23. Februar 2019 / 11:09 Uhr

Ex-DFB-Spieler Robert Huth greift junge Fußballprofis an: "Als wären sie in Gangster-Bands"

Ex-DFB-Spieler Robert Huth greift junge Fußballprofis an: "Als wären sie in Gangster-Bands"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Robert Huth wurde in der Saison 2016/17 überraschend englischer Meister mit Leicester City.
Robert Huth wurde in der Saison 2016/17 überraschend englischer Meister mit Leicester City. © 2017 Getty Images
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Robert Huth hat die Profis der heutigen Zeit für ihr Verhalten kritisiert. Der ehemalige Nationalspieler behauptet in einem Interview, dass die Spieler heutzutage hauptsächlich Fußball spielen, "um berühmt zu werden".

Social Media statt hartem Training: Robert Huth sieht die öffentliche Selbstdarstellung heutiger Fußballprofis kritisch. In einem Interview mit dem Merkur erklärt der 19-malige deutsche Nationalspieler den Wandel der Spielergeneration. "Ich habe Fußball gespielt, um besser zu werden. Meine Generation hat mehr ins Sportlerleben investiert", sagt Huth. "Jetzt ist es umgedreht; Viele spielen Fußball, um berühmt zu werden."

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Spieler "füllen Nischen aus"

Der WM-Teilnehmer von 2006 wundert sich darüber, dass junge Profis heutzutage sehr viel Zeit darin investieren, ihre Wirkung in der Öffentlichkeit zu kontrollieren. "Heute denken die 16-, 17-Jährigen: Wie ist mein Profil? Wie werde ich angesehen von anderen?", meint Huth. Der Premier-League-Meister 2017 mit Leicester City kann dieser Entwicklung wenig abgewinnen. Huth selbst hatte seine Karriere im Januar nahezu unbemerkt beendet: nur weil ein Gerücht über einen Wechsel zu Derby County aufkam, dementierte er dies via Twitter und verkündete in diesem Zusammenhang sein Aus.

"Sie füllen Nischen aus, damit sie nebenbei noch Geld verdienen können, sie haben Werbeverträge, Schuhsponsoren, sie machen in der Kabine Fotos, als wären sie in Gangster-Bands", erklärt der 34-Jährige. "Doch wirf die mal in Los Angeles raus – dann posen sie gleich nicht mehr so." In gewisser Weise kritisiert er damit auch das fehlende Realitätsbewusstsein der neuen Spielergeneration.

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Aus Huths Sicht würden sich die Fußball-Stars überdies zu viele Gedanken über die Meinung von Kritikern machen. "Das Problem ist, dass Spieler etwas lesen und meinen, alle dächten so", betont der Ex-Profi. "Die lesen es, bekommen eine Panikattacke und rufen ihren Berater an." Die Spieler verlieren dadurch laut Huth den Fokus aus das Wesentliche. "Die meisten wollen einfach nur geliebt werden. Von irgendwelchen Leuten, die sie gar nicht kennen. Dabei ist das Wichtigste, ob beim nächsten Meeting dein Trainer den Daumen hebt oder senkt", sagt er.

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