11. Februar 2020 / 15:02 Uhr

"Genug auf die Fresse bekommen": Zieler endlich der erhoffte 96-Rückhalt 

"Genug auf die Fresse bekommen": Zieler endlich der erhoffte 96-Rückhalt 

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sauber, Junge und Jetzt halt den Kasten dicht sind zwei mögliche Aussagen von Edgar Prib (links) an Torhüter Ron-Robert Zieler.
"Sauber, Junge" und "Jetzt halt den Kasten dicht" sind zwei mögliche Aussagen von Edgar Prib (links) an Torhüter Ron-Robert Zieler. © imago images/Zink
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Ron-Robert Zieler hatte im Spiel bei Greuther Fürth einen weltmeisterlichen Tag erwischt. Der Torhüter hielt mit etlichen Paraden den Kasten von Hannover 96, war er erhoffte Rückhalt. Dass der noch 30-Jährige in Topform ist, ist umso wichtiger, als die Defensive vor ihm auseinanderfällt.

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Ron-Robert Zieler wollte nicht allzu viel Lob für seine Leistung. „Ich habe ein gutes Spiel gemacht, das freut mich einfach. Aber es freut mich in erster Linie für die Mannschaft“, sagte er bescheiden nach dem 3:1-Auswärtssieg in Fürth.

Weltmeisterlichen Tag erwischt

Der Torwart von Hannover 96, der am Mittwoch seinen 31. Geburtstag feiert, war mitentscheidend für den überraschenden Erfolg. Ein halbes Dutzend Topparaden, dazu ein gehaltener Elfmeter – ausgerechnet Zieler! Nur acht Tage nach seinem Fehlgriff gegen Wiesbaden (2:2) erwischte der Torwart einen weltmeisterlichen Tag. Bitter nur: Fürs Heimspiel gegen Hamburg am Samstag bricht ihm die Abwehr auseinander ...

Selbst Fürths Trainer Stefan Leitl konnte es nur staunend anerkennen: „Ich glaube, der große Unterschied war, dass Ron-Robert Zieler alles gehalten hat, was zu halten war und auf seinen Kasten kam.“

Ron-Robert Zieler: Bilder seiner Karriere

Seine ersten fußballerischen Schritte machte der junge Ron-Robert Zieler in Köln. Zunächst beim damaligen SCB Preußen (heute SCB Viktoria) Köln, später in der Jugend des 1. FC Köln. Zur Galerie
Seine ersten fußballerischen Schritte machte der junge Ron-Robert Zieler in Köln. Zunächst beim damaligen SCB Preußen (heute SCB Viktoria) Köln, später in der Jugend des 1. FC Köln. © imago/
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Zieler war in Fürth genau der Rückhalt, für den 96 im Sommer Erstliga-Torwart Michael Esser (jetzt Hoffenheim) auf die Bank gesetzt hatte. Diesmal hatte der 30 Jahre alte Weltmeister von 2014 keinen Wackler drin. 96-Coach Kenan Kocak hatte ihn auch nach dem Wiesbaden-Fehlgriff „nicht verteufeln“ wollen, war diesmal umso glücklicher nach der starken Leistung seines Keepers. „Er hat letzte Woche genug auf die Fresse bekommen, ich freue mich ungemein für ihn. Er hat einen großen Anteil daran, dass wir gewonnen haben.“

Vor allem bei Standards und hohen Bällen griff Zieler in Fürth beherzt zu. Das musste er auch, denn im Kopfballspiel war die 96-Defensive deutlich unterlegen – allein Felipe war zumindest immer wieder mal ein Faktor.

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Doch der Aderlass in der Abwehr wird immer schlimmer. 96 gehen die Innenverteidiger aus! Gegen Fürth flog erst Josip Elez mit Gelb-Rot vom Platz und ist im HSV-Duell gesperrt. Dann verletzte sich Felipe – mal wieder. „Er hat ein Stechen im Oberschenkel gespürt“, berichtete Kocak. Mit Glück ist es nur eine Zerrung, „es kann aber auch ein kleiner Faserriss sein“. Die genauen Untersuchungen laufen, kommendes Wochenende wird er fehlen.

"Irgendwas werden wir uns ausdenken"

Kocak hofft zwar, dass Marcel Franke nach den neuen, alten Knieproblemen bald zurückkommt. Ihn „sollten wir auch erwarten in der Woche“, sagt der Trainer. Aber fit für Spiel wird er nicht rechtzeitig. „Wenn nicht: Irgendwas werden wir uns ausdenken“, verspricht Kocak. „Ich möchte mal eine Mannschaft in der 2. Liga sehen, die mit so vielen Rückschlägen so umgeht und das so auffängt!“ Kniepatient Timo Hübers arbeitet zwar hart an der Rückkehr nach fast zwei Jahren Pflichtspielpause, braucht bis zum möglichen Einsatz aber noch etwa zwei Monate.

Von Rynio bis Zieler: Die Stammtorhüter von Hannover 96 seit 1979

Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) Zur Galerie
Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) ©

Gegen den Hamburger SV dürfte Waldemar Anton zurück in die Innenverteidigung rücken, der zuletzt zweimal als Abräumer auf der Sechs spielte, und neben ihm Jannes Horn spielen. Der Linksverteidiger rückte schon in Fürth aushilfsweise nach innen, nachdem Elez vom Platz geflogen war. Und er machte seine Sache gut.

Auch Zieler macht sich keine Sorgen wegen der Abwehrprobleme, sagt er. „Der Waldi hat bewiesen, dass er es kann. Gut, dass es nur Gelb-Rot ist, wir können das für ein Spiel kompensieren.“ Dass 96 vor allem spielstarke Teams liegen, haben sie zuletzt ja bewiesen.

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