30. August 2021 / 13:32 Uhr

Remis gegen Zorbau: FC Grimma verliert die Nerven und zwei Punkte

Remis gegen Zorbau: FC Grimma verliert die Nerven und zwei Punkte

Tom Rietzschel / lvz
Leipziger Volkszeitung
FC Grimma
Den Doppelpack von Moritz Griesbach (l.) konnten die Grimmaer nicht zum zweiten Saisonsieg verwerten. © Karsten Hannover
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Der FC Grimma kassierte in der 95. Minute den Ausgleich und gab den sicher geglaubten Sieg aus der Hand. Zuvor hatte die Mannschaft sogar noch die Möglichkeit, per indirekten Freistoß den Deckel draufzumachen. Doch am Ende trennte sich die Kunert-Truppe mit 2:2 von Blau-Weiß Zorbau.

Grimma. „Entweder die Mannschaft hört im Vorfeld nicht zu, oder es ist einfach eine gewisse Qualitätsfrage.“ Grimmas Trainer Alexander Kunert fand nach der Partie gegen den SV Blau-Weiß Zorbau sehr deutliche Worte. Diese waren mit Sicherheit auch angebracht. Bis in die vierte Minute der Nachspielzeit hinein führten die in Überzahl agierenden Muldestädter knapp mit 2:1, als ein indirekter Freistoß zehn Meter vor dem Gäste-Tor die endgültige Entscheidung hätte bringen können.

"Fühlt sich wie Niederlage an"

Doch es kam anders. Der Freistoß blieb in der Zorbauer Abwehrmauer auf der Torlinie hängen, so dass den Gästen im Anschluss doch noch ein Angriff blieb. Zorbau brachte den Ball hoch in den Grimmaer Strafraum, Torjäger Ricky Bornschein erfasste die Situation als erster und brachte unmittelbar vor dem Schlusspfiff das Streitobjekt zum 2:2-Ausgleich per Flachschuss im FC-Gehäuse unter (90.+5).

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Der FC Grimma trennt sich mit 2:2 von Zorbau und verschenkt kurz vor Schluss den Sieg. Zur Galerie
Der FC Grimma trennt sich mit 2:2 von Zorbau und verschenkt kurz vor Schluss den Sieg. ©

Ausgerechnet Bornschein, auf dessen Gefährlichkeit der Grimmaer Coach in der Vorbereitung mehrfach explizit hingewiesen hatte. „Wir hatten den Gegner natürlich analysiert“, rang Kunert auch eine Stunde nach dem Abpfiff immer noch merklich um Fassung. „Doch irgendwann müssen diese Dinge auch mal greifen. Das hat einfach mit einer gewissen Konzentration bis zum Schluss zu tun. In der Endkonsequenz fühlt sich dieses Unentschieden ohne Frage für uns wie eine Niederlage an.“

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Dagegen feierte Zorbau den Last-Second-Ausgleich wie einen Sieg. „Wir sind mit dem Punkt sehr zufrieden“, gab der Sportliche Leiter Axel Naumann in der anschließenden Pressekonferenz zu Protokoll. „Auch wenn es für Grimma natürlich bitter ist,den Ausgleichstreffer so kurz vor Schluss zu kassieren, denke ich, dass das Ergebnis letztlich in Ordnung geht.“

Schwere Konzentrationsmängel

Auf schwer bespielbarem Boden entwickelte sich frühzeitig eine sehr kampfbetonte Oberliga-Partie. Die Kunert-Schützlinge hatten mehr Ballbesitz, auch wenn sich die großen Tormöglichkeiten erst einmal nicht ergeben sollten. Dies änderte sich dann allerdings in der 23. Spielminute. Nach einer flachen Hübner-Eingabe auf den kurzen Pfosten scheiterte Maximilian Sommer zunächst am gut reagierenden Gäste-Keeper Dominic-René Heine, doch Moritz Griesbach stand goldrichtig und wuchtete den Nachschuss zum 1:0 in die Maschen. „Anfangs sah das schon sehr vielversprechend aus“, urteilte FC-Trainer Kunert im Nachgang.

Auch in den zweiten 45 Minuten blieb die Partie bei strömenden Regen extrem kampfbetont, beide Teams wichen keinen Zentimeter zurück. Doch so sehr Alexander Kunert seine Mannschaft in der Kabine noch einmal auf elementare Dinge hinwies, wenige Minuten nach Wiederanpfiff war alles hinfällig. Bornschein nahm im Grimmaer Strafraum eine ungeschickte Attacke von Tim Mattheus dankbar an, Schiedsrichter Leroy Schott hatte keine andere Wahl, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Kapitän Fabian Schößler übernahm die Verantwortung und drosch die Kugel zum 1:1 unter die Latte (52.).


Grimma legte fortan eine Kohle drauf und erlangte wieder sichtbar mehr Spielkontrolle. Nach einer weitgezogenen Flanke von Jan Hübner brachte Kevin Wiegner die Kugel per Kopf zurück in die Gefahrenzone, wo Moritz Griesbach gedankenschnell reagierte und zum 2:1 einschoss (69.). Die Muldestädter hatten aufgrund der sich nun bietenden Räume durchaus die Möglichkeit, eine Vorentscheidung zu erzwingen. Doch wie bereits gegen Bautzen und Sandersdorf kosteten schwere Konzentrationsmängel in der Endphase dem Team wichtige Zähler. „Wir bekommen in der Oberliga nichts geschenkt, das haben wir nun bereits mehrfach zu spüren bekommen“, sagt Trainer Kunert. „Wieder einmal haben wir uns für unseren Aufwand nicht belohnt. Wir müssen diese Fehler ganz schnell abstellen, denn solche Konzentrationsmängel haben uns bisher schon den einen oder anderen Zähler gekostet.“