17. Mai 2020 / 16:34 Uhr

Relegation gegen Wolfsburg II? Lübeck sagt: "No" und erklärt sich als Aufsteiger

Relegation gegen Wolfsburg II? Lübeck sagt: "No" und erklärt sich als Aufsteiger

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Thiams Idee: Eine Aufstiegsrelegation des VfL II gegen Lübeck.
Geduld gefragt: Pablo Thiam und der VfL Wolfsburg II hoffen auf eine Relegation in der Regionalliga. Die Mehrzahl der Klubs ist dafür, Spitzenreiter Lübeck dagegen und erklärt sich quasi schon zum Aufsteiger.
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In der Tabelle Zweiter, dennoch durfte sich der VfL Wolfsburg II Hoffnung auf den Drittliga-Aufstieg machen. Die Mehrzahl der Regionalliga-Nord-Klubs votiert für eine Aufstiegs-Relegation der beiden Top-Teams. Doch dabei will Spitzenreiter Lübeck nicht mitmachen, erklärte sich am Freitag quasi schon zum Aufsteiger.

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In der Tabelle Zweiter, dennoch durfte sich der VfL Wolfsburg II Hoffnung auf den Drittliga-Aufstieg machen. Mit 8:6 Stimmen bei vier Enthaltungen hatten die Vereinsvertreter am Donnerstag für eine Relegation der beiden Leader der Liga votiert. Lübeck und Wolfsburg II sind zugleich die einzigen Klubs aus der Regionalliga Nord, die sich für die 3. Liga beworben haben. Am Freitag bestätigte der Norddeutsche Fußball-Verband die Inhalte der Konferenz, über die der SPORTBUZZER berichtete hatte, ohne allerdings das genaue Abstimmungsergebnis zu nennen. Die Relegations-Idee hatten übrigens die Wolfsburger vor einigen Wochen aufgebracht.

Regionalliga: VfL Wolfsburg II - VfB Lübeck

Regionalliga: VfL Wolfsburg II - VfB Lübeck Zur Galerie
Regionalliga: VfL Wolfsburg II - VfB Lübeck © Roland Hermstein

Ob das Ergebnis umgesetzt wird, war offen. In der Pressemitteilung des Norddeutschen Fußballverbandes hieß es: "Das abgegebene Meinungsbild der Vereine fließt nun mit in die Entscheidung des NFV-Präsidiums ein. Diese wird bei einem außerordentlichen NFV-Verbandstag (Termin voraussichtlich Ende Juni) zur Abstimmung gestellt." Denn einiges ist offen: Die Relegation etwa würde sich, wenn sie denn gespielt werden soll, auf den Juli verschieben, normalerweise gelten dann die Spielerverträge nicht mehr, viele Akteure, sowohl von Lübeck als auch vom VfL II (etwa Anton Stach) haben schon bei anderen Klubs unterschrieben.

Inzwischen hat Lübeck dazwischengegrätscht. Der SPORTBUZZER berichtete: Nach intensiver rechtlicher Beratung stellte Vorstandssprecher Thomas Schikorra, selbst Rechtsanwalt, fest: "Das Ding ist absolut wasserdicht, es wird keine Relegation mit Wolfsburg geben. Der NFV wird einen Saisonabbruch beschließen, wir werden aufsteigen." Demnach soll das VfB-Team schon in den Urlaub geschickt werden.

Pablo Thiam, Sportlicher Leiter des VfL-Nachwuchses, hatte vor Lübecks neuerlichem Vorstoß gesagt: "Wir hoffen, dass das Abstimmungsergebnis Beachtung findet." Er fand: "Die Runde war sehr gut, jeder hatte die Möglichkeit, seine Gedanken und Standpunkte vorzutragen. Alle waren sich einig, dass es so gut wie nur irgendmöglich über den Weg der sportlichen Fairness" gehen solle, dass man möglichst viel sportlich löse. Der VfB hatte vor der Sitzung der Klubs die Relegationsidee schon als "Relegationsunsinn" bezeichnet.

Thiam hatte bereits nach der öffentlichen Stellungnahme bezügliche der Relegations-Abstimmung des Norddeutschen Fußball-Verbandes gesagt: "Es ist eine schwierige Entscheidung für den Verband." Dass jeder Klub, je nachdem wo er in der Tabelle stehe, eine unterschiedliche Meinung haben könne, "jeder eine Vereinsbrille auf hat", sei klar. Und er ahnt: "Klagen kann es hinterher immer geben, egal, welche Entscheidung getroffen wird."

Spitzenreiter Lübeck ging nach der Verbandsstellungnahme sofort in die Offensive. Vorstandssprecher Thomas Schikorra gegenüber dem SPORTBUZZER: „Jeder hat das Recht auf seinen Standpunkt, das Ganze war nur ein Meinungsbild. Ein Relegationsspiel wird es mit uns nicht geben, das ist rechtlich ausgeschlossen. Und eine Entscheidung wird ja auch erst später getroffen.“ Wie die auszufallen haben, erläuterte er dann auch bald darauf: keine Relegation, Lübeck Meister, Planungen für die 3. Liga starten.

Thiam sagte auf SPORTBUZZER-Nachfrage: "Es ist das gute Recht des VfB, seinen Standpunkt zu haben. Wir haben gesagt, dass der Verband eine Entscheidung treffen wird, und ich glaube, dass sich die Vereine dieser Entscheidung dann nicht entziehen können."

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Relegationsspiele müssten wohl ohne Zuschauer ausgetragen werden, denn sowohl in Niedersachsen als auch in Schleswig-Holstein sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern bis Ende August verboten. Die Relegationsspiele würden diese Grenze locker sprengen.