09. Februar 2022 / 12:39 Uhr

Richter müssen nicht ran: RB Leipzig zieht Klage gegen Zuschauerbegrenzung zurück

Richter müssen nicht ran: RB Leipzig zieht Klage gegen Zuschauerbegrenzung zurück

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - SEPTEMBER 11: Fans of Leipzig seen during the Bundesliga match between RB Leipzig and FC Bayern München at Red Bull Arena on September 11, 2021 in Leipzig, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)
Künftig dürfen wieder mehr Fans in die Red-Bull-Arena. © Getty Images
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Weil der Freistaat Sachsen die Corona-Notfall-Verordnung geändert und das Leipziger Gesundheitsamt zunächst 15.000 Fans gegen den 1. FC Köln genehmigt hat, sehen die RB-Verantwortlichen vom juristischen Weg ab. Sie setzen statt dessen auf Belohnung für die erfolgreiche Umsetzung ihres Hygienekonzepts.

Leipzig. Die Zuschauerobergrenze bei Heimspielen von RB Leipzig ist nicht länger ein Fall für die Justiz. Der Bundesligist hat das Verfahren vor dem Sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen für beendet erklärt. Das teilte das Gericht am Mittwoch mit. RB bestätigte den Vorgang auf Anfrage. Laut OVG begründen die Leipziger die Rücknahme der Klage mit der zwischenzeitlichen Änderung der Corona-Notfall-Verordnung sowie der am Montag erfolgten Sonder-Zulassung von 15.000 Fans für die Partie gegen den 1. FC Köln durch das örtliche Gesundheitsamt.

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Letztere wurde möglich, weil der Freistaat in die seit Sonntag gültige neue Verordnung neben der Maximal zulässigen Höchstkapazität von 25 Prozent einen weiteren Satz einfügte. Ganz konkret steht dort in Paragraph 21: "Die zuständige Gesundheitsbehörde kann im Einzelfall Ausnahmen von den Kapazitätsbeschränkungen zulassen. Dabei sind die Anforderungen des Infektionsschutzes zu berücksichtigen, insbesondere die Schutzvorschriften gemäß der Sächsischen Corona-Hygiene-Allgemeinverfügung." Genau diesen Satz nutzten die RB-Verantwortlichen, stellten einen entsprechenden Antrag bei der Stadt Leipzig, der positiv beschieden wurde.

RB strebt weiter 50-Prozent-Auslastung an

Zumindest vorerst. Denn Der Bundesligist spielt am Freitag gegen Köln quasi auf Bewährung. Klappt die Umsetzung des Hygienekonzepts - unter anderem müssen die Fans auf einer größeren Fläche verteilt werden, um Abstände einzuhalten - und bleibt die Lage in Sachsens Krankenhäusern stabil, könnten zur Europa-League-Partie gegen Real Sociedad in der kommenden Woche auch mehr als 15.000 Anhängerinnen und Anhänger in der Red Bull Arena zugelassen sein.

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RB hatte am 28. Januar ein Eilverfahren gegen die zu diesem Zeitpunkt in der Verordnung vorgesehene maximale Zuschauerzahl von 1000 beantragt. Vorstandschef Oliver Mintzlaff hatte zuletzt immer wieder betont, dass man eine Stadionauslastung von 50 Prozent anstrebe. Das wären im Leipziger Fall rund 23.500 Fans.