30. November 2021 / 06:15 Uhr

Platz zwei für Lewandowski "nicht nachvollziehbar": Matthäus kritisiert Messi-Wahl beim Ballon d'Or

Platz zwei für Lewandowski "nicht nachvollziehbar": Matthäus kritisiert Messi-Wahl beim Ballon d'Or

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lothar Matthäus kann die Wahl von Lionel Messi zum Sieger des diesjährigen Ballon d'Or nicht nachvollziehen.
Lothar Matthäus kann die Wahl von Lionel Messi zum Sieger des diesjährigen Ballon d'Or nicht nachvollziehen. © Getty (Montage)
Anzeige

Nach einem Jahr Unterbrechung wurde am Montag im Théâtre du Châtelet wieder der begehrte Goldene Ball vergeben. Jubeln darf mal wieder Lionel Messi, für Robert Lewandowski bleibt Platz zwei. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus fehlt dafür jegliches Verständnis.

Große Enttäuschung für Robert Lewandowski: Nicht der Torjäger des FC Bayern München, sondern der argentinische Superstar Lionel Messi wurde am Montag in Paris mit dem prestigeträchtigen Ballon d'Or für das Jahr 2021 ausgezeichnet. Der Bundesliga-Torschützenkönig musste sich bei der von der französischen Fachzeitung France Football durchgeführten Wahl mit dem zweiten Platz begnügen. Messi, der im Sommer Argentinien erstmals seit 28 Jahren zum Gewinn der Copa America geführt hatte, erhielt den Goldenen Ball bereits zum siebten Mal in seiner Karriere – für Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus ein unverständliches Ergebnis. "Bei allem Respekt für Lionel Messi und alle anderen großartigen, nominierten Spieler. Keiner hätte es so verdient gehabt wie Lewandowski", erklärte der 60-Jährige gegenüber Sky.

Anzeige

"France Football hat im letzten Jahr den Preis nicht vergeben und allein schon wegen all den Titeln, die Robert mit Bayern 2020 gewonnen hat, ist er nicht nur auf die letzten zwei Jahre gesehen konkurrenzlos", führte Matthäus weiter aus. Auch der Fokus auf das zurückliegende Jahr würde aus Sicht der ehemaligen Nummer zehn des FC Bayern nur einen Sieger zulassen. "Doch selbst wenn man nur 2021 in Betracht zieht, war er besser als der Rest. Er hat den Jahrhundert-Rekord von Gerd Müller geknackt, führt schon wieder die Torjäger-Liste in jedem Wettbewerb an, hat national und international auch in diesem Jahr alle überragt", so Matthäus weiter. "Dass er nicht gewonnen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar."

Messi zu Lewandowski: "Es ist eine Ehre mit Dir hier zu sein"

Messi richtete indes aufmunternde Worte an seinen Rivalen: "Es ist eine Ehre, mit Dir hier zu sein. Du hast Rekorde gebrochen und hättest es auch verdient gehabt, den Ballon d'Or zu gewinnen." Lewandowski durfte zuvor trotzdem noch auf die Bühne und wurde in einer neu eingeführten Auszeichnung als bester Torschütze des Jahres geehrt, was aber eher wie eine Art Trostpreis wirkte.

Es waren nicht die einzigen Enttäuschungen des Abends aus Sicht der Bundesliga, die in BVB-Torjäger Erling Haaland (Platz elf) nur einen weiteren Spieler in den Top 30 platziert hatte. Nationaltorhüter Manuel Neuer hatte bei der nach dem früheren russischen Schlussmann Lew Jaschin benannten "Trophée Yachine" als Fünfter gegen Italiens Europameister-Torhüter Gianluigi Donnarumma das Nachsehen. Dortmunds Jude Bellingham und Jung-Nationalspieler Jamal Musiala (Bayern München) mussten in der Endauswahl für die "Trophée Kopa" für den besten Nachwuchsspieler mit den Plätzen zwei und drei vorlieb nehmen, es gewann der Spanier Pedri vom FC Barcelona. Bei den Frauen war keine deutsche Fußballerin dabei, der Goldene Ball wurde an die Spanierin Alexia Putellas vergeben.