16. Juli 2022 / 13:05 Uhr

Kommentar zum Transfer von Robert Lewandowski: Ein unwürdiges Ende – mit dem FC Bayern als Verlierer

Kommentar zum Transfer von Robert Lewandowski: Ein unwürdiges Ende – mit dem FC Bayern als Verlierer

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
RND-Sportchef Heiko Ostendorp kommentiert den Abgang von Bayern-Star Robert Lewandowski.
RND-Sportchef Heiko Ostendorp kommentiert den Abgang von Bayern-Star Robert Lewandowski. © IMAGO/Christian Schroedter (Montage)
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Der Wechsel von Robert Lewandowski ist auch eine Geschichte von Fehlverhalten und Versäumnissen, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp, der den Transfer aufarbeitet und erklärt, warum der FC Bayern der größte Verlierer des Deals ist.

Dass Robert Lewandowski an seinem letzten Arbeitstag für den FC Bayern überpünktlich an der Säbener Straße erschien, um seinen Spind zu räumen und noch mal mit der Mannschaft zu trainieren, war die Krönung der wochenlangen Posse um den Weltfußballer, der zuvor drei Tage lang zu spät zum Training gekommen war. Der Pole wechselt nach acht überragenden Jahren beim Rekordmeister, in denen er und der Klub alles gewannen, was zu es gewinnen gibt, nun also doch zum FC Barcelona – auch wenn die Unterschriften unter den Verträgen noch fehlen.

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Es ist ein unwürdiges Ende einer unfassbaren Erfolgsgeschichte, das man sich anders gewünscht hätte. Und daran hat vor allem Lewandowski Schuld, der mit seinem lächerlichen Verhalten in den vergangenen Tagen Charakterzüge zeigte, die ihm viele Fans nicht zugetraut hätten und die die Anhänger dermaßen verärgerten, dass sie ihm keine Träne mehr hinterherweinen – doch das scheint der Lewandowski-Seite egal. Denn der Superstar hat am Ende genau das bekommen, was er wollte: einen Transfer – und einen langfristigen Vertrag beim FC Barcelona. Er und seine Entourage haben die Bayern-Verantwortlichen am Nasenring durch die Manege gezogen und zählen am Samstag vermutlich die Scheine im Privatjet nach Katalonien.

Der größte Verlierer aber ist der FC Bayern. Nicht nur, weil die Münchner den aktuellen Weltfußballer verlieren, der praktisch nie verletzt war und jedes Jahr 40+ Pflichtspieltore garantierte. Nein, vor allem, weil man es so weit kommen ließ. Die Bosse um Oliver Kahn haben es versäumt, sich rechtzeitig mit einem der wichtigsten Spieler an einen Tisch zu setzen und ihm dabei die Wertschätzung zu vermitteln, die er sportlich absolut verdient gehabt hätte. Das war der Anfang vom Ende der Lewy-Ära in München.

Dass Kahn irgendwann mit "Lewandowski muss bleiben – basta" eine Pseudo-Ansage machte, von der er vermutlich schon selbst wusste, dass sie nicht haltbar ist, macht dessen Glaubwürdigkeit für die Zukunft nicht besser.

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Immerhin hat Bayern mit rund 50 Millionen Euro Ablöse für einen fast 34-Jährigen mit einem Jahr Vertrag noch eine ordentliche Summe rausgeholt, mit der man nun wohl Defensivmann Matthijs de Ligt von Juventus Turin verpflichten wird. Insgesamt wird der Kader des Rekordmeisters dann sogar noch stärker besetzt sein als in den vergangenen Jahren, trotz des Lewandowski-Abgangs – das ist die positive Nachricht für alle Bayern-Anhänger.

Die traurige Erkenntnis für alle Fußball-Fans: Das unsägliche Theater um den Polen hat einmal mehr gezeigt, dass die Spieler und ihre Berater fast immer am längeren Hebel sitzen und mit fragwürdigen Methoden ihren Willen durchdrücken können. Egal, wie groß der Verein auf der anderen Seite auch sein mag.

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