23. April 2022 / 16:20 Uhr

Der letzte Tango? Wie das Duell zwischen Lewandowski und Haaland die Bundesliga bereichert hat

Der letzte Tango? Wie das Duell zwischen Lewandowski und Haaland die Bundesliga bereichert hat

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stehen sich am Samstag womöglich zum letzten Mal in der Bundesliga gegenüber: Bayern-Stürmer Robert Lewandowski (links) und BVB-Angreifer Erling Haaland.
Stehen sich am Samstag womöglich zum letzten Mal in der Bundesliga gegenüber: Bayern-Stürmer Robert Lewandowski (links) und BVB-Angreifer Erling Haaland. © IMAGO/Michael Weber/kolbert-press/Kessler-Sportfotografie (Montage)
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Vermutlich zum letzten Mal treffen Bayern-Stürmer Robert Lewandowski und BVB-Angreifer Erling Haaland am Samstag in der Bundesliga aufeinander. Mindestens einer wird das deutsche Oberhaus am Saisonende wohl verlassen. Was haben sie in den bisherigen Duellen geleistet und wo liegen ihre Stärken? Ein Überblick. 

Sie lassen es gern krachen, wenn es darauf ankommt und ihnen alle Welt auf die Füße schaut: Acht Tore Robert Lewandowski, fünf Buden von Erling Haaland – so der Stand im Duell der Toptorjäger des FC Bayern und von Borussia Dortmund bei erst fünf direkten Aufeinandertreffen. Bitter für den Mittelstürmer des BVB: Es setzte immer nur Niederlagen – ob in der Bundesliga oder im Supercup.

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Lewandowski bestreitet am Samstag (18.30 Uhr, live mit Sky Ticket/Anzeige) seinen 24. deutschen Clásico der Karriere, davon 15 im Bayern-Trikot und acht im Dortmund-Dress. Dabei erzielte der Weltfußballer unglaubliche 23 Tore. Hinzu kommt: Der ehemalige Arbeitgeber ist Lewandowskis Lieblingsgegner. 26 Pflichtspieltreffer (also plus Supercup und Pokal) schenkte er den Schwarz-Gelben ein, so viele wie keinem anderen Klub.

Beim letzten Heimspiel in München, aufgrund der Corona-Pandemie im März 2021 als Geisterspiel ausgetragen, traf Haaland per Doppelpack in den ersten neun Minuten zur 2:0-Führung, was Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic an der Seitenlinie gegenüber Teammanagerin Kathleen Krüger scherzen ließ: "Wie gut ist denn der Haaland?! Das ist ja eine Maschine, Alter. Morgen rufe ich den Berater an!"

Lewandowski schlug zurück, seine Tore zum 1:2, 2:2 und 4:2 drehten das Spiel. Auch im letzten Duell der beiden Superstürmer im Dezember in Dortmund war der Pole erfolgreicher als der Norweger: 2:1 Tore beim 3:2-Erfolg der Bayern. Es gibt aber eine Statistik, in der Haaland, aufgrund von Verletzungen diese Saison mit nur 18 Saisontoren, führt: In der Bundesliga trifft er im Schnitt alle 87 Minuten, die historisch beste Quote unter den Spielern mit mindestens 25 Toren. Lewandowski? "Nur" alle 99 Minuten.

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Die Ballermänner trennen nicht nur zwölf Jahre Altersunterschied. "Sie haben andere Stärken", sagt Dortmunds Coach Marco Rose und erklärt: "Lewandowski bedient mit mehr Erfahrung alle Facetten und lässt sich viel fallen. Er ist aber auch sofort in der Box in einer guten Position. Sein erster Kontakt ist Weltklasse." Und sein Schützling? Rose: "Erling hat auch Fortschritte gemacht in dieser Saison. Im Umschaltspiel ist er eine absolute Waffe. Auch sein Kopfballspiel ist viel besser geworden. Wenn der Ball in die Box kommt, wissen beide genau, wo das Tor steht." Und darum sind Lewandowski und Haaland, die beiden Gesichter der Bundesliga, derzeit heiß begehrt, da klassische Neuner wie sonst nur Real Madrids Karim Benzema rar sind auf dem Markt – also entsprechend teuer. Ein Abschied gilt bereits als sicher, der andere ist durchaus möglich.

Laut der britischen Daily Mail soll Haalands Transfer zu Manchester City nur noch an Details hängen. Dank der Ausstiegsklausel in Höhe von 75 Millionen Euro ist er aus Sicht des Tabellenführers der Premier League beinahe ein Schnäppchen, allerdings summiert sich das Paket aus Bonuszahlungen, Gehalt und Forderungen von Berater Mino Raiola und Vater Alf-Inge auf rund 335 Millionen. Für die selbstverständlich auch interessierten Bayern sind das laut Vorstandsboss Oliver Kahn "finanzielle Dimensionen außerhalb unserer Vorstellung".

Mit Lewandowski wollen die Bayern über das Vertragsende 2023 hinaus verlängern, die entscheidenden Gespräche stehen noch an. Ein Jahr zusätzlich wird er wohl nicht akzeptieren, der FC Barcelona lockt mit einem Dreijahresvertrag bis 2025 – und die Münchner könnten rund 40 Millionen Ablöse verbuchen, haben aber keinen "Lewy"-Ersatz in Sicht.

So oder so – das direkte Aufeinandertreffen am Samstag könnte der letzte Tango der Ballermänner in der Bundesliga sein. "Ich spüre keine große Trauer", sagte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann, "ich weiß nicht, was Haaland macht. Und ,Lewy‘ hat Vertrag und wird weiter bei uns ballern." Wer weiß, wie lange noch. Erst mal will er sich die siebte Torjägerkanone sichern und mit Bayern-Legende Gerd Müller (†75) gleichziehen.

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