04. April 2021 / 09:19 Uhr

Robin Gosens: Vertrag mit Schalke 04 war schon ausgehandelt – deshalb platzte der Wechsel

Robin Gosens: Vertrag mit Schalke 04 war schon ausgehandelt – deshalb platzte der Wechsel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Robin Gosens hätte um ein Haar bei Schalke 04 unterschrieben.
Robin Gosens hätte um ein Haar bei Schalke 04 unterschrieben. © IMAGO/Nico Herbertz
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Der Traumwechsel zu seinem Lieblingsverein Schalke 04 war für Nationalspieler Robin Gosens vor gar nicht allzu langer Zeit zum Greifen nah. In seiner Autobiographie "Träumen lohnt sich - Mein etwas anderer Weg zum Fußballprofi" beschreibt der 26-Jährige die Hintergründe.

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Dass der FC Schalke 04 der Lieblingsverein von Robin Gosens ist, wissen viele. Nun hat der deutsche Nationalspieler in seiner Autobiographie enthüllt, dass er vor vor der Saison 2019/20 sogar kurz vor einem Wechsel zu den Knappen stand, die inzwischen nur noch ein Wunder vor dem drohenden Abstieg in die Zweitklassigkeit retten kann. In seinem Buch "Träumen lohnt sich - Mein etwas anderer Weg zum Fußballprofi" verrät der 26-Jährige, warum die Verhandlungen letztlich platzten und er bei Atalanta Bergamo blieb.

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Im Mai 2019 hatte sich Gosens mit den Italienern zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte für die Champions League qualifiziert. Der Linksfuß war zwei Jahre zuvor vom niederländischen Erstligisten Heracles Almelo nach Norditalien gewechselt und etablierte sich in Bergamo rasch als offensivfreudiger Linksverteidiger mit Zug zum Tor. In der Überraschungsmannschaft der Serie A zählte er zu den absoluten Leistungsträgern - das blieb auch potenziellen Interessenten nicht verborgen.

Als am 29. Mai 2019 die Qualifikation für die Königsklasse feststand, erhielt Gosens eine SMS vom damaligen Schalker Kaderplaner Michael Reschke. "Es wurde gefeiert, auf dem Platz, in der Kabine, im Bus, überall", schrieb Gosens in seinem Buch, das die Bild am Sonntag in Auszügen abdruckte. "Und es wurde so ausgiebig gefeiert, wie man das beim größten Erfolg der Vereinsgeschichte eben macht. Als wir uns irgendwann auf den Heimweg begaben, waren die meisten im Bus, ich inklusive, ordentlich angetrunken. Die Musik ballerte aus den Boxen, die Party war noch immer in vollem Gange", so Gosens weiter. "Deshalb war ich auch nicht auf die Nachricht eingestellt, die auf meinem Handy auftauchte. "Hi Robin, wäre das Thema S04 für dich interessant? David Wagner würde sich am Montag bei deinem Berater melden. Frohes Feiern heute Abend! Glückauf, Michael Reschke."

Gosens konnte sich ein Engagement bei seinem Lieblingsklub trotz seiner erfolgreichen Zeit in Bergamo tatsächlich vorstellen. "Was ich wollte, wusste ich genau. Mit einem Wechsel nach Schalke hätte sich nicht nur mein Traum von der Bundesliga erfüllt, ich hätte auch für meinen Herzensverein spielen und vor allem wieder in Deutschland leben können", schrieb der Nationalspieler. Er sei anschließend in den Urlaub gefahren, "in der Hoffnung bald Schalker zu sein".

Doch daraus wurde nichts. Am Flughafen wurde er zwar von seinem Berater angerufen. "Der Vertrag mit Schalke sei ausgehandelt und alle Details seien geklärt. Zitat: "Ich habe das Beste für dich rausgeholt." Ich war unfassbar glücklich. Die Konditionen waren perfekt. (...) Leider änderte sich überhaupt nichts." Denn die Verhandlungen zwischen S04 und Bergamo liefen erfolglos. Gosens: "Atalanta wollte mich nämlich auf keinen Fall ziehen lassen." Noch heute spielt Gosens so mit Bergamo um die erneute und damit dritte Qualifikation für die Königsklasse (aktuell ist Atalanta Dritter), während Schalke - längst ohne die mittlerweile geschassten Wagner und Reschke - sich mit dem Gang in die Zweitklassigkeit wohl schon abgefunden hat.