16. April 2017 / 16:06 Uhr

BVB-Torwart Roman Bürki nach Busanschlag: Der Uefa „geht es nur um Geld“

BVB-Torwart Roman Bürki nach Busanschlag: Der Uefa „geht es nur um Geld“

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Roman Bürki hat den Angriff auf den Mannschaftsbus noch nicht verarbeitet und gewährte tiefe Einblicke in seine Emotionen.
Roman Bürki hat den Angriff auf den Mannschaftsbus noch nicht verarbeitet und gewährte tiefe Einblicke in seine Emotionen. © dpa/Montage
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Der Dortmunder Torhüter machte dem europäischen Fußballverband in einem Interview schwere Vorwürfe und sprach offen über die schwierige Verarbeitung des Angriffs.

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Wenige Tage nach dem erschütternden Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund, bei dem Marc Bartra schwer an der Hand verletzt wurde, gab Torwart Roman Bürki ein emotionales Interview bei der Schweizer Tageszeitung „Der Bund“. Darin machte er der Uefa schwere Vorwürfe.

„Ehrlich gesagt, ich hatte Tränen in den Augen. Du musst raus, Millionen Leute schauen wieder auf dich, du musst wieder deine Leistung bringen. Wenn wir hätten wählen können, von uns hätte keiner gespielt“, gestand der 26-Jährige.

Die Entscheidung der Uefa, das Spiel gegen den AS Monaco schon am nächsten Abend nachzuholen, verurteilte Bürki: „Ich spürte, dass es denen (der Uefa, Anm. d. Red.) nur ums Geld geht. Wenn ich am nächsten Tag von irgendeinem Sprecher der Uefa oder der Fifa eine Aussage höre, das Spiel wäre abgesagt worden, wenn jemand ums Leben gekommen wäre … Also, das ist doch wohl die größte Frechheit, die es gibt. Muss immer zuerst etwas Gravierendes passieren, bevor man handelt? Alle sagen nun, es sei ein Zeichen gegen den Terrorismus gewesen, dass wir gespielt hätten. Das war doch kein Zeichen, das war nur ein Ignorieren der Tatsachen."

Anschlag auf BVB-Teambus: Die Fotos aus Dortmund

Der Dortmunder Bus nach dem Anschlag. Am hinteren Teil sind die Verbeulungen durch die Detonation zu erkennen. Zur Galerie
Der Dortmunder Bus nach dem Anschlag. Am hinteren Teil sind die Verbeulungen durch die Detonation zu erkennen. ©
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Dabei verhinderte wohl nur ein Zufall, dass der Anschlag schlimmere Folgen hatte. „Wären die Splitterbomben nur eine knappe Sekunde früher gezündet worden, hätte der Bus eine regelrechte Breitseite bekommen. Es hätte dann bestimmt viele Schwerverletzte und möglicherweise auch Tote gegeben“, zitiert die „Bild am Sonntag“ einen nicht näher genannten Ermittler.

„Es ist unfassbar. Auf einmal bin ich ein Ziel, sind wir alle ein Ziel. Das macht es so schlimm“, beschreibt Bürki seine Emotionen. Den Angriff hat der Schweizer Nationalspieler noch längst nicht verarbeitet. {Ich habe noch immer Probleme, schlafen zu können. Das ist das Schlimmste: dass ich keine Nacht durchschlafen kann.“

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„Dass es einen Anschlag auf eine Fußballmannschaft gibt, das hätte ich nie gedacht. Alles andere war weit weg, und plötzlich bin ich selbst mittendrin. Das ist etwas, das ich niemandem wünsche. Meine Eltern sind sehr froh gewesen, als sie mich sahen. Da merkst du, wie wertvoll das Leben ist“, berichtete Bürki weiter.

Mit dem Spiel gegen Monaco nur einen Tag nach dem Anschlag kehrte gezwungenermaßen schnell wieder Alltag ein in Dortmund. Auch in der Bundesliga musste der BVB am Wochenende wieder ran und zeigte mit dem 3:1 über Eintracht Frankfurt, dass sich die Mannschaft von dem Angriff nicht hat aus der Bahn bringen lassen. Der Sieg war wichtig für das Selbstvertrauen, denn schon am Mittwoch tritt die Borussia zum Rückspiel in der Champions League in Monaco an.

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