07. Januar 2022 / 14:30 Uhr

"Relativ einfach, aber extrem effektiv": RB Leipzigs Tedesco lobt Gegner Mainz

"Relativ einfach, aber extrem effektiv": RB Leipzigs Tedesco lobt Gegner Mainz

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco erkennt die gute Leistung der Mainzer lobend an.
RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco erkennt die gute Leistung der Mainzer lobend an. © Getty Images
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Dass Trainer den kommenden Gegner loben, gehört zum Fußball-Tagesgeschäft. Einen Kontrahenten öffentlich zu unterschätzen wäre aus vielerlei Gründen töricht. Domenico Tedescos Worte Richtung Mainz vor dem Gastspiel des 1. FSV am Samstag bei RB Leipzig sind allerdings mehr als Lippenbekenntnisse. 

Leipzig. Dass das Duell zwischen RB Leipzig und dem 1. FSV Mainz 05 zum Rückrundenauftakt eines zweier Tabellennachbarn sein würde, hätten vor Saisonbeginn wohl nicht so viele Fußballfans erwartet. Das liegt zum Einen an der überraschenden Schwäche der Gastgeber. Zum Anderen am starken Auftreten des Teams von Bo Svensson, das mit dem 1:0-Erfolg gegen RB am ersten Bundesliga-Spieltag seinen Anfang nahm.

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Dieses Auftreten wiederum verwundert Einen so gar nicht: Leipzigs Coach Domenico Tedesco. Vorm Aufeinandertreffen in der Red Bull Arena am Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr, Sky), hat der 36-Jährige nur lobende Worte für den Kontrahenten übrig. "Ich habe die Endphase der vergangenen Saison verfolgt. Seit Christian Heidel zurück ist, hat Mainz an Stabilität gewonnen", schickte er anerkennende Worte in Richtung seines ehemaligen Chefs. Heidel war Sportvorstand beim FC Schalke 04, holte in dieser Funktion 2017 Tedesco vom FC Erzgebirge Aue nach Gelsenkirchen. "Sie haben sehr clevere Transfers getätigt, auch schon in der Winterpause der vergangenen Saison, um den Turnaround hinzukriegen. Sie machen viele Sachen gut, ansonsten hätten sie nicht die Anzahl an Punkten, die sie jetzt haben." Konkrekt sind es 24 Zähler, die der FSV bisher sammelte.

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Prunkstück des Mainzer Spiels ist bis dato. 17 Gegentore ließen die Verteidiger zu. Nur Bayern München und der SC Freiburg kassierten noch weniger. "Sie sind in erster Linie sehr robust, haben ein gutes Vorwärtsverteidigen in allen Phasen - nicht nur wenn sie pressen, sondern auch wenn sie tief stehen. Das ist keine Passivität", so Tedesco, der weiß: Seine Jungs werden vor allem Handlungsschnelligkeit brauchen, wenn sie am Samstag überzeugen und Zählbares holen wollen. "Mainz spielt sehr vertikal. Sie haben ein gutes Spiel auf den zweiten Ball, ein gutes Nachrückverfahren. Wenn sie tief spielen, sind sie sofort am Nachrücken. Du hast also wenig Zeit, wenn du den Ball gewinnst, weil sie sofort gegenpressen, eine gute Struktur haben." Ein Selbstläufer wird die Begegnung zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte mithin so gar nicht, im Gegenteil. "Es ist sehr unangenehm gegen Mainz. Sie spielen einen relativ einfachen Fußball, aber extrem effektiv."


Inwieweit es RB da entgegenkommt, dass Mainz wegen eines positiven Corona-Befunds auf seinen Kapitän Moussa Niakhaté verzichten muss, bleibt abzuwarten. Der französische Abwehrspieler befindet sich seit Dienstag in häuslicher Isolation. „Er ist ein wichtiger Spieler, aber wir müssen das kompensieren“, so Svensson am Freitag. Nach wie vor fehlen bei Mainz außerdem die Langzeitverletzten Jeremiah St. Juste und Dominik Kohr. Mit Ádám Szalai nach seiner Kopfoperation und Marcus Ingvartsen wegen Adduktorenproblemen fallen daneben zwei von vier gelernten Stürmern aus. „Wir haben Alternativen für die Offensive“, betonte der Coach und verwies auf Paul Nebel oder die in der Regel als Achter eingesetzten Jae-sung Lee und Kevin Stöger. „Aber das sind andere Spielertypen, keine Neuner. Da müssen wir bei unseren Einwechslungen etwas kreativer sein.“