31. Januar 2020 / 18:51 Uhr

René Schilling aus Ludwigsfelde ist ein Schwergewicht für den Schachsport

René Schilling aus Ludwigsfelde ist ein Schwergewicht für den Schachsport

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Setzt beim Schach lieber auf Angriff: René Schilling vom Ludwigsfelder Schachclub.
Setzt beim Schach lieber auf Angriff: René Schilling vom Ludwigsfelder Schachclub. © Frank Neßler
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Schach: Der Ludwigsfelder René Schilling engagiert sich seit Langem für das Strategiespiel in der Region zwischen Teltow und Fläming.

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Die Duelle haben nichts von ihrer Faszination verloren, das Schachspiel, dieser jahrtausende alte Mix aus Strategie, Angriff und Verteidigung begeistert René Schilling immer noch. „Jedes Spiel ist einzigartig, es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, auch das macht für mich den Reiz aus“, sagt der Ludwigsfelder. Es gibt zahllose Varianten auf dem schwarz-weißen Spielfeld, von der italienischen bis zur spanischen Eröffnung – aber eine Konstante am Rande des Brettes: Seit vielen Jahren engagiert sich René Schilling für den Schachsport, der 51-Jährige zeichnet inzwischen für unzählige Turniere in der Region mitverantwortlich.

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René Schilling hatte den klassischen Weg an das Brett gefunden. Mit zwölf Jahren tritt er einer Schul-Arbeitsgemeinschaft in der Autobauerstadt bei, zwei Jahre später folgt die Mitgliedschaft im Verein. Seitdem haben ihn Clubleben und Strategiespiel nicht wieder losgelassen („Verein ist nicht nur, dass wir am Brett sitzen und grübeln“).

Auf der Verantwortungsleiter kletterte der Kommunikations-Elektroniker Stufe für Stufe nach oben. 1987 gehört er erstmals zum Vorstand der Ludwigsfelder Schachfraktion. „In den ersten Jahren bin ich so mitgelaufen mit den erfahrenen Mitstreitern“, berichtet René Schilling, „Mitte der neunziger Jahre habe ich dann begonnen, selber Turniere vom Nachwuchsbereich bis zu den Senioren im Verein und im Kreis Teltow-Fläming zu leiten, zu schiedsen und zu organisieren“.

Inzwischen ist der Spieler des Ludwigsfelder Schach-Clubs selber ein Routinier, auch das überregional bekannte, einmal im Jahr stattfindende Lasker-Turnier in Thyrow und die Kreismannschaftsmeisterschaft prägt er maßgeblich mit.

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Die Motivation? „Das sind ganz tolle Momente, wenn man das Jahr für Jahr erlebt und wir solche Gemeinschaftswerke geschaffen haben. In Ludwigsfelde freut mich beispielsweise, dass wir zehn bis zwölf Nachwuchsspieler haben. Das macht unheimlich Spaß“, sagt er. Oder anders formuliert: Dass der Schachsport zwischen Ludwigsfelde und Jüterbog eine solide Basis hat und die Randsportart dank des Nachwuchses auf einem zukunftsfähigen Fundament steht, ist René Schilling und seinen ehrenamtlichen Mitstreitern zu verdanken.

Welche strategische Basisvariante wählt er lieber? Angriff oder Verteidigung? „Natürlich Angriff“, sagt er und schmunzelt, „jeder greift doch lieber an, es ist außerdem leichter, anzugreifen, die Aufgabe des Verteidigers ist in aller Regel deutlich schwerer“. Dieses Motto könnte auch für die Arbeit als Ehrenamtler gelten: Schilling gestaltet lieber mit und packt an. Sportlich ist er auch wegen des Engagements für die Allgemeinheit im globalen Maßstab betrachtet („im Einzel bin ich nie groß in Erscheinung getreten“) eher im Hintergrund geblieben, weit entfernt von eigenen Großmeisterehren, für den Sport selber sind Leute wie René Schilling dann auch eher Schwergewichte.

Was wünscht er sich für die Zukunft? „Das wir als Verein mal wieder zwei Achtermannschaften stellen könnten und dass wir das Vereinssterben aufhalten können, dass wir unseren Nachwuchs in etwa behalten können, wie wir ihn jetzt haben. Und: Dass mehr Mitstreiter gefunden werden, die den Schachsport verbreiten und organisieren.“ So wie René Schilling.