24. März 2020 / 12:38 Uhr

England-Legende Rio Ferdinand fordert Premier-League-Abbruch: "Jeder ist in Gefahr"

England-Legende Rio Ferdinand fordert Premier-League-Abbruch: "Jeder ist in Gefahr"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der englische Ex-Nationalspieler Rio Ferdinand fordert einen Abbruch der Premier League.
Der englische Ex-Nationalspieler Rio Ferdinand fordert einen Abbruch der Premier League. © Getty
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Der ehemalige englische Nationalspieler Rio Ferdinand sieht keine realistische Möglichkeit, die Premier League regulär zu Ende zu spielen. Der 41-Jährige spricht sich für einen sofortigen Abbruch aus.

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Der frühere englische Nationalspieler Rio Ferdinand hat sich wegen der Coronavirus-Pandemie klar und deutlich für einen sofortigen Abbruch der Premier League ausgesprochen. "Ich denke, diese Saison sollte einfach für ungültig erklärt werden", sagte der Ex-Profi auf Instagram. Ferdinand, der auch als TV-Experte arbeitet, sieht nicht zuletzt die Gesundheit der Sportler akut gefährdet.

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Er wisse, dass er damit den Zorn der Liverpool-Fans auf sich ziehe, die nach 30 Jahren ohne Ligatitel auf dem besten Weg sind, die Premier League in diesem Jahr für sich zu entscheiden, sagte Ferdinand, der viele Jahre für den Reds-Rivalen Manchester United spielte. "Darum geht es aber nicht", sagte Ferdinand. "Ich kann mir einfach keine Möglichkeit des 'Weiter so' vorstellen, bei der die Gesundheit nicht kompromittiert wird."

Geisterspiele für Ferdinand keine Option: "Keine faire Konkurrenz mehr"

Auch Geisterspiele, wie sie beispielsweise in der Bundesliga als Option gelten, sind für den ehemaligen Innenverteidiger keine realistische Möglichkeit. "Man hat immer noch die Spieler auf dem Platz", sagte der 41-Jährige. "Sind diese Spieler nicht Teil unserer Gesellschaft? Es gibt Spieler, die am Virus erkranken werden, die sich vielleicht nicht erholen oder es von anderen erhalten. Dann greift es auf andere über." Für Ferdinand steht fest: "Es ist nicht fair, es ist keine faire Konkurrenz mehr. Es fühlt sich einfach nicht richtig an."

Die Ansteckungskette würde auch bei Spielen ohne Zuschauer schließlich nicht bei den Spielern, Trainern und Betreuern enden, meint Ferdinand. "Dann müssen da noch Personen sein, die das Stadion kontrollieren und besetzen - Security, etcetera. Das bedeutet, dass jeder in Gefahr ist."

Ferdinand-Appell: "Fußball ist aktuell gar nicht so wichtig"

Aus seiner Sicht müssen auch Fans jetzt Farbe bekennen. "Das muss man jetzt an die Seite stellen", forderte Ferdinand. Es gehe um Situationen von Leben und Tod, um die Gesellschaft und das große Ganze. Ferdinand: "Also ist Fußball aktuell gar nicht so wichtig. Wir alle lieben es. Ich liebe Fußball, ihr liebt Fußball. Aber es geht nicht um Leben oder Tod."

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