19. April 2021 / 10:08 Uhr

Reitturnier in Gadow nur Schmalversion für Profis

Reitturnier in Gadow nur Schmalversion für Profis

Dirk Becker
Märkische Allgemeine Zeitung
Auf der Reitanlage der Jumping Arena in Gadow ist ein großes Turnier Anfang Juni 2021 geplant.
Auf der Reitanlage der Jumping Arena in Gadow ist ein großes Turnier Anfang Juni 2021 geplant. © Dirk Becker
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Anfang Juni sollen dann die Amateure beim Reitverein Jumping Arena eine große Bühne bekommen.

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Sechs Prüfungen standen auf dem Programm des Late Entry-Springturniers des Reitvereins Jumping Arena Gadow. Vereinschef Robert Bruhns und seine Crew eröffneten damit am 17. April die Grüne Saison in der Prignitz. Allerdings war dieses Eintagesturnier lediglich den Berufsreitern vorbehalten und Amateure nicht zugelassen. Corona lässt grüßen, Amateursport darf nicht sein. Robert Bruhns eröffnete das Turnier auch gleich mit einem Sieg in der Springpferdeprüfung der Klasse A* für vierjährige Pferde auf seinem Pferd Calina, mit dem er später in der A*-Prüfung noch auf Rang sechs einritt.

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Auf Rang zwei in der A-Prüfung kam Anna Katharina Hübner vom RFV Lübtheen Garlitz ein. Die 37-Jährige ist dort bei Hamburg Ausbilderin junger Pferde und war dem Ruf ins Nachbarland gefolgt, wie auch die Drittplatzierte, Bereiterin Nicole Boller vom Landgestüt Redefin, ebenfalls Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt hatten sich 65 Starter mit ihren Pferden in die Listen eingetragen, die aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern angereist waren. Aus dem Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin ging Steffen Krehl aus Lentzke bei Fehrbellin an den Start und stellte seine Pferde vor. Und das auch recht erfolgreich.

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Hygienekonzept voll umgesetzt

„Die Berufsreiter nutzen so ein Turnier natürlich gerne“, so Robert Bruhns, „um ihre Pferde weiter zu entwickeln.“ Aber auch um es als Vermarktungsplattform zu nutzen. Bei schönstem Reitwetter ließen sich tolle Videos für den Verkauf drehen. Zufriedenheit herrschte bei allen Teilnehmern und beim Veranstalter.Die Zufriedenheit bei Robert Bruhns resultierte nicht nur aus der Tatsache, dass er eine Prüfung gewinnen und auch sonst mit zahlreichen Platzierungen abschließen konnte, obwohl der Vereinschef von seinen Pferden „nicht die erste Garde an den Start gebracht“ habe. Alle Teilnehmer und Anhang haben sich am Samstag stark an das Hygienekonzept gehalten, das der RV Jumping Arena im Vorfeld bei den zuständigen Behörden einreichen musste.

„Alle hatten ihre Masken auf“, sagt Bruhns, „das konnte man auch schon gut bei Social Media sehen, wenn da Fotos gepostet wurden.“ Größere Ansammlungen von Menschen seien auch vermieden worden. Robert Bruhns hatte erwartet, dass die Behörden alles kontrollieren würden, aber „es kam keiner vorbei“. Bei einem Turnier in Redefin einige Wochen zuvor sei die Polizei vor Ort gewesen und habe sich alles angeschaut.

Atmosphäre in Gadow ohne Zuschauer gleich Null

Zufriedenheit herrschte über weite Strecken auch bei den Teilnehmern, trotz Bedingungen, die ohne Zuschauer zwar nicht gespenstisch gewesen seien – dafür war ja ein bisschen Anhang dabei, der Stimmung machte – aber doch so ganz anders als gewohnt. „Atmosphäre kam nicht auf. Wir durften keine Siegerehrung machen, das war Teil des Hygienekonzepts“, erklärt Bruhns. „Wir haben gute Stimmen von den Teilnehmern bekommen, so wie ,Das kannst du alle zwei Wochen so machen’.“

Das ist natürlich für den kleinen Verein nicht stemmbar, das machte Bruhns am Ende des Tages auch deutlich. „Wir haben ein kleines Team, das schon für dieses, sagen wir mal Trainingsturnier, alles mit großer Leidenschaft vorbereitet hat. Das kann man nicht allzu oft stemmen, dann ist das Leidenschaftsbudget schnell ausgereizt.“ Wenn schon die Behörden kein Einsehen haben, Pferdesport für Amateure zuzulassen, so war zumindest der Wettergott wohlwollend und bescherte den Reitern und Pferden bestes Turnierwetter, was sicherlich zur guten Stimmung trotz Coronakrise beigetragen hat.

Großprojekt beim Reitverein Jumping Arena Anfang Juni

Mit viel Leidenschaft wird auch das nächste Turnier, das Großprojekt des Vereins, vorbereitet werden. Wobei ein drohender, kompletter Lockdown seine Schatten auf das für den 3. bis 6. Juni geplante Event wirft. „Ich hoffe, das findet statt“, so Bruhns zum Turnier, das für die normalen Amateure gedacht ist, möglichst mit einem Teil Zuschauer. Die Mannschaft um Robert Bruhns hat jetzt am Wochenende, an dem eigentlich schon das Amateurturnier stattfinden sollte, einiges an Erfahrung hinsichtlich der Umsetzung von Hygienemaßnahmen dafür mitgenommen.

„Am liebsten würden wir aber in die Normalität gehen.“ Das Late Entry-Turnier endete am Samstag mit einer Springprüfung der Klasse M*, bei der noch einmal 60 Pferde an den Start gingen. Hier gewann Steffen Krehl vor Mara Marilene Spengler vom RFV Ausleben (Sachsen-Anhalt) und Saskia Ohrmund von der Jumping Arena. Robert Bruhns kam auf dem 10. Platz durchs Ziel.