05. August 2020 / 13:12 Uhr

Rettung nun möglich: Chemnitzer FC übertrifft Marke von 450.000 Euro

Rettung nun möglich: Chemnitzer FC übertrifft Marke von 450.000 Euro

Frank Kastner
Leipziger Volkszeitung
Auch die Geschäftsräume des CFC wurden vom Landeskriminalamt unter die Lupe genommen.
Dank der tollen Unterstützung durch die Fans ist die Rettung des Traditionsclubs nah. © dpa
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Die Zielsumme, um die Gläubiger zu befrieden, ist erreicht. Nun kann der Chemnitzer FC einen Plan zur Beendigung des Insolvenzverfahrens aufstellen.

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Chemnitz. Die Rettung des Drittliga-Absteigers Chemnitzer FC ist greifbar. Wie der Verein am Mittwoch mitteilte, ist die Marke von 450.000 Euro auf dem eingerichteten Treuhandkonto zur Beendigung des Insolvenzverfahrens erreicht worden. "Damit kann der vom Insolvenzverwalter Klaus Siemon aufgerufene Betrag rechtzeitig nachgewiesen werden", hieß es in einer Mitteilung.

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Der Insolvenzverwalter hatte der CFC-Vereinsführung Anfang Juli vorgeschlagen, bis Mitte August zusätzliche 450.000 Euro nachweisen zu müssen, um die Aufstellung eines Insolvenzplanes zu ermöglichen. Diese Summe werde benötigt, um die Gläubiger zu befriedigen sowie die Masseverbindlichkeiten und die Verfahrenskosten zu decken. Stand Mittwochmittag gingen 451.810,52 Euro ein. Die Online-Versteigerung von insgesamt 40 handsignierten Original-Trikots aus der aktiven Zeit von Michael Ballack brachten knapp 40 000 Euro. Das höchste Gebot bei der um 15.00 Uhr beendeten Auktion wurde dabei für das Nationalmannschafts-Trikot der Weltmeisterschaft 2006 abgegeben. Das Trikot mit der Nummer 13 ergatterte ein Käufer am Ende für 5161,11 Euro.

Siemon will keinen neuen Plan einreichen

"Es werden also deutlich mehr Gelder auf dem Treuhandkonto eingehen! Es zeigt, wie sehr die Menschen mit dem Verein verbunden sind. Diese überragende Tat, die nicht mehr in Worte der Wertschätzung zu fassen ist, zeigt mehr denn je, welchen Stellenwert der CFC in der Stadt hat! Und am deutlichsten ist die Botschaft, es gibt den Zusammenhalt", sagte die CFC-Vorstandsvorsitzende Romy Polster.

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Nun kann ein Insolvenzplan aufgestellt werden, um die Insolvenz zu beenden. Sollte der Insolvenzverwalter keinen neuen Plan aufstellen, wird die Vereinsführung einen eigenen Plan zur Beendigung des Insolvenzverfahrens einreichen, teilte der Club mit. Nach Informationen von Tag24 will Siemon keinen neuen Plan einreichen. Stattdessen kündigte er an, in den kommenden Tagen einen Schlussbericht ans Amtsgericht zu schicken. In diesem werde er das Ende der Insolvenz beantragen.


Vorsorglich hat der Verein diese Möglichkeit in Erwägung gezogen und mit dem Insolvenzanwalt Matthias Lechleitner entsprechende Vorgespräche geführt. Nur Geduld ist jetzt gefordert: in den nächsten vier bis sechs Wochen soll der Insolvenzplan bei Gericht eingereicht werden. Dann wird die Prüfung circa drei Monate in Anspruch nehmen. Im Anschluss daran findet dann eine finale Gläubigerversammlung statt, bei der das Insolvenzverfahren des Chemnitzer FC beendet werden könnte.