16. Januar 2022 / 20:01 Uhr

Duftmarke zur rechten Zeit: Warum Robert Lewandowski der Topfavorit auf den Weltfußballer-Titel ist

Duftmarke zur rechten Zeit: Warum Robert Lewandowski der Topfavorit auf den Weltfußballer-Titel ist

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Robert Lewandowski ist amtierender FIFA-Weltfußballer und damit Titelverteidiger.
Robert Lewandowski ist amtierender FIFA-Weltfußballer und damit Titelverteidiger. © IMAGO/FC Bayern München (Archiv)
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Robert Lewandowski ist ein Phänomen: Kurz vor der Weltfußballer-Wahl der FIFA knackt der Bayern-Star die Marke von 300 Bundesliga-Toren. Zur rechten Zeit steht der Top-Stürmer wieder im Fokus.

Dass die Bayern mehr oder weniger im Vorbeigehen einen neuen Rekord aufstellten, dass sie durch das souveräne 4:0 beim 1. FC Köln die Bestmarke von nun 66 Bundesliga-Spielen in Serie mit Torerfolg zementierten, geriet zur Selbstverständlichkeit, war jedoch angesichts des Dreierpacks von Robert Lewandowski geradezu zwangsläufig. Die Duftmarke des Bayern-Torjägers kam zur rechten Zeit, zwei Tage vor der Gala zu "The Best FIFA Football Awards 2021" am Montagabend (ab 19 Uhr/Sky) in Zürich. Als müsse sich er sich überhaupt in Erinnerung bringen.

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Aber gut, man kann nie genug treffen. Und nie genug Trophäen einheimsen. Also schickte Lewandowski nach Zürich ein: Grüezi! Der 33-Jährige hofft auf die Wiederholung seines Triumphes von 2020, um sich erneut Weltfußballer nennen zu dürfen. Lewandowskis Konkurrenten unter den letzten Drei bei der vom Weltverband durchgeführten Wahl: Lionel Messi (Paris St.-Germain) sowie Mo Salah vom FC Liverpool. Wer wird "The Best"? Beim traditionsreicheren und prestigeträchtigeren "Ballon d’Or" Ende November hatte Lewandowski zur Verwunderung vieler Experten und Fans gegenüber Messi den Kürzeren gezogen.

Die Empörung über das Scheitern beim "Ballon d’Or" könnte Lewandowski die entscheidenden Punkte geben

Nicht nur deshalb glauben Insider an einen Erfolg von Lewandowski bei der Wahl diesen Montag. Die Empörung über sein Scheitern im Herbst könnte ihm die entscheidenden Punkte geben. Und wer wählt? Vier Jurygruppen, deren Stimmen je zu einem Viertel zählen (unabhängig davon, wie viele Personen der jeweiligen Gruppe angehören): die aktuellen Cheftrainer und Spielführer aller Männernationalteams, je ein Fachjournalist pro Nationalteam und auf der Weltverband-Website fifa.com registrierte Fans.

"Wir sind froh und dankbar, dass er bei uns spielt. Er ist eine Maschine vorne in der Box, hält überragend den Ball und wie er die Tore vollendet, ist einzigartig", meinte Bayern-Kapitän Manuel Neuer. „Ich würde mich sehr freuen, wenn er gewinnt. Verdient wäre es“, sagte Trainer Julian Nagelsmann vor der wegen der Corona-Pandemie online durchgeführten Zeremonie. Nagelsmann umriss noch einmal das vielschichtige Profil des Weltklassestürmers: „Neben den Toren hat Lewy gegen Köln viel gearbeitet und hatte oft eine sehr gute Position. Es ist eine seiner großen Qualitäten von ihm, dass er viele Angriffe einleiten möchte, dann in den Sechzehner nachsprintet und auf eine Flanke oder einen Querball wartet.“ Und dann macht es bumm. Ergibt auf seinem Konto nach nun 19 Spieltagen 23 Tore – jedoch (tatsächlich!) eins weniger als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Dennoch ist Lewandowskis Rekordausbeute von 41 Saisontreffern schwer in Gefahr, schließlich verpasste er 2020/21 im April vier Spiele wegen einer Bänderdehnung.

Lewandowski: "Hätte nie gedacht, dass ich so viele Tore in der Bundesliga erzielen würde"

In Köln erreichte der Pole mit seinen Toren in der 9., 62. und 74. Minute die Marke von genau 300 Bundesliga-Toren (davon 38 Elfmeter), und das als zweiter Spieler überhaupt. „Die Zahlen sind schon Wahnsinn“, freute sich Lewandowski, "ich hätte nie gedacht, dass ich so viele Tore in der Bundesliga erzielen würde. Mit ein bisschen Abstand kann ich vielleicht ein wenig länger darüber nachdenken und einfach stolz sein." Und weiter angreifen. Bayern-Legende Gerd Müller, der im August verstorbene Bomber der Nation, steht auf Rang eins des ewigen Ballermannrankings mit (früher) scheinbar unerreichbaren 365 Toren, erzielt in nur 350 Ligapartien (zum Vergleich: sein Herausforderer steht aktuell bei 369 absolvierten Spielen).

Für Lewandowski heißt das: Nur noch 65. Sein Vertrag läuft bis 2023, die Bayern wollen unbedingt verlängern mit dem Topathleten, der scheinbar nicht altert. Um weitere zwei Jahre will man „The Body“ binden – so das Ziel der Bosse. Erste, vorsichtige Annäherungen gibt es bereits.