13. Mai 2022 / 21:34 Uhr

Nachfolger, Ablöse, Druck auf Bosse: Fragen und Antworten zum Lewandowski-Poker beim FC Bayern

Nachfolger, Ablöse, Druck auf Bosse: Fragen und Antworten zum Lewandowski-Poker beim FC Bayern

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Robert Lewandowski will den FC Bayern in diesem Sommer verlassen. Die Bayern-Bosse haben allerdings ein Machtwort gesprochen.
Robert Lewandowski will den FC Bayern in diesem Sommer verlassen. Die Bayern-Bosse haben allerdings ein Machtwort gesprochen. © IMAGO/Sven Simon (Montage)
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Die Zukunft von Stürmer-Star Robert Lewandowski ist aktuell das vorherrschende Thema beim FC Bayern München. Was ist das Ziel der Bayern-Bosse, ab welcher Summe ist ein Verkauf im Sommer möglich und gibt es schon Nachfolge-Kandidaten? Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen. 

Normalität ist an der Säbener Straße ein hoch gehandeltes Gut. Das liegt daran, dass dieser Zustand so selten eintritt rund um den FC Bayern München. Vor allem in Sachen Personalien – ganz speziell, wenn es um einen Topspieler wie Robert Lewandowski geht. Den Mann, der am Samstag nach dem Saisonabschluss beim VfL Wolfsburg (15.30 Uhr, Sky) wie einst Gerd Müller zum siebten Mal die Torjägerkanone erhält. Bayerns Lebensversicherung will wohl weg, soll den Verein in der vergangenen Woche darüber informiert haben, seinen 2023 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Intern soll der 33-Jährige den Wunsch hinterlegt haben, bereits diesen Sommer zu wechseln. Der FC Barcelona soll dem Polen einen Dreijahresvertrag angeboten haben.

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Münchens Trainer Julian Nagelsmann versuchte am Freitag, den Anschein von Normalität zu erwecken. "Lewy ist ganz normal in meinen Planungen für die kommende Saison drin", sagte der Coach: "Die Haltung des Klubs und meine sowie die Vertragssituation sind bekannt." Ein Veto gegen einen Verkauf im Sommertransferfenster wolle beziehungsweise könne Nagelsmann nicht einlegen, dazu sei er "der falsche Mann“. Denn solche Sachen seien "immer ein Zusammenspiel zwischen Oliver Kahn, Brazzo und mir". Womit der 34-Jährige Bayerns Vorstandsboss und Sportvorstand Hasan Salihamidzic in die Pflicht nahm. Was wird nun aus Lewandowski? Wird die Partie in Wolfsburg sein 374. und letztes Pflichtspiel für die Bayern? Fragen und Antworten zur wichtigsten Personalie des Serienmeisters.

Bleiben die Bayern-Bosse bei ihrem Wort?

Vor drei Wochen hatte Salihamidzic bei Sky90 die Frage, ob es eine Option sei, Lewandowski diesen Sommer abzugeben, verneint. Präsident Herbert Hainer bekräftigte gegenüber Merkur und tz nun, Lewandowski werde seinen Vertrag erfüllen. Die vermeintliche Abschiedsankündigung von Lewandowski selbst könnte Bewegung in die Sache bringen.

Ab welcher Summe könnte Bayern umdenken?

Klar ist: Ein unzufriedener Weltstar, der zum Verbleib gezwungen werden muss, bringt keiner der Parteien etwas. Laut Bild würde Bayern bei einem Angebot der Katalanen in Höhe von 35 bis 40 Millionen Euro grünes Licht für den Transfer geben und ein Jahresgehalt (angeblich rund 24 Millionen Euro) einsparen.

Welchen Stürmerstar hat München in der Hinterhand?

Noch ist man mit keinem wirklich weit. Als Kandidaten gelten Romelu Lukaku (29/FC Chelsea, Vertrag bis 2026), Leverkusens Patrik Schick (26, Vertrag bis 2025) und Sébastien Haller (27/Ajax Amsterdam, Vertrag bis 2025), der auch bei Borussia Dortmund als möglicher Nachfolger von Erling Haaland im Gespräch ist. Dass sich die Bayern trotz der horrenden Summen für Ablöse (75 Millionen Euro) und Gehalt auch intensiv um Haaland bemühten, soll Lewandowski verärgert haben.

Sky-Experte Dietmar Hamann machte sich im Gespräch mit dem Pay-TV-Sender zuletzt auch für den Stuttgarter Sasa Kalajdzic stark: "Er kann köpfen, er kann die Bälle ablegen. Er hält die Bälle gut fest, ist technisch herausragend für die Körpergröße und hat einen sehr guten Abschluss. Ich könnte mir vorstellen, sollte Lewandowski gehen, dass Kalajdzic vorne drin spielt und er seine 25, 30 Tore macht. Das traue ich ihm absolut zu." Nach einem Bericht der Bild soll der 24-Jährige tatsächlich auf der Einkaufsliste der Münchener stehen. Sein Vertrag beim VfB läuft 2023 aus, im Gespräch soll eine Ablösesumme von 20 bis 25 Millionen Euro sein.


Wie hoch ist der Druck auf die Bayern-Bosse?

Im Hintergrund muss mit einem hochkarätigen Ersatz für diese Schlüsselposition im Kader verhandelt werden – ob für diesen Sommer oder 2023. Dieser Transfer eines Mittelstürmers muss sitzen. Das weiß auch Salihamidzic, dessen Vertrag 2023 ausläuft.