27. Februar 2022 / 12:20 Uhr

Geld, Macht, Zukunft: Was der Rückzug von Roman Abramowitsch für den FC Chelsea bedeutet

Geld, Macht, Zukunft: Was der Rückzug von Roman Abramowitsch für den FC Chelsea bedeutet

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Roman Abramowitsch zieht sich beim FC Chelsea zurück.
Roman Abramowitsch zieht sich beim FC Chelsea zurück. © IMAGO/Shutterstock (Montage)
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Roman Abramowitsch zieht sich beim FC Chelsea zurück. Doch was bedeutet dieser Schritt für den Klub konkret? Steht der Verein nun zum Verkauf? Welchen Einfluss hat der Vorgang auf die Finanzen? Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen und Antworten.

Brisante Nachrichten beim FC Chelsea vor dem Ligapokal-Finale gegen den FC Liverpool an diesem Sonntag: Der russische Besitzer Roman Abramowitsch, 55, kündigte an, die "Verantwortung und Fürsorge" für den Klub an die Treuhänder der wohltätigen Stiftung des Vereins zu übertragen. Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine erwähnte Abramowitsch in seiner Erklärung nicht. Doch eine Verbindung liegt nahe. Was bedeutet die Ankündigung des Gelgebers für den FC Chelsea? Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Vorgang.

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Warum sieht sich Abramowitsch zum Handeln gezwungen?

Der russische Öl-Milliardär gilt als Putin-Vertrauter. Im britischen Parlament wurde zuletzt auch Abramowitsch genannt, als es um russische Firmen und Oligarchen ging, die mit Sanktionen nach Russlands Einmarsch in die Ukraine belegt werden könnten. Der Labour-Abgeordnete Chris Bryant forderte, Abramowitsch aus dem englischen Fußball auszuschließen. Er berief sich dabei auf Unterlagen aus dem Jahr 2019, in denen das Parlament Abramowitsch als "Persönlichkeit von Interesse" eingestuft hatte. Die Abramowitsch-Seite hat Verbindungen zum Kreml immer wieder dementiert und darauf verwiesen, dass der Chelsea-Besitzer in der Vergangenheit nicht sanktioniert worden sei. Sein Rückzug zeigt zwei Dinge: Er spürt den Druck auf seine Person. Und er spürt, dass der Ruf des FC Chelsea unter der aktuellen Situation leidet.

Was bedeutet sein Schritt konkret?

Nicht viel. Abramowitsch bleibt alleiniger Besitzer des Klubs. Der Geldgeber macht in seiner Mitteilung keine Angaben darüber, wie lange er die Verantwortung abgibt. Ob das Manöver nur vorübergehend oder von Dauer ist – unklar. Auch ändert sich an den handelnden Personen nichts. Für die sportlichen Geschicke bleiben Geschäftsführerin Marina Granowskaia und der technische Berater Petr Cech zuständig. Vorsitzender der wohltätigen Chelsea-Stiftung ist der US-amerikanische Unternehmer Bruce Buck. Er fungiert auch als Präsident des FC Chelsea. Der Abramowitsch-Rückzug wird in England als symbolischer Akt gewertet, um Chelsea nach Putins Einmarsch in die Ukraine aus dem öffentlichen Fokus zu nehmen und eine mögliche Beschlagnahmung des Klubs zu erschweren.

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Steht der FC Chelsea zum Verkauf?

Darauf gibt es im Moment keine Hinweise. Dass Abramowitsch die Verantwortung abgibt, bedeutet nicht, dass er über einen Verkauf des Klubs nachdenkt. Nach aktuellem Stand geht sein Engagement bei Chelsea weiter wie bisher. In den vergangenen knapp 19 Jahren hat Abramowitsch geschätzt rund zwei Milliarden Euro in den Verein gepumpt, ihn fünf Mal zum englischen Meister und zweimal zum Champions-League-Sieger gemacht, zuletzt in der vergangenen Saison.

Muss Trainer Thomas Tuchel jetzt sparen?

Der FC Chelsea ist bekannt für teure Transfers, in diesem Sommer kam Romelu Lukaku für 115 Millionen Euro von Inter Mailand. Die finanziellen Möglichkeiten des Klubs werden durch den symbolischen Abramowitsch-Rückzug nicht beeinträchtigt. Der Milliardär darf weiter Geld in den Verein stecken. Das könnte sich allerdings ändern – und zwar in dem Fall, dass die britische Regierung Abramowitsch mit Sanktionen belegt.