13. September 2020 / 21:09 Uhr

Roßweiner SV fertigt Chemie Böhlen ab

Roßweiner SV fertigt Chemie Böhlen ab

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Martin Schwibs schoss für Roßwein innerhalb von neun Minuten einen lupenreinen Hattrick. © dpa
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Die 52 angereisten Zuschauer sahen am 3. Spieltag der Kreisoberliga ein Torspektakel. Roßwein gewinnt zu Hause gegen Böhlen mit 6:3 und erobert dadurch die Tabellenspitze.

Roßwein. Wer am Samstag Nachmittag ins Roßweiner Stadion an der Haßlauer Straße zum Fußball-Kreisoberliga-Duell der Männer zwischen dem heimischen RSV und dem SV Chemie Böhlen gepilgert war, musste diese Entscheidung keineswegs bereuen. Die 52 Zuschauer genossen die spät sommerlichen Temperaturen und bekamen in einer rasanten Begegnung neun Treffer geboten. Der Gastgeber behielt am 3. Spieltag gegen den ehemaligen DDR-Oberligisten mit 6:3 (4:1) die Oberhand und eroberte dadurch dank des Leisniger Punktgewinns gegen Naunhof die Position des Spitzenreiters.

Unter Leitung von Schiedsrichter Alexander Thamke vom SV Grün-Weiß Großbothen begannen die Hausherren das Match wie die Feuerwehr. In der ersten Halbzeit war noch nicht einmal die Hälfte der Spielzeit absolviert, da war der Kuchen praktisch bereits gegessen. Martin Schwibs wurde seinem Ruf als Torjäger in beeindruckender Art und Weise gerecht, denn mit einem Hattrick innerhalb von lediglich neun Minuten legte er quasi im Alleingang den Grundstein zum Erfolg (8., 14., 17.) der Hausherren.

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Wenig später war sein Mannschaftskamerad Ronny Marbach zur Stelle und das Ding schien endgültig gelaufen (19.). Um die mit mächtigen Personalproblemen angereisten Chemiker musste einem zu diesem Zeitpunkt angst und bange werden, denn es drohte ein echtes Debakel. Dass die Pleißestädter ein solches letztlich verhindert konnten und nicht völlig einbrachen, darf ihnen hoch angerechnet werden.

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Platzverweis für Roßwein

Mitte des zweiten Durchgangs war für sie sogar ein Unentschieden wenn schon nicht in Reichweite, dann zu mindestens in Sichtweite. Mit dem Treffer von Tino Naumann hatten die Gäste eine Stunde zuvor ihre Teilnahme an dieser Partie signalisiert (28.), ehe Roßweins Stephan Krondorf unmittelbar nach dem Seitenwechsel den alten Abstand wieder herstellen konnte (47.).

Steffen Scharf mit einem verwandelten Strafstoß (64.) und sein zum Doppelschützen avancierender Teamkollege Naumann (72.) eilten dann allerdings schnellen Schrittes mit der Gießkanne in der Hand heran, um nach einem Roßweiner Feldverweis wegen einer Notbremse (62.) das zarte Böhlener Pflänzchen Hoffnung kräftig zu gießen.

Chemie-Trainer Röder mächtig angefressen

Erst in der Nachspielzeit war es Krondorf, welcher mit seinem zweiten Tor des Tages ungeniert über das jungfräulich kleine Gewächs drüber latschte und somit mit einem Geschoss aus 50 Metern den Erfolg für den mittlerweile in Unterzahl agierenden Platzbesitzer endgültig unter Dach und Fach brachte (90.+1).


Chemies Spielertrainer Toni Röder war hinterher mächtig angefressen: „Wir sind zu spät munter geworden, haben die ersten 25 Minuten verschlafen und reichlich Geschenke verteilt, sind gegen einen eigentlich harmlosen Gegner viel zu ängstlich aufgetreten. Bei mehr Konzentration im Spielaufbau und beim finalen Pass wäre selbst nach dem 0:4-Rückstand noch etwas möglich gewesen.“

Die Roßweiner Mannschaft um Coach Jörg Soujon ist am kommenden Sonntag beim FSV Alemannia Geithain gefordert, die frisch gebackene Tabellenführung zu verteidigen. Behält der RSV in Geithain seine weiße Weste von derzeit neun Punkten ist der Traumstart perfekt. Böhlen empfängt schon am Samstag an der Jahnbaude den SV Klinga-Ammelshain zum sportlichen Wettstreit. Die bisher magere Punkteausbeute von lediglich einem Zähler soll dann gegen den Tabellenvorletzten ausgebaut werden.

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Schwibs (8., 14., 17.) 4:0 Marbach (19.)  4:1 Naumann (28.) 5:1 Krondorf (47.) 5:2 Scharf (64./Strafstoß) 5:3 Naumann (72.) 6:3 Krondorf (90.+1)

SR: Thamke (FSV Grün-Weiß Großbothen)

Z.: 52