13. August 2017 / 21:38 Uhr

Richard Strüber schießt Rotenberg ab

Richard Strüber schießt Rotenberg ab

Christian Roeben
Göttinger Tageblatt
Richard Strüber
Bilshausens Stürmer Richard Strüber (l.) gelingen beim 4:2-Derbysieg gegen den SV Rotenberg gleich drei Tore. © Schneemann
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Bezirksliga: Bilshäuser Stürmer trifft bei 4:2-Derbysieg dreifach

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Bilshausen. Der SV Blau-Weiß Bilshausen ist mit einem Derbysieg in die neue Fußball-Bezirksligasaison gestartet. Im Derby gegen Aufsteiger SV Rotenberg setzten sich die Blau-Weißen auf eigenem Platz mit 4:2 (2:2) durch. Richard Strüber traf dabei alleine dreimal für die Heimmannschaft.

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Nach einem Duell, das sowohl Bilshausens Spielertrainer Sebastian Gehrke als auch Rotenbergs Coach Tobias Dietrich nach dem Schlusspfiff als „typisches Derby“ charakterisierten, war die Erleichterung bei den Hausherren groß. „Nach der durchwachsenen Vorbereitung wussten wir nicht so recht, wo wir stehen“, gab Gehrke zu. Dass fußballerisch bei Bilshausen trotz der drei Zähler zum Auftakt noch jede Menge Luft nach oben ist, wollte der 31-Jährige nicht abstreiten: „Gut war das nicht, aber wir haben uns in jeden Zweikampf und jeden Kopfball geworfen. Und am Ende zählen die Punkte.“

Richard Strüber ist nicht zu halten



Dass die auf dem Konto des Teams vom Sandweg landeten, daran hatte einer an diesem Nachmittag besonders großen Anteil. Richard Strüber glich nicht nur den frühen Rückstand durch Rotenbergs Kapitän Pascal Bigalke (9.) durch einen trocken ins kurze Eck verwandelten Abstauber nur kurz darauf aus (13.), sondern war in der Folgezeit auch noch zwei weitere Male zur Stelle. Nach einem kapitalen Fehlpass von Rotenbergs Mittelfeldspieler Vamoussa Diakite, der den Ball weit vor dem eigenen Gehäuse zum Torwart zurückspielen wollte, dabei aber Strüber übersah, fackelte Bilshausen Nummer 19 nicht lange und jagte das Spielgerät zum 2:1 halbhoch und wuchtig ins Netz (19.).

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helgeschneemann.com_14 © Schneemann

Sein schönster Treffer gelang dem 23-Jährigen zwölf Zeigerumdrehungen nach dem Seitenwechsel. Der Dreifachtorschütze nahm den Ball nahe der Mittellinie an, drehte sich um seinen Gegenspieler und nahm dann soviel Fahrt auf, dass ihn keiner mehr bremsen konnte. Genug Kraft und Konzentration, um sein Solo mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke abzuschließen, hatte Strüber am Ende auch noch – das 3:2 bedeutete die Vorentscheidung.

„So wollte ich schon immer mal in die Saison starten“, gab der Prestigeduell-Protagonist nach seiner Torgala strahlend zu Protokoll. „Drei Buden zum Auftakt, und dann noch in einem Derby, das ist schon geil.“ Dass der Stürmer, der nicht nur traf, sondern auch viele lang geschlagene Bälle per Kopf gefährlich verlängerte und die Anspiele seiner Mitspieler vorne geschickt festmachte, bis zu seiner Auswechslung in der 77. Minute soviel Gas geben konnte, war zuvor nicht abzusehen gewesen: „Ich war die ganze Woche lang krank, nachher war die Luft bei mir weg.“

Dietrich ärgert sich über "vermeidbare Niederlage"

Die Rotenberger, für die Julian Tenchella nach einer Flanke von André Diederich per Kopf zum 2:2-Halbzeitstand ausgeglichen hatte (36.), versuchten, nach dem zweiten Rückstand im Spiel mutiger zu werden und mehr in die Offensive zu investieren. Doch gegen aggressive Bilshäuser, die immer wieder lautstark von Spielertrainer Gehrke organisiert und motiviert wurden, fehlte es an der Genauigkeit und der Durchschlagskraft. Eine Torchance erspielte sich der Neuling nicht. „Wir sind in der Bezirksliga angekommen – aber leider nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, konstatierte Rotenberg-Coach Dietrich nach der Startpleite.

Die ärgerte den ehemaligen Profi ungemein, denn sie sei vermeidbar gewesen: „Wir müssen hier was mitnehmen, mindestens einen Punkt.“ Allerdings sei Bilshausen auch galliger gewesen. „Sie haben uns den Schneid abgekauft, waren aggressiver. Spielerisch waren sie nicht besser, aber wir müssen unsere Naivität in den Zweikämpfen ablegen. So ein Tor wie das 3:2 hätte Bilshausen nie bekommen.“

Auch beim 4:2 halfen die orange gekleideten Gäste mit. Ein Ballverlust von André Diederich führte fünf Minuten vor dem Abpfiff des lokalen Duells zum Konter, den Joachim Böttger per trockenem Abschluss ins lange Eck zum Endstand abschloss. „In der ersten Halbzeit haben wir im 3-5-2-System etwas gewackelt. In der Pause haben wir dann auf 4-4-2 umgestellt. Das hat uns mehr Sicherheit in der Mitte gegeben“, befand Gehrke

Tore: 0:1 Bigalke (9.), 1:1/2:1 Richard Strüber (13., 19), 2:2 Tenchella (36.), 3:2 Richard Strüber (57.), 4:2 Böttger (85.).