25. Dezember 2020 / 17:04 Uhr

Rico Engler von Flößberg zum SV Babelsberg, Lok Leipzig, FC Grimma und zurück

Rico Engler von Flößberg zum SV Babelsberg, Lok Leipzig, FC Grimma und zurück

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Juli 2018: Stürmer Rico Engler beim FC Grimma im alten Stadion der Freundschaft.
Stürmer Rico Engler verstärkt seit dem Sommer 2020 seinen Heimatverein SV 1900 Flößberg. © hanni
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Rico Engler (er hatte unter anderem acht Begegnungen für den SV Babelsberg in der dritten Liga bestritten) war im vergangenen Sommer zu seinem Heimatverein SV Flößberg zurückgekehrt. „Der Schritt war eigentlich nicht geplant“, denkt der Stürmer zurück. Für 2021 wünscht er sich wieder Fußballmatches auf der „Alm“ sowie ein Bierchen mit den Mannschaftskameraden und Zuschauern hinterher.

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Muldental/Leipziger Land. Für Rico Engler war es im vergangenem Sommer die viel beschworene Rückkehr zu den Wurzeln. Denn der 33-jahrige ehemalige Drittliga-Fußballer schnürt seit dieser Saison wieder für seinen Heimatverein SV Flößberg die Töppen. Hoch oben auf der „Alm“ (das Sportgelände hat seinen Spitznamen seit Jahrzehnten weg) sammelte der damals Fünfjährige seine ersten Erfahrungen mit dem runden Leder.

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Aufgrund seines Talents wechselte er später von seinem kleinen Örtchen zuallererst zum FSV Kitzscher, dann zum Bornaer SV und schließlich zum VfB Leipzig. Beim neu gegründeten Nachfolger 1. FC Lok hatte der 1,87 Meter große Stürmer bereits im A-Junioren-Alter seine ersten Einsätze in der Männermannschaft, mit welcher er bis in die Oberliga hoch kletterte. Womit er überregional auf sich aufmerksam machte. Denn im Spieljahr 2010/2011 verschlug es ihn sogar in die 3. Liga zum SV Babelsberg.

DURCHKLICKEN: Momentaufnahmen aus Rico Englers Laufbahn

August 2012: Rico Engler bejubelt seinen ersten Treffer im Regionalligaspiel 1. FC Lokomotive Leipzig gegen Torgelower SV Greif. Zur Galerie
August 2012: Rico Engler bejubelt seinen ersten Treffer im Regionalligaspiel 1. FC Lokomotive Leipzig gegen Torgelower SV Greif. ©

Für die Potsdamer absolvierte er gegen den SV Wehen Wiesbaden, den FC Rot-Weiß Erfurt, Eintracht Braunschweig, TuS Koblenz, den 1. FC Heidenheim, die SG Dynamo Dresden, den 1. FC Saarbrücken und den SV Sandhausen acht Begegnungen. Nach einer Spielserie kehrte er nach Probstheida zurück und schaffte mit den Blau-Gelben zwölf Monate danach den Aufstieg in die frisch gebackene Regionalliga Nordost, wo er in 44 Partien sechs Treffer markierte.

Schlussendlich kam nur noch Flößberg in Frage

Für die Leipziger bestritt er insgesamt 158 Spiele und markierte dabei 46 Tore. „Die Zeit bei Lok war auf jeden Fall die emotionalste in meiner Laufbahn. Die Aufstiege, die vielen Zuschauer, die Testspiele gegen höherklassige Teams – das alles bleibt in schöner Erinnerung.“ Namhafte Trainer wie Rainer Lisiewicz, Marco Rose oder Heiko Scholz prägten Englers Karriere im Bruno-Plache-Stadion.

Im Jahre 2014 wechselte Engler zum Landesligisten FC Grimma weiter. Dort konnte er in der Landesliga seine Erfahrungen und Offensivqualitäten zur Geltung bringen. Als Assistenzcoach gelang ihm 2019 mit den Muldestädtern der Sprung in die Oberliga. Nach der überraschenden Trennung hatte er eigentlich mit dem aktiven Fußball abgeschlossen und wollte sich stattdessen auf seine berufliche Tätigkeit (Selbstständiger in der Aufzugs-Branche) und die Familie konzentrieren. „Es gab schon einige Anfragen von ambitionierten Vereinen, welche mich als Spieler oder Trainer holen wollten. Doch das Thema war für mich seinerzeit durch. Im Grunde kam tatsächlich nur noch Flößberg in Frage. Aber auch dieser Schritt war überhaupt nicht geplant.“

Doch Coach Denis Bünsch – der den Kumpel von Kindesbeinen her kannte – bohrte und bohrte. Bis Engler nicht mehr „nein“ sagen konnte. „Wenn ich’s zeitlich hinbekomme, stehe ich zur Verfügung und gebe mein Bestes“, sicherte er seinem alten Bekannten vom SV Flößberg zu. In der momentan unterbrochenen Saison absolvierte er schließlich vier von sechs möglichen Begegnungen und traf sechsmal ins Schwarze.

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Spezielle Ziele setzt sich Engler nicht, doch lässt seinen ungebrochenen Ehrgeiz durchblicken: „In erster Linie möchte ich schmerzfrei kicken ... und wenn ich auf dem Rasen stehe, will ich auch gewinnen. An das Niveau der Spielklasse musste ich mich natürlich erst gewöhnen, hier überwiegt eindeutig das Kämpferische. Jedenfalls hat die Truppe genügend gute Leute in ihren Reihen und damit definitiv das Potenzial, in der Tabelle ganz vorn mitzumischen. Dass immer mal wieder der eine oder andere Spieler aus privaten Gründen ausfällt, ist völlig normal im Amateursport. Für die Jungs ist es Hobby, das sollte man nie vergessen.“

Ein Bierchen mit Kameraden und Fans

Für 2021 wünscht sich der Freizeitkicker Rico Engler nichts sehnlicher, als dem runden Leder regelmäßig nachjagen zu können. Den Worten seines alten Kumpels und jetzigen Trainers Denis Bünsch kann er nur zustimmen: „Hoffentlich verläuft das kommende Jahr in allen Belangen freundlicher als das zurückliegende.“ Ein attraktives und möglichst erfolgreiches Fußballmatch auf der „Alm“ mit Zuschauern am Spielfeldrand sowie hinterher ein Bierchen mit den Mannschaftskameraden und Fans – das wäre doch mal wieder ein echtes Erlebnis.