29. Januar 2021 / 14:17 Uhr

Roßweiner Nachwuchs-Kicker hoffen auf baldige Rückkehr ins Training

Roßweiner Nachwuchs-Kicker hoffen auf baldige Rückkehr ins Training

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Roßweiner SV E-Jugend im Februar 2019 beim Hallentunier
Wäre Corona nicht, dann würden die Nachwuchsspieler vom Roßweiner SV nun bei Hallenturnieren ihr Können zeigen. © Daniela Müller
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Gerade die Kinder und Jugendlichen trifft die Zwangspause im Sport besonders hart. Während die älteren Spieler vom Roßweiner SV virtuelle Bälle bei FIFA im Tor versenken können, vermissen gerade die Kleinsten das Kicken gegen den Ball und hoffen, dass es bald wieder losgehen kann.

Roßwein. Sie sind zwar häufig nicht unbedingt die Flaggschiffe, dafür meist die Herzstücke der Fußballvereine – die Nachwuchsmannschaften. Gerade den Kindern und Jugendlichen geht aufgrund der Corona bedingten Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebes momentan ein ganz wichtiger Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung verloren.

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Wir haben uns bei Verantwortlichen des Nachwuchsbereiches in den Vereinen der Region umgehört, was unter den Nägeln brennt und wo der Schuh drückt. Wie werden die durch die abermalige sportliche Zwangspause entstehenden Schwierigkeiten überbrückt? Wird ein schleichender Mitgliederrückgang durch Entwöhnung vom Sport befürchtet und wie kann dem entgegen gewirkt werden? Welche Pläne gibt es für die Zukunft? Wie wird das bisherige Abschneiden der einzelnen Teams eingeschätzt? Wie soll mit dem laufenden Spieljahr verfahren werden? Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen veröffentlichen wir in loser Reihenfolge, heute ist der Roßweiner SV an der Reihe.

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Daniela Müller koordiniert beim RSV in engem Zusammenwirken mit Abteilungsleiter Jens Arnold die Aktivitäten im Nachwuchsbereich. Momentan würde sich das Geschehen vornehmlich auf dem Hallenparkett und weniger im Freien auf verschneiten Plätzen abspielen. Doch zu Beginn des Jahres 2021 ist Corona bedingt selbst der allseits beliebte Budenzauber unmöglich.

Eine Situation, welche die beiden Führungskräfte der Blau-Weißen lieber heute als morgen in die Vergangenheit katapultieren möchten. „Wir warten sehnlichst auf ein baldiges Ende des Lockdowns, denn die Kinder brauchen den Sport und die Gemeinschaft mindestens genau so dringend wie die Erwachsenen. Allesamt können sie es kaum erwarten, dass es erst einmal mit Trainingseinheiten weiter geht. Hoffentlich bereits im März mit dem Start in den Frühling. Und sei es zunächst in Kleingruppen beziehungsweise mit Einschränkungen.“

Virtuelle Kugel auf dem Bildschirm

Neben der Aussicht auf Lockerungen stimmt eine weitere Tatsache optimistisch, denn laut aktuellem Stand habe es bislang keine Abmeldungen gegeben. Ob dies auch so bleibt, sei derzeit noch die große Unbekannte. Wobei die Konkurrenz gerade für die älteren Altersklassen (also C-Junioren aufwärts) keineswegs in erster Linie bei anderen Sportarten, sondern praktisch im eigenen Fußball-Lager lauert.

Stichwort virtuelle Kugel auf dem Bildschirm. Jens Arnold bringt sein Unverständnis auf den Punkt: „Insbesondere die Spiel-Konsole macht den Jugend-Kickern den Umstieg auf ein alternatives Hobby schmackhaft. Deshalb finde ich es alles andere als vorteilhaft, dass der Sächsische Fußballverband mit e-Soccer-Turnieren Werbung macht und damit den Fokus auf die heimischen vier Wände lenkt. So verlieren wir unter Umständen eine ganze Generation an FIFA und Co. Darüber sollte man sich auf jeden Fall Gedanken machen.“


Wenigstens die Hinrunde abschließen

Ein Problem, welches die jüngeren Nachwuchskicker gottlob nicht in dem Maße betrifft. Wie Daniela Müller voller Überzeugung betont, bevorzugen insbesondere die Kleinen von der G- bis zur D-Jugend das echte runde Leder. „Die Kids freuen sich doch diebisch darauf, den grünen Rasen wieder betreten zu können. Und vielleicht bringen sie dann sogar noch den einen oder anderen Freund mit, der bisher nicht im Verein angemeldet war. Das ist zu mindestens eine kleine Hoffnung, die wir hegen.“

Sektions-Chef Arnold pflichtet diesen Überlegungen bei und denkt zugleich über die Fortsetzung des Punktspielbetriebes nach. Seiner Meinung nach solle versucht werden, nach einer angemessenen Vorbereitungsphase wenigstens die Hinrunde der laufenden Saison abzuschließen. „Auf Kreisebene sollte dies aufgrund der kurzen Wege ohne großen Aufwand machbar sein. Ob dann eventuell noch Zeit für Playoff-Begegnungen bleibt, wird sich zeigen.“

Bis dahin gilt es, die noch andauernde Zwangspause sinnvoll zu überbrücken. Die Jugendleiterin berichtet von einer völlig unterschiedlichen Herangehensweise, was den Kontakt der Trainer zu den Spielern betrifft. Manch einer der Coachs behilft sich sozusagen als Ansporn mit der Verteilung diverser Trainingseinheiten für zu Hause. „Bei den Kleineren ist das natürlich weitaus schwieriger. Doch wir haben den Übungsleitern da absolut freie Hand gelassen. Die Eltern werden ohnehin voll in die Abläufe integriert und arbeiten eng mit uns zusammen. Wir vertrauen da auf das richtige Miteinander in diesen nicht einfachen Zeiten.“, so Müller. Wenige Augenblicke später schweifen die Gedanken bereits wieder ungeduldig in Richtung Normalität.

Mannschaften im Überblick

B-Junioren (SG Lok Döbeln/Roßwein): Kreisliga A-Süd (ohne Wertung) / Danny Pfitzner (R.), Olaf Junges (L. D.)

C-Junioren (SG Gleisberg/Roßwein): Kreisliga A-Nord / 11. Platz / Ulf Kirchhof (R.), Frank Baumert (G.)

D-Junioren: Kreisliga B-Ost / 5. Platz / Jan Arnold

E-Junioren: Kreisliga B-Ost / 12. Platz / Jan Lehmann

F-Junioren: Kreisliga B-Ost / 2. Platz / Rico Scholz

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G-Junioren: keine Punktspiele / Steffen und Birgit Schwitzky