19. Juni 2021 / 01:19 Uhr

Entscheidung kurz vor Mitternacht: Rolf Kutzmutz als Präsident von Turbine Potsdam wiedergewählt

Entscheidung kurz vor Mitternacht: Rolf Kutzmutz als Präsident von Turbine Potsdam wiedergewählt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
03.03.2021, Fußball, 1.Frauenbundesliga, Turbine Potsdam feiert 50 jaehriges Bestehen mit Sektempfang und Torte, Luftschiffhafen Potsdam
im Bild: v.l. Praesident Rolf Kutzmutz (Turbine Potsdam)
Rolf Kutzmutz bleibt Präsident von Turbine Potsdam. © Julius Frick
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Frauen-Bundesliga: Der 73-jährige Amtsinhaber setzt sich bei der Wahl auf der Mitgliederversammlung gegen seine Herausforderin Tabea Kemme durch. Zehn Stimmen machen den Unterschied.

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Die Entscheidung fiel am späten Freitagabend kurz vor Mitternacht: Rolf Kutzmutz bleibt Präsident des Frauenfußball-Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam. Der 73-Jährige setzte sich nach SPORTBUZZER-Informationen auf der Mitgliederversammlung des Clubs, die zur Marathon-Veranstaltung wurde, bei der Präsidentschaftswahl gegen seine 29-jährige Herausforderin Tabea Kemme durch - mit 110:100 Stimmen. Die Ex-Nationalspielerin, die in ihrer Karriere zwölf Jahre lang das Turbine-Trikot getragen hatte, wollte die erste Frau an der Spitze eines Frauenfußball-Bundesligisten werden.

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Seit 17.30 Uhr am Freitagabend hatten die Mitglieder des 1. FFC Turbine unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt. Gäste und Medienvertreter waren nicht zugelassen. Man wollte unter sich sein, denn es gab einigen Redebedarf. Erst nach 23 Uhr kam es nach der Vorstellung der Kandidaten zur Abstimmung. Erst gegen 1 Uhr in der Nacht war die Versammlung beendet. Noch wenige Stunden vor der Wahl hatten sowohl Tabea Kemme als auch Rolf Kutzmutz ihre Teams für die anstehende Vorstandswahl präsentiert. Eine Bestätigung des Wahlausgangs durch den Verein gab es in der Nacht noch nicht.

Wie der SPORTBUZZER erfahren hat, setzte sich Kutzmutz' Team am Ende auf fast allen Vorstandspositionen durch. Ulrike Häfner und Uwe Reher erhielten Mehrheiten als Vize-Präsidentin und Vize-Präsident. Ex-Turbine-Spielerin Stefanie Draws ist die neue Schatzmeisterin. Als Beisitzer wurden Gordon Engelmann, Susanne Lepke und Rick van Riemsdijk gewählt.

Kutzmutz ist seit 2015 im Amt

Dass sich Kutzmutz durchsetzt, der seit 2015 an der Spitze des sechsfachen Deutschen Meisters steht, in seiner Amtszeit aber keine Titel gewinnen konnte, kommt durchaus überraschend. Tabea Kemme hatte im Vorfeld der Wahl kräftig die Werbetrommel gerührt, stellte in Kurzfilmen auf ihrem Instagram-Profil ihr Konzept und Mitglieder ihres Kompetenzteams vor, zu dem unter anderen auch der frühere Turbine-Cheftrainer Matthias Rudolph gehörte.

Kemme hatte sich seit der Bekanntgabe ihrer Kandidatur im März für einen Erneuerungskurs beim sechsfachen Deutschen Meister stark gemacht. Ihr Kontrahent Kutzmutz hatte dagegen immer wieder betont, dass er sich eine Einarbeitung der Olympiasiegerin von 2016 im Verein vorstellen könne, aber mit der Art und Weise ihres Vorgehens nicht einverstanden sei.

Zahlreiche Vereinsvertreter hatten im Vorfeld der Wahl zur Beilegung des Führungsstreits aufgerufen. Potsdams Ex-Oberbürgermeister Jann Jakobs vermittelte zwischen den Kandidaten. Trainer-Legende Bernd Schröder, selbst ein Unterstützter von Rolf Kutzmutz, rief die Turbine-Mitglieder dazu auf, sich nicht spalten zu lassen. Zuletzt hatte Vorstandsmitglied Jörn Bucksch, Mitglied des selbst ernannten "Team Tabea", auf der Vereinswebseite appelliert, positiv zur Wahl zu gehen. Bucksch schrieb: "Beide Kandidaten eint, dass ihr Herz für Turbine Potsdam schlägt."