23. März 2021 / 17:20 Uhr

Ronald Reng: Löw will nach der EM wohl in Spanien arbeiten – die Jobsuche wird schwierig

Ronald Reng: Löw will nach der EM wohl in Spanien arbeiten – die Jobsuche wird schwierig

Ronald Reng
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Weg für Joachim Löw in die La Liga könnte sich schwierig gestalten.
Der Weg für Joachim Löw in die La Liga könnte sich schwierig gestalten. © Getty Images (Montage)
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Nach der EM ist für Joachim Löw als Bundestrainer Schluss – sein Karriereende bedeutet das aber noch nicht. SPORTBUZZER-Kolumnist Ronald Reng glaubt, dass es Löw in die spanische La Liga zieht. Dort einen Arbeitgeber zu finden, könnte sich für den 61-Jährigen aber schwierig gestalten.

So mancher will im Alter nachholen, wozu er in der Jugend nie kam, mit 60 das Klavierspielen oder das Surfen lernen. Als ich Joachim Löws Ankündigung las, er wolle nach seinen Rücktritt als Bundestrainer im Sommer mit 61 erst einmal Spanisch lernen, sah ich ihn im ersten Reflex unter munteren Älteren im Volkshochschulkurs Freiburg. Tatsächlich steckt hinter dem Spanischlernen wohl ein anderer Plan. Einmal noch eine spanische Fußballelf trainieren, ist wohl so etwas wie Löws einer Traum, den er sich noch erfüllen will. Der spanische Fußball mit seinem Sinn für das schöne Passspiel war sein großer Referenzpunkt als Bundestrainer, wie er mir einmal erklärte. Bleibt nur die Frage, ob der spanische Fußball sich auch für ihn interessiert.

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Ich fürchte, es wird Löw so ergehen wie den meisten normalen Arbeitnehmern: Über 55 bist du nicht mehr gefragt. Das ist ungerecht, teilweise irrsinnig, weil Ältere über unbezahlbare Erfahrung verfügen. Aber wer bekommt die Trainerjobs bei den Spitzenklubs in Spanien oder England? Fast immer die, die gerade in den Aufstiegsjahren ihrer Karriere sind.

Vorbild Jupp Heynckes?

Realistisch kann Löw 2022, nach einem Pausenjahr, allenfalls Angebote von Mittelklasseklubs erwarten. Und wenn er die Sache ohne Dünkel angeht, kann er sich mit seinen Fähigkeiten von so einem Klub noch zu einem Topteam hocharbeiten, so wie Jupp Heynckes, der sich einst durch seine Arbeit bei CD Teneriffa und Athlétic Bilbao mit 52 Jahren für Real Madrid empfahl. Diesen Heynckes sollte Löw mal anrufen. Gemessen daran, wie exzellent Heynckes Spanisch beherrschte, kann der ihm womöglich einen guten Sprachlehrer empfehlen.

Immer dienstags wechseln sich an dieser Stelle Bestsellerautor Ronald Reng, der Ex-Schiedsrichter und heutige Motivationscoach Babak Rafati, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-"Sportstudios", mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolum­nisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) zu dem auch der SPORTBUZZER gehört.