23. Januar 2021 / 08:00 Uhr

Rodler Felix Loch über seine aktuelle Siegesserie, die Heim-WM und weitere Karriereziele

Rodler Felix Loch über seine aktuelle Siegesserie, die Heim-WM und weitere Karriereziele

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bisher ungeschlagen: Rodler Felix Loch spricht im SPORTBUZZER-Interview.
Bisher ungeschlagen: Rodler Felix Loch spricht im SPORTBUZZER-Interview. © imago images
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Der deutsche Rodler Felix Loch dominierte jahrelang den Weltcup - dann folgten zwei schwierige Saison. Inzwischen ist er wieder nicht zu schlagen. Im SPORTBUZZER-Interview spricht er über Ziele, die WM und Olympia 2026.

Felix Loch schwimmt auf einer Erfolgswelle. Das deutsche Rodel-Ass hat nach sieben Weltcup-Siegen in Folge den Gesamtsieg fast sicher. Bei der WM in Königssee, die in einer Woche startet, geht Loch als Favorit ins Rennen. Im SPORTBUZZER-Interview spricht er über schwere Jahre, die WM und sein mögliches Karriere-Ende.

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SPORTBUZZER: Herr Loch, als Rodler sind Sie in der ganzen Welt unterwegs, außerdem muss viel Material transportiert werden. Wie funktioniert das in Corona-Zeiten?

Felix Loch (31): Das Schlittenmaterial aller Nationen und Athleten fährt in einem Vierzigtonner quer durch Europa und wir Athleten fliegen mit Chartermaschinen hin und her oder sind mit dem Auto unterwegs. Es ist alles streng reglementiert, aber es ziehen alle sehr gut mit. Wir tragen ausschließlich FFP2-Masken, gehen nur selten einkaufen, sind im Hotel voll verpflegt. Ich versuche die Starthäuser zu meiden und ziehe mich im Auto um. Draußen habe ich die wenigste Angst, dass ich mich anstecken kann.

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Sie sind verheiratet und haben zwei Kinder, die Zeit zwischen den Weltcups verbringen Sie zu Hause. Wie gehen Sie bezüglich des Coronavirus damit um?

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Bevor ich nach Hause komme, macht meine Frau einen Test bei unserem Mannschaftsarzt, damit ich mir sicher sein kann, dass ich mir nichts einfange und in die Mannschaft hereinbringe. Wir achten alle gemeinsam darauf, dass wir alle nötigen Maßnahmen treffen.

Hat sich Ihr Blick auf den Sport durch die Familie eigentlich geändert? Immerhin ist der Sport nicht ganz ungefährlich.

Nein, ich bin mit dem Rodeln aufgewachsen und Lisa weiß, dass ich genau weiß, was ich in der Bahn mache. Wenn es zu gefährlich sein sollte, fahre ich auch nicht – so wie letztes Jahr in Winterberg. Wenn ich am Start sitze, darf ich keine Angst haben. Dann passiert am Ende was. Lisa unterstützt mich da voll, es ist mein Job. Zudem kann ich mich darauf verlassen, dass ich wegfahren kann und zu Hause alles funktioniert. Da bin ich sehr dankbar, dass meine Frau das so stemmt. Die Jungs ziehen da auch gut mit.

Es funktioniert in dieser Saison sehr gut. Sie haben sieben Siege in sieben Rennen eingefahren. Woher kommt diese neue Stärke?

Die Vorbereitung war intensiver. Ich hatte so gut wie keine Terminverpflichtungen und konnte mich voll auf das Training konzentrieren. Ich konnte ungefähr 20 Tage mehr trainieren als in den vergangenen Jahren. Wir haben zwar am Anfang alle separat trainiert, was mitunter kompliziert war. Als die Tests kamen, konnten wir auch wieder in Kleingruppen trainieren. Das hat zur Motivation beigetragen.

Sie sind der Dominator in dieser Saison, nun steht die Heim-WM am Königssee an. Alles andere als ein Weltmeister Felix Loch wäre eine Enttäuschung, oder?

Sagen wir es so: Alles andere als eine Medaille wäre eine Enttäuschung. Ich freue mich darüber, dass wir aufgrund der Coronavirus-Pandemie am Königssee fahren. Eigentlich war ja Whistler geplant, wo ich auch gern gefahren wäre. Aber eine Heim-WM erlebt man normalerweise nur einmal im Leben – jetzt habe ich nach 2016 noch einmal die Möglichkeit. Diesen Heimvorteil möchte ich nutzen.

Felix Loch will noch bei Olympia 2026 starten

Zwei Jahre lief es nicht so, wie Sie es sich vorgestellt haben. Dann macht die Pandemie alles noch schwieriger. Wie haben Sie die Motivation hochgehalten?

Aufhören stand nie zur Debatte. Das Rodeln macht mir viel zu viel Spaß – übrigens auch in den vergangenen beiden Jahren. Es hat immer mal im Training gut funktioniert oder ein Lauf hat hingehauen. Ich habe es nur selten im Rennen ganz hinbekommen. Ich hatte aber immer das Gefühl, dass ich das schaffe. Heuer geht alles perfekt zusammen – auch beim Material, wo zuletzt mal was in die falsche Richtung gegangen ist.


Was haben Sie verändert?

Wir sind zwei, drei Schritte zurückgegangen. Wir sind mit vielen Optionen in die Vorbereitung gegangen und haben viel ausprobiert. Die perfekten Einstellungen für den Schlitten haben sich dann schnell herauskristallisiert und ich bin damit auf der Bahn sehr gut zurechtgekommen. Das hat mir Sicherheit gegeben, weil ich wusste, dass der Schlitten so reagiert, wie ich es will. Ich bin wieder der Pilot!

Wie lange wollen Sie diesen Weg denn noch gehen?

Mein Ziel ist Olympia 2026! Bis dahin sind es noch fünf Jahre, aber die sind auch schnell rum. Nach den Winterspielen 2022 in Peking werde ich von Jahr zu Jahr schauen, wie es körperlich und gesundheitlich passt. Vom Alter her ist 2026 aber sicher machbar und es ist ein gutes Ziel. Es sind endlich wieder Spiele in einem Ort, an dem man Wintersport lebt. Es ist direkt vor der Tür, Familie und Freunde können hinkommen. Es wäre ein schöner Abschluss der Karriere.

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