13. April 2021 / 14:31 Uhr

Robert Fölsch: Fußball-Coach verreist am liebsten mit seinem Bulli

Robert Fölsch: Fußball-Coach verreist am liebsten mit seinem Bulli

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Gespannt an der Seitenlinie dabei: Trainer Robert Fölsch (M.), hier mit seinem
 Co-Trainer Fabian Barth (l.).
Gespannt an der Seitenlinie dabei: Trainer Robert Fölsch (M.), hier mit seinem Co-Trainer Fabian Barth (l.). © Johannes Weber
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Die OZ stellt erfolgreiche Langzeit-Trainer aus MV vor. Heute: Robert Fölsch, er trainiert seit 2007 die Fußballfrauen des Rostocker FC.

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Rostock. Fast hätte Robert Fölsch seinen geliebten VW-Bus verkauft. Der Trainer der Fußballfrauen des Rostocker FC hatte in den Sozialen Medien sogar kurzzeitig einen Aufruf gestartet, sich vom altehrwürdigen Gefährt trennen zu wollen. Fölsch entschied sich aber doch seinen Bulli zu behalten. „An dem Bus hängen einfach zu viele Erinnerungen. Ich hab ihn vor zehn Jahren gekauft als meine ältere Tochter Lore zur Welt gekommen ist“, erzählt der zweifache Familienvater.

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Mit seinem Volkswagen-Bus – ein T3 – hat Fölsch schon einige Ziele in weiter Ferne angesteuert. Zu seinen Lieblingstrips gehörte eine Reise nach St. Tropez. Eine Woche dauerte die Fahrt zur französischen Rivera. Entspannt reiste der gebürtige Schweriner mit seiner Familie nach dem Aufenthalt drei Wochen zurück an die Ostseeküste.

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Neben Tochter Lore war auch Freundin Susann Baltzer oftmals bei den Ausflügen dabei. Sie ist stellvertretende Vorstandsvorsitzende beim Rostocker FC. Baltzer war vor einigen Jahren auch Spielerin unter Fölsch, der seit 2007 die Fußballerinnen des RFC trainiert. Über den Freundeskreis kam er zum Traditionsverein und übernahm fortan das Amt als Chefcoach. Dass er mit den Rostockerinnen heute in der Regionalliga Nordost spielen würde, hatte Fölsch damals nicht unbedingt im Hinterkopf. „Das ist ein Prozess, der sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat.“



Mit der Zeit wuchs die Frauenfußball-Abteilung beim RFC. Die Rostockerinnen bauten einen Nachwuchsbereich auf und haben mittlerweile sogar drei Teams im Erwachsenenbereich. In der Saison 2013/14 gelang Fölsch mit seinen Spielerinnen der erste Landesmeistertitel. Auf den Sprung in die Regionalliga verzichtete er mit seiner Mannschaft aber noch. „Wir mussten uns dennoch höhere Ziele setzen. Die Konkurrenzsituation in der Verbandsliga hat mit der Zeit abgenommen“, sagt der 38-Jährige, der als Aktiver früher im Nachwuchs des SV 47 Rövershagen und dem FSV Bentwisch gespielt hat.

Nach dem dritten Verbandsliga-Titel 2017 meldete Fölsch mit seiner Elf erstmals für die Regionalliga. Nach dem direkten Wiederabstieg kehrte der RFC im vergangenen Sommer in die dritthöchste deutsche Spielklasse zurück. Für die Rostockerinnen sieht es danach aus, dass sie erstmals zwei Jahre hintereinander überregional spielen könnten. Aufgrund der Corona-Pandemie soll die Saison am kommenden Freitagabend auf der NOFV-Präsidiumssitzung offiziell abgebrochen werden.

„Generell wollen wir in der Regionalliga in ruhigeres Fahrwasser kommen, das Team dort etablieren.“

„Wir hätten die Liga lieber sportlich gehalten“, konstatiert Fölsch. Für ihn gehört es in Zukunft zu den größten Zielen aus eigener Kraft mit dem RFC den Klassenverbleib zu schaffen. „Das wäre schon eine große Sache“, meint der Rostocker und ergänzt: „Generell wollen wir in der Regionalliga in ruhigeres Fahrwasser kommen, das Team dort etablieren.“

Bewährt hat sich bei Fölsch in den zurückliegenden Jahren auch die Teilung seiner Arbeit als Übungsleiter. In der Anfangszeit beim RFC leitete er mit Sven Lorenz (verließ 2017 den Verein) die Mannschaft. Seit 2014 unterstützt auch Franziska Strelow das Trainerteam. „Ich habe kein Problem damit, etwas Verantwortung abzugeben. Da Franzi in der Babypause ist, hilft mir aktuell Fabian Barth“, erzählt Fölsch.

Früher sechs bis sieben Zigaretten pro Spiel

Ihm kam die Unterstützung an der Seitenlinie gerade in den ersten Jahren seiner Trainertätigkeit entgegen. Fölsch betont, dass er zu Beginn noch Raucher war und sechs bis sieben Zigaretten pro Partie rauchte. „Ich habe versucht viel reinzubrüllen“, kommentiert der Mann, der im Ingenieurwesen für den Schiffs-Innenausbau arbeitet. Mittlerweile ist der Coach nach eigenen Aussagen in seiner Art etwas ruhiger geworden, raucht nicht mehr und „versucht mehr sachliche Hinweise im Spiel zu geben.“

Die nötige Ausgeglichenheit holt sich Fölsch unter anderem bei Reisen mit dem VW-Bus. Da er weiter auf seinen Bulli setzt, will er ihn für den nächsten Trip aufmotzen. Wohin der Ausflug dann gehen soll, ist noch offen. Klar ist, dass ein zusätzliche Familienmitglied dabei sein wird. Im Dezember kam die zweite Tochter Alva zur Welt.

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