24. April 2022 / 19:29 Uhr

Riesenschritt Richtung Klassenerhalt! Selke und Belfodil lassen Hertha gegen Stuttgart jubeln

Riesenschritt Richtung Klassenerhalt! Selke und Belfodil lassen Hertha gegen Stuttgart jubeln

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
Hertha BSC hat wichtige Punkte im Abstiegskampf der Bundesliga eingefahren.
Hertha BSC hat wichtige Punkte im Abstiegskampf der Bundesliga eingefahren. © IMAGO/Matthias Koch
Anzeige

Hertha BSC hat Big Points im Abstiegskampf gelandet. Gegen den VfB Stuttgart gelang den Berlinern ein 2:0-Heimerfolg. Im 500. Spiel als Bundesliga-Trainer von Felix Magath schossen Selke und Belfodil die goldenen Tore.

Als Ishak Belfodil mit seinem Treffer in der dritten Minute der Nachspielzeit den Berliner Sieg unter Dach und Fach brachte, wäre das altehrwürdige Olympiastadion unter dem Jubel der Fans beinahe eingekracht. Vielleicht waren es aber auch nur die Steine der Erleichterung, die von den Berliner Herzen purzelten. Denn Hertha BSC hat den nächsten Wirkungstreffer im Bundesliga-Abstiegskampf gesetzt. Gegen den VfB Stuttgart gewannen die Blau-Weißen vor 54 589 Zuschauern mit 2:0 (1:0) und legten damit nunmehr vier Punkte zwischen sich und den Bundesliga-Relegationsplatz. Die Tore des Tages aus Berliner Sicht gelangen Davie Selke und Joker Ishak Belfodil. "Wir hatten heute die Chance, den Sieg gegen Augsburg zu vergolden. Dass wir das gegen eine starke Stuttgarter Mannschaft hinbekommen haben, ist Wahnsinn", sagte Selke anschließend.

Anzeige

In seinem 500. Spiel als Bundesliga-Trainer stellte Felix Magath Dauerläufer Vladimir Darida für den gelbgesperrten Marco Richter in die Startelf. Ansonsten bot er die Formation auf, die in der Vorwoche 1:0 gegen den FC Augsburg gewinnen konnte. Kurz vor Spielbeginn wurde im Stuttgart-Block gewaltig gezündelt, vielleicht auch deshalb legte die Hertha los wie die Feuerwehr. Kempf köpfte in der 3. Minute nach Plattenhardt-Flanke noch knapp am Pfosten vorbei. Eine Minute später machte es Selke aber besser und verwertete eine Hereingabe des Außenspielers per Direktabnahme zum 1:0. Nach kurzem VAR-Check durfte der Berliner Stürmer über seinen 3. Saisontreffer auch jubeln.

Mehr Sport aus Berlin und Brandenburg

Stuttgart benötigte eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen. Die Schwaben hatten in der Folge zwar mehr Ballbesitz, es blieb in der Offensive aber im ersten Durchgang bei harmlosen Versuchen aus der zweiten Reihe. Hertha zog sich nach der stürmischen Anfangsphase etwas weiter zurück, ohne dabei aber passiv zu werden. Viel mehr agierten die Berliner aggressiv gegen den Ball und lauerten auf Umschaltsituationen.

Anzeige

Das Spiel lebte von seiner hohen Intensität, die sich auch neben dem Platz fortführte. Zwischen beiden Trainerbänken ging es immer wieder heiß her. Kurz vor der Halbzeitpause sah Herthas Co-Trainer Mark Fotheringham wegen Meckerns die Gelbe Karte. Kurz nach Wiederbeginn wurde deutlich, auf welch dünnem Eis die Berliner Führung gebaut war. VfB-Verteidiger Mavropanos dribbelte sich einmal quer übers Feld und scheiterte erste an der Berliner Querlatte (52.). Stuttgarts Angriffsversuche wurden nun wuchtiger, Hertha stand tiefer und lief nicht mehr so intensiv an. Die Konsequenz: Lotka im Berliner Tor bekam mehr zu tun, zeigte sich aber, wie schon in den vergangenen Wochen, als mehr als würdigen Schwolow-Vertreter.

Hertha in der Defensive, Magath bringt frische Kräfte

Selbst Felix Magath sah sich nun genötigt, Fotheringham beim aktiven Coaching an der Seitenlinie zu unterstützen. Zudem brachte er frisches Blut in die Partie. Mittelstädt und Belfodil kamen für Serdar und Boateng in die Partie (63.) und brachten neue Luft, die die Hauptstädter dringend benötigt hatten. Hertha nahm wieder mehr am Spiel teil und kam über einen Distanzschuss von Pekarik, der knapp am Pfosten vorbei ging, zur bis dahin besten Berliner Chance der zweiten Hälfte (68.). Kurze Zeit später verletzte sich Torschütze Selke bei einer Klärungsaktion am eigenen Strafraum und musste durch Ekkelenkamp ersetzt werden (78.).

In der Folge rannte Stuttgart weiter an, ohne sich aber die ganz großen Chancen zu erspielen. In der dritten Minute der Nachspielzeit war es dann Joker Belfodil, der den Ball im VfB-Strafraum bekam und nach einem Solo-Tänzchen zum erlösenden 2:0 einschob (90.+3).