19. November 2020 / 11:56 Uhr

Riedle über Ridle: "Ich finde ihn als Spieler richtig gut"

Riedle über Ridle: "Ich finde ihn als Spieler richtig gut"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Riedle Ridle
Riedle Ridle
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Toller Start beim VfL Wolfsburg, dann Debüt in der deutschen Nationalmannschaft - Ridle Baku ist nach seinem Wechsel von Mainz nach Wolfsburg so richtig durchgestartet. Das ist auch Weltmeister Karl-Heinz „Kalle“ Riedle nicht entgangen...

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Debüt in der A-Nationalmannschaft, dann erfolgreiche EM-Qualifikation mit der U21 - und jetzt wieder Bundesliga: Für Ridle Baku, Shootingstar des VfL Wolfsburg, geht es nach einer turbulenten Woche nun eher alltäglich weiter. Ein Ex-Nationalspieler gehört zu denen, die sich über Bakus Entwicklung besonders freuen: Karl-Heinz Riedle, der Mann, dem Baku seinen Vornamen verdankt. "Er hat eine wahnsinnig tolle Entwicklung gemacht", so der Ex-Nationalstürmer. "Ich finde ihn als Spieler richtig gut."

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Bakus Vater, der 1992 aus Zaire (heute DR Kongo) nach Deutschland kam, war Fan der deutschen Nationalmannschaft, vor allem der Angreifer. Darum gab er seinen 1998 geborenen Zwillingen Makana Nsimba und Bote Nzuzi die Spitznamen "Rudi" (nach Rudi Völler) und "Ridle" (nach Karl-Heinz Riedle). Das setzte sich durch, schon in der Mainzer Jugend wurden beide nur noch "Rudi" und "Ridle" gerufen. Und der Neu-Wolfsburger ließ sich "Ridle" vor knapp drei Jahren sogar als Rufnamen in seinen Pass eintragen. "So etwas kann ja auch eine Bürde sein", sagt Riedle, "aber bei ihm ist das offenbar nicht so. Ich finde das mit dem Namen ganz witzig - und natürlich freut man sich, wenn man dann hört, dass der Vater Fan von einem war."

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Als Baku in Mainz Bundesliga-Spieler wurde, erfuhr Riedle von dem Spitznamen, der zum Vornamen wurde. "Da haben wir dann mal Videobotschaften ausgetauscht, und ich habe ihn eingeladen, mich mal zu besuchen." Das hat bisher noch nicht geklappt, aber der einstige Torjäger (72 Treffer in 206 Bundesliga-Spielen für Blau-Weiß Berlin, Bremen und Dortmund) schaut bei dem Neu-Wolfsburger seitdem etwas genauer hin. "Ich habe ihn seitdem ein bisschen beobachtet, er ist schnell, zweikampfstark, geht auch vorn rein - ich finde ihn als Spieler richtig gut. Die Berufung in die Nationalmannschaft war natürlich schon eine Riesenehre für ihn. Er ist bissig, ist einer, der nie aufgibt und macht einen guten Eindruck."

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Riedle, der wieder in seiner Heimat im Allgäu lebt, arbeitet als Markenbotschafter für Borussia Dortmund - und der 55-Jährige verfolgt nicht nur die Bundesliga, sondern natürlich auch die deutsche Nationalmannschaft, für die er zwischen 1988 und 1994 in 42 Spielen 16 Mal traf und mit der er 1990 in Italien Weltmeister wurde. Die historische 0:6-Pleite am Dienstag (ohne Baku) in Spanien erlebte er vorm Fernseher. "Bitter und frustrierend für alle", so Riedle, "vor allem durch die Art, wie sie zustande gekommen ist. Das Ergebnis bleibt haften und wird natürlich zu Riesendiskussionen führen. Aber Jogi Löw ist besonnen und erfahren genug, das mit seinem Team richtig zu analysieren. Er ist ein hervorragender Trainer und ich hoffe, dass der Druck von außen jetzt nicht zu groß wird."