16. Oktober 2020 / 06:30 Uhr

RFC-Zugang Marcis Erglis ist stolz auf seine Erstliga-Einsätze in Lettland

RFC-Zugang Marcis Erglis ist stolz auf seine Erstliga-Einsätze in Lettland

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Lasse Krastel (r.) kann nicht mehr eingreifen, aber Groß Stietens Tom Kleinfeld (l.) pariert den Schuss von Marcis Erglis.
Marcis Erglis (2.v.r.), hier im Pokalspiel gegen Groß Stieten, trägt die Nummer 4 beim RFC. © Johannes Weber
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Der Lette wird morgen sein Oberliga-Debüt für den Rostocker FC gegen den Greifswalder FC geben. Erglis erzählt über seine Beweggründe für seinen Wechsel zum RFC.

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Rostock. Eines seiner größten Ziele hat Marcis Erglis schon erreicht. Mit dem Fußball-Verein aus seiner Geburtsstadt Valmiera wollte er einmal in der ersten Liga seiner Heimat auflaufen. Genau genommen, sind daraus 54 Spiele in der Virsliga – dem Fußball-Oberhaus Lettlands – geworden. „Das macht mich sehr stolz. In Valmiera bin ich geboren, aufgewachsen und als Fußballer groß geworden“, erzählt der Neuzugang des Rostocker FC.

Erglis wird morgen (Anstoß: 14 Uhr) sein Oberliga-Debüt für den Aufsteiger im Heimspiel gegen den Aufstiegsaspiranten Greifswalder FC (2. Platz/17 Punkte) geben. Am vergangenen Sonntag feierte der 28-Jährige schon seinen Pflichtspiel-Einstand im Landespokal gegen die SG Groß Stieten (9:0). Der Lette zeigte in der Partie, dass er seine Stärken vor allem im zentralen Mittelfeld hat.

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Die Rostocker sind froh, dass Erglis nach Verzögerungen nun für sie auflaufen kann. Aufgrund fehlender Dokumente dauerte es, bis er die Spielberechtigung erhielt. Nach eigenen Angaben ist der Linksfuß bereits seit einem Monat in Rostock. „Der erste Kontakt zum Verein entstand im Juli“, schildert Erglis, der mit anderen RFC-Zugängen, die nicht aus der Region kommen, in der Nähe der Sportanlage am Damerower Weg untergebracht ist. Der erfahrene Kicker teilt sich eine Wohnung mit Stürmer Ramon Hofmann, einem anderen Neuen.

In seinen ersten Wochen in der Hansestadt hat sich Erglis mit seiner neuen Umgebung schon vertraut gemacht. Ihm gefallen vor allem die Altstadt und das Zentrum. Zudem findet er die Nähe zum Meer praktisch.

In Lettland hatte es Erglis ein bisschen weiter bis zur Küste. In Valmiera (110 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt) verbrachte er – bis auf eineinhalb Jahre in Norwegen – seine gesamte fußballerische Zeit. Den Schritt ins „fußballerisch und infrastrukturell besser aufgestellte Deutschland“, habe Erglis bewusst gewählt. „In Lettland gibt es keine gute Infrastruktur und es wird sehr viel auf Kunstrasen gespielt“, berichtet der mehrfache lettische Nachwuchs-Nationalspieler.

Neben den 54 Erstliga-Partien, hauptsächlich als Kapitän, absolvierte Erglis auch 91 Einsätze in der zweiten Liga des baltischen Staates für Valmiera FK. Der zurückhaltende Fußballer erzählt, dass in der höchsten Spielklassen Lettlands im Schnitt bis zu 600 Zuschauer zu den Spielen kommen. Bei reizvollen Duellen können es auch mal 1000 Fans sein. „Die Stadien sind in unserem Land ja nicht so groß, wie in Deutschland, aber gut besucht“, sagt Erglis mit einem Lächeln.

Freudestrahlend will er auch am Sonnabend nach dem Abpfiff sein. Mit der Negativserie von sechs Liganiederlagen geht der RFC in das Landesduell gegen den GFC. „Ich habe gehört, dass die Greifswalder eine gute Mannschaft haben sollen“, kommentiert Erglis, der das Niveau der NOFV-Oberliga Nord aktuell für sich noch schwer einschätzen kann. Wie hartumkämpft die Spiele sind, wird er in den kommenden Wochen zu spüren bekommen.