rühmte man sich, Gründungsmitglied der 3. Liga zu sein. Doch mit riskanten wirtschaftlichen Manövern, um die Rückkehr in die 2. Bundesliga zu schaffen, begann der Abstieg. Am 14. März 2018 wurde der Insolvenzantrag eingereicht, wenige Wochen später stand der Abstieg in die Regionalliga fest. Zwei Jahre später geht es nun noch eine Liga tiefer.