16. Mai 2021 / 16:09 Uhr

"Road to Tokyo": VfL-Sprinter Almas fehlt noch die Lockerheit, aber Giese glänzt

"Road to Tokyo": VfL-Sprinter Almas fehlt noch die Lockerheit, aber Giese glänzt

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Beim Sportfest Road To Tokyo in Mannheim am Start: Deniz Almas (l.) und Niels Torben Giese vom VfL Wolfsburg.
Beim Sportfest "Road To Tokyo" in Mannheim am Start: Deniz Almas (l.) und Niels Torben Giese vom VfL Wolfsburg. © imago images/Beautiful Sports (2)
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Gemischte Gefühle für die Sprint-Asse des VfL Wolfsburg beim Sportfest "Road to Tokyo" in Mannheim. Während der amtierende deutsche Meister Deniz Almas über die 100 Meter noch nicht seine Trainingseindrücke auf die Wettkampf-Bahn bringen konnte, glänzte Teamkollege Niels Torben Giese mit Bestzeit.

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Das erste Ausrufzeichen im Kampf ums Olympia-Ticket blieb aus, für VfL-Sprinter Deniz Almas standen beim Sportfest "Road to Tokyo" in Mannheim über die 100 Meter erst 10,39 Sekunden im Vorlauf und dann eine 10,5 im Finale auf der Uhr. Von seiner Bestzeit (10,08) sowie von der Olympia-Norm (10,05) trennten ihn bei seinem Saisonauftakt noch Welten - und das hat seine Gründe. Sein Wolfsburger Teamkollege Niels Torben Giese hingegen packte an gleicher Stelle zwei persönliche Bestzeiten aus, von denen allerdings nur eine auch als solche zählt.

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In Mannheim wollte Almas die Lockerheit auf die Bahn bringen, die ihn im vergangenen Jahr zum Shooting-Star der deutschen Laufszene gemacht hatte und die ihm in der vergangenen Hallen-Saison etwas fehlte. "Ich habe mich auf keine Zeit fixiert, wollte abrufen, was ich im Training und bei der Staffel-WM gezeigt habe. Schöne Läufe sollten es werden - und das hat nicht funktioniert. Es gibt noch viel zu tun", so der amtierende deutsche Meister über die 100 Meter. In Mannheim rumpelte es merklich. "Im Vorlauf war es läuferisch schlecht von mir. Der Start war katastrophal, hinten raus wurde es ein bisschen besser, aber auch nicht wirklich gut - und beim zweiten Lauf war von von vorn bis hinten der Wurm drin."

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Im Finale sei er " fest geworden", diese Lockerheit - "Sie ist im Wettkampf noch nicht da.Vielleicht brauche ich noch ein, zwei Wettkämpfe, um wieder reinzukommen", bleibt der Wolfsburger ruhig. Auf einen möglichen Start unter der Woche im polnischen Ostrawa, der im Hinblick auf eine bessere Platzierung in der Weltrangliste helfen könnte, will der VfLer verzichten, um sich in Ruhe auf die Kurpfalz-Gala in Weinheim am kommenden Wochenende vorzubereiten.

Erinnerungen an Weinheim 2020

Vielleicht läuft's ja wie im Vorjahr. Da legte Almas am Wochenende vor Weinheim zwei 30er-Zeiten auf die Bahn - um dann zu explodieren und seine Bestzeit aufzustellen. Natürlich sei das ein bisschen im Hinterkopf drin. Er wisse ja, zu was für Zeiten er fähig sei. Dafür müssen aber die Trainingseindrücke im Wettkampf auf die Bahn. "Dieser Schalter muss umgelegt werden. Wenn ich schönere Läufe abliefere, dann wird die Zeit für sich sprechen."

Giese liefert ab

Die Zeiten sprachen in Mannheim für seinen Teamkollegen Giese. Über die 100 Meter traute ihm VfL-Trainer Werner Morawietz im Vorfeld eine Zeit unter 10,40 Sek. zu, Giese lief 10,34 Sekunden - Bestzeit. "Das war sehr, sehr gut. Nach seinen 10,45 in Dresden musste irgendwann dieses Jahr die 30er Zeit kommen. Ich hoffe, dass er die auch noch bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig läuft", freute sich Morawietz mit seinem Schützling. Auf einen zweiten 100-m-Start verzichtete der Neu-Wolfsburger dann. "Wenn du eine Bestleistung raushaust, triggert das natürlich die Muskulatur und den Kopf. Außerdem hatten wir nicht die höchsten Temperaturen", so Giese, der aufs Wetter auch mal etwas empfindlicher reagiere. Er konzentrierte sich deshalb in Mannheim auf die 200 m, legte hier mit 21,07 Sek. die nächste Bestzeit hin - allerdings bei deutlichem Rückenwind (+ 2,3 m). Deshalb zählt die Zeit nicht als persönlicher Rekord. Aber auch den wird er sicherlich noch angreifen, denn: "Es war technisch nicht mein sauberster Lauf, ich hatte nach den 100 m schon mit ner 20,80 oder 20,90 gerechnet."

Trotzdem: Giese geht die nächsten Aufgaben definitiv mit Rückenwind an. Auch er ist - ebenso wie seine Teamkollegen Tobias Morawietz und Johannes Breitenstein - am kommenden Samstag neben Almas in Weinheim am Start. Dort will der Student dann nach der 100-m-Norm auch die für 200 m für die DM in Braunschweig (5./6. Juni) knacken. Stichwort Braunschweig: Spätestens da will auch Almas dann zeigen: "Hallo, hier bin ich. Ich kann immer noch schnell rennen!"

Quarata sorgt für Jubel

Für Jubel im VfL-Lager sorgte gestern dann Louis Quarata. In Hamburg schraubte der Wolfsburger seine Bestzeit über 400 Meter auf 50,33 Sekunden, löste damit locker das Ticket für die U18-DM (Norm: 51,50 Sek.). Wolfsburgs Coach Werner Morawietz staunte: "Ich hatte ihm eine gute Zeit zugetraut, mit dieser hat er mich aber überrascht!"