11. Juni 2021 / 15:11 Uhr

RND-Umfrage zur EM: Deutsche trauen DFB-Team wenig zu – Vorfreude auf nächsten Bundestrainer Flick

RND-Umfrage zur EM: Deutsche trauen DFB-Team wenig zu – Vorfreude auf nächsten Bundestrainer Flick

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das letzte Turnier für Bundestrainer Joachim Löw: Die Deutschen zeigen nur mäßiges Interesse an der  EM 2021.
Das letzte Turnier für Bundestrainer Joachim Löw: Die Deutschen zeigen nur mäßiges Interesse für die EM 2021. © IMAGO/Independent Photo Agency/Chai v.d. Laage (Montage)
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Nur 17 Prozent der Bundesbürger glauben an einen deutschen Sieg gegen Weltmeister Frankreich – auch das allgemeine Interesse an der EM ist im Vergleich zu vergangenen Turnieren eher gering. Hansi Flick als Nachfolger von Bundestrainer Löw befürwortet eine große Mehrheit der Fans.

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Anpfiff für die Europameisterschaft 2021: Millionen fiebern an den Fernsehschirmen mit, zumindest bis zu einem gewissen Prozentsatz der maximalen Auslastung dürfen Zuschauer und Zuschauerinnen in die elf EM-Stadien. Doch wie ist die Stimmung in Deutschland mit Blick auf das Turnier wirklich? Was trauen die Deutschen der eigenen Nationalelf zu? Und ist Hansi Flick der richtige Nachfolger für den scheidenden Bundestrainer Joachim Löw?

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In einer vom RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) beim Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage unter mehr als 1000 Beteiligten (im Zeitraum vom 8. bis 10. Juni) kam heraus, dass sich gerade mal 26 Prozent aller Bundesbürger und Bundesbürgerinnen stark oder sehr stark für die am Freitag beginnende EM interessieren. 72 Prozent gaben dagegen an, sich weniger oder gar nicht für die EM zu interessieren. Dies ist ein im Vergleich zu den vergangenen Turnierjahren fast schon erschreckend geringer Anteil – vor Beginn einer Europa- oder Weltmeisterschaft haben in der Regel mindestens 40 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger angegeben, starkes oder sehr starkes Interesse am Turnier zu haben.

Skepsis gegenüber UEFA bezüglich Corona-Umgang

Auch die Entscheidung des europäischen Fußballverbandes UEFA, die kontinentale Endrunde trotz der Corona-Pandemie in elf Ländern auszutragen, wird in Deutschland durchaus kritisch bewertet. Nur eine Minderheit der Befragten (24 Prozent) findet es richtig, dass man an diesen elf Austragungsorten quer durch Europa bis nach Baku (Aserbaidschan) festgehalten hat. 64 Prozent sind der Meinung, man hätte dies anders lösen können oder müssen. Bei den drei Vorrundenspielen des DFB-Teams und dem Viertelfinale in der Münchner Allianz-Arena werden 14.000 Zuschauer und Zuschauerinnen zugelassen sein. Dies finden immerhin 42 Prozent der Befragten richtig. Etwas mehr (50 Prozent) meinen allerdings, man hätte keine oder nicht so viele Fans ins Stadion lassen sollen.



Wie weit kommt Deutschland?

Mit Blick auf das Abschneiden der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw äußerten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage ebenfalls skeptisch. Danach gefragt, wie weit das deutsche Team bei der EM kommt, sind die Befragten weit weniger optimistisch als noch kurz vor Beginn der letzten EM 2016, bei der Deutschland am Ende im Halbfinale an Gastgeber Frankreich scheiterte. Derzeit glauben jeweils 13 Prozent, die DFB-Elf würde bereits in der Vorrunde oder spätestens im Achtelfinale ausscheiden. 24 Prozent trauen der Nationalmannschaft immerhin das Viertelfinale, 17 Prozent das Halbfinale zu. Dass Deutschland bis ins Endspiel kommt oder sich zum Europameister krönt, glaubte 2016 vor Turnierbeginn noch jeder dritte Bundesbürger. Nach dem historischen Vorrundenaus bei der Weltmeisterschaft 2018 und den jüngsten Pleiten gegen Spanien (0:6) und Nordmazedonien (1:2) sind es gerade mal 4 Prozent, die dem Löw-Team einen Erfolg am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion zutrauen.

Deutsche halten Flick für guten Löw-Nachfolger

Nach der Endrunde wird Löw sein Amt trotz Vertrags bis 2022 niederlegen. Als Nachfolger steht bereits der bisherige Trainer von Bayern München, Hansi Flick, fest. Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) und die große Mehrheit der Fußball-Interessierten (87 Prozent) hält dies für eine gute Lösung. Nur wenige (7 Prozent) hätten lieber jemand anderen als neuen Bundestrainer gesehen.

Am kommenden Dienstag (15. Juni, 21 Uhr) startet dann auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich ins Turnier. Gerade mal 17 Prozent der über 1000 Befragten glauben dabei an einen Sieg des DFB-Teams im Auftaktspiel der Gruppe F. 28 Prozent setzen auf ein Unentschieden und jeder Dritte (33 Prozent) ist von einer Niederlage gegen „Les Bleus“ überzeugt.