30. April 2016 / 22:31 Uhr

Richard Strüber erlöst Bilshausen

Richard Strüber erlöst Bilshausen

Christian Roeben
SPORTBUZZER-Nutzer
Bilshausens Xavier Rosenthal (r.) zieht an Breitenbergs Jens Pleimling vorbei. USER-BEITRAG
Bilshausens Xavier Rosenthal (r.) zieht an Breitenbergs Jens Pleimling vorbei. © Schneemann
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Blau-Weiße gewinnen auf dem Breitenberg mit 2:1

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Breitenberg. Der SV Blau-Weiß Bilshausen hat das Eichsfelder Bezirksligaderby beim SV Germania Breitenberg mit 2:1 (1:1) für sich entschieden. Richard Strüber erlöste die Gäste, die vor allem in der zweiten Halbzeit zahlreiche hochkarätige Chancen sträflich ausließen, mit seinem Kopfballtreffer zum Endstand zwölf Minuten vor dem Abpfiff.

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"Ich kann es nicht fassen", sagte Bilshausens Trainer Jan Diederich kopfschüttelnd. Damit wollte Diederich nicht etwa seine Begeisterung oder Überraschung über den Sieg ausdrücken. Der BW-Coach war vielmehr maßlos enttäuscht darüber, wie viele Gelegenheiten seine Elf ausgelassen und das Prestigeduell damit lange spannend gehalten hatte. "Eigentlich hätten wir 5:1 oder 6:1 gewinnen müssen, mindestens", verdeutlichte Diederich. Denn die Einschusschancen, die seine Jungs liegengelassen hatten, waren dermaßen hochkarätig, dass er von "Hundertprozentigen" sprach - und das völlig zu Recht.

Die alte Fußballerweisheit, dass sich derartige Nachlässigkeiten für gewöhnlich rächen, hätte sich auch diesmal fast bewahrheitet, hätte Breitenbergs Jonas Brämer in der 85. Minute einen Friedrichs-Pass völlig freistehend aus fünf Metern nicht über die Latte, sondern in die Maschen gejagt. "Wir hätten Bilshausen in dieser Szene bestrafen müssen, das Ding muss rein", haderte Breitenbergs Spielertrainer Timo Friedrichs. Insgesamt, so Friedrichs, sei der Erfolg der Gäste aber speziell aufgrund der zweiten Halbzeit in Ordnung: "Da haben wir unsere Linie verloren und viel zu viele einfache Fehler gemacht."



Spielerisch etwas besser unterwegs waren die Bilshäuser auch in den ersten 45 Minuten, ohne jedoch die nach wie vor zu Hause sieglosen Platzherren derart zu dominieren wie in Hälfte zwei. Klare Torgelegenheiten waren in den ersten 20 Minuten Mangelware. Ein Standard brachte Bilshausen schließlich den Führungstreffer: Xavier Rosenthal schlenzte den Ball per Freistoß aus halbrechter Position über die Mauer und ins Netz (23.). Nichts zu halten gab es dabei für Andreas Bartusch. Der oft so unglückliche agierende Breitenberger Schlussmann machte diesmal ein prima Spiel, hielt seine Mannschft speziell nach der Pause durch zahlreiche gute Paraden in der Partie.

Auf der anderen Seite war Drafi Heinrichs auffällig. Bilshausens Nummer 17 machte vorne viele Bälle fest, setzte seine Nebenleute klug ein und kam auch häufig selber zum Abschluss, blieb aber ohne Fortune und eigenes Erfolgserlebnis. Breitenberg, die immer dann Probleme hatten, spielerische Lösungen zu finden, wenn der Gegner früh presste, tat sich schwer, zum Abschluss zu kommen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit spielte die Germania dann jedoch ihren Angriff einmal konsequent zu Ende. Friedrichs schickte Brämer auf links, dessen Hereingabe Bastian Vogt zum 1:1 ins linke untere Eck spitzelte (45.+1).

Alleine in den ersten zwölf Minuten der zweiten Halbzeit vergab Bilshausen dann fünf formidable Chancen. Auch nachdem der zuvor zentral agierende Richard Strüber die Position des ausgewechselten Bastian Rohland übernahm und fortan mehr über rechts marschierte (Heinrichs rückte dafür in die Spitze) änderte sich am Blau-Weißen Chancenwucher nichts. Bei Damian Knebels Schuss war Bartusch hellwach (69.), hatte dann Glück, dass der eingewechselte Jonas Nachtwey per Lupfer nur die Latte traf (76.) und war 120 Sekunden später machtlos, als Richard Strüber nach einer Rosenthal-Ecke aus fünf Metern zum 2:1 einnickte. "Beide Gegentore nach Standards zu kassieren, ist einfach dumm", haderte  Friedrichs nach der 16, Saisonniederlage und bereits der achten auf eigenem Platz. Brämers Riesenchance (85.) und ein Abseitstor des kurz zuvor erst in die Partie gekommenen Dennis Dornieden (88.) trieben BW-Coach Diederichs Puls nochmal in ungesunde Höhen. "Wenn wir das Spiel nicht gewonnen hätten, dann hätte ich einen Besen gefressen", bekannte der 31-Jährige hinterher.

Während Bilshausen durch den Erfolg der Klassenverbleib nun gewiss sein dürfte, müssen die Breitenberger - wenn nicht noch ein Wunder passiert - in der Spielzeit 2016/17 in der Kreisliga ran. Wer die Germania dann betreuen wird, ist noch unklar. Vom Glück verfolgt sind die Breitenberger jedenfalls in dieser Spielzeit nicht. Der gerade erst von einem Muskelfaserriss genesene Angelo Deppe musste nach einem Foul im Mittelfeld Mitte der zweiten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden. Insgesamt verlief das Derby aber ausgesprochen fair. Der souverän leitende Schiedsrichter Marcel Koch (Niestetal) verteilte nur eine gelbe Karte. Die erhielt Bilshausens Robert Strüber in der 83. Minute nach einem taktischen Foul im Mittelfeld.

SV Germania Breitenberg: Bartusch - N. Simmert, Pleimling, N. Nolte, Busch - Friedrichs, Hafner, A. Deppe (68. Hartmann), Vogt, Brämer (87. D. Deppe) - Sulemanaj (79. Dornieden)

SV BW Bilshausen: Laule - Böttger, N. Hollenbach, Jung, Knebel - Ro. Strüber, J. Hungerland (74. Nachtwey) - Rosenthal, Heinrichs, Rohland (59. Fiolka) - Ri. Strüber

SV Germania Breitenberg - SV Bilshausen

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SV Germania Breitenberg - SV Bilshausen © Schneemann

Tore: 0:1 Rosenthal (23.), 1:1 Vogt (45.+1), 1:2 Richard Strüber (78.).