12. Oktober 2019 / 12:38 Uhr

Kommentar zum Rekord-Marathon von Eliud Kipchoge: Eine Topleistung mit Beigeschmack

Kommentar zum Rekord-Marathon von Eliud Kipchoge: Eine Topleistung mit Beigeschmack

Jan Jüttner
Der Kenianer Eliud Kipchoge hat einen zweifelhaften Rekord aufgestellt, meint <b>SPORT</b>BUZZER-Redakteur Jan Jüttner.
Der Kenianer Eliud Kipchoge hat einen zweifelhaften Rekord aufgestellt, meint SPORTBUZZER-Redakteur Jan Jüttner. © AP/Montage
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Eliud Kipchoge hat als erster Mensch einen Marathon in unter zwei Stunden gemeistert. Doch die sportliche Leistung des Kenianers hat aufgrund der „Laborbedingungen“ in Wien einen Beigeschmack, meint SPORTBUZZER-Redakteur Jan Jüttner.

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Die Leistung des Kenianers Eliud Kipchoge geht in die Geschichte ein. Er benötigte für 41,125 Kilometer lediglich eine Zeit von 1:59,40 Stunde und lief die Marathon-Distanz in Wien als erster Mensch der Geschichte in weniger als zwei Stunden. Diese unglaubliche Vorstellung verdient Respekt. Dennoch sollte man die Umstände des Rennens bei aller Begeisterung nicht außer Acht lassen.

Lauf unter „Laborbedingungen“: Tempomacher, Steilkurven und Laser

Denn der Marathon fand nicht unter herkömmlichen Bedingungen statt. 41 Tempomacher der Extraklasse, die sich auf der ganzen Strecke abwechselten, zogen Kipchoge zu Top-Geschwindigkeiten und gaben ihm permanent Windschatten. Der Rundkurs in Wien wurde vorher neu asphaltiert, bei den Wendepunkten zudem Steilkurven eingebaut, um den Zeitverlust zu minimieren. Außerdem fuhr ein Auto vor Kipchoge, um per Laser eine Orientierungshilfe für die Richtgeschwindigkeit zu geben.

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An dem 9,6 Kilometer langen Rundkurs beklatschten Tausende Zuschauer Kipchoge und seine Begleiter. Für diese perfekte Inszenierung und die perfekten Voraussetzungen sorgte der Veranstalter und Sponsor Ineos. Nur unter diesen Laborbedinungen war die Fabel-Zeit überhaupt möglich geworden – und genau deswegen erkennt der Leichtathletik-Verband IAAF diese auch nicht als Weltrekord an.

Unglaubliche Geschwindigkeits-Rekorde im Sport


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Kipchoge und Ineos sind am Ende die Sieger

Kipchoge glich in dem Versuch, das Allerletzte aus sich herauszuholen, phasenweise eher einer Maschine als einem Menschen. Das Bestreben, immer wieder Rekorde zu brechen, stellt den ursprünglichen Gedanken des Sports in den Hintergrund. Trotzdem gibt es am Ende auch Sieger: Der Kenianer hat neben dem offiziellen Weltrekord von 2:01:39 Stunden eine weitere beeindruckende Bestmarke aufgestellt. Und: Sein Sponsor landete einen echten PR-Coup.

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